Gangelt-Kreuzrath - Mit Olivenbäumen die Not Afrikas lindern

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Mit Olivenbäumen die Not Afrikas lindern

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Zehn Künstler arbeiteten im letzten Jahr beim „1. Internationalen Olivenhain-Symposium” in Kreuzrath. Jetzt ist dazu eine Dokumentation endstanden. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Kreuzrath. Viel Schulterklopfen hat Johannes Heinrichs erfahren, als er die Idee des „1. Internationalen Olivenhain-Symposium” umsetzte und im vergangenen Sommer zehn Bildhauer aus der internationalen Kunstszene einlud, zehn Tage lang rund um die alte Ziegelei in Kreuzrath aus abgestorbenen Olivenbäumen Kunstwerke zu schaffen.

„Die Begeisterung über diese Aktion hat mich gefreut”, bekennt der Chef der Heinrichs-Gruppe, die in der Region Aachen, Düsseldorf und Köln Arbeitgeber für 850 Mitarbeiter rund um Pflegedienstleistungen ist. „Noch mehr habe ich mich aber darüber gefreut, dass für unseren Verein Partnerschaft für Afrika rund 200.000 Euro zusammen gekommen sind!” Dieses Geld habe entscheidend mit dazu beigetragen, dass das große Projekt, ein neues Waisenhaus für HIV-positive Kinder in Kisongo (Tansania) zu bauen, fast abgeschlossen ist.

Nicht nur mit Blick auf die steigenden Strompreise kommt der neuen Solaranlage für das Waisenhaus und der schon existierenden Krankenstation gerade jetzt große Bedeutung zu. „Strom ist für Kinder ebenso wichtig wie für das Krankenhaus”, sagt Heinrichs, der es als Vorsitzender des Vereinsvorstandes aber auch darauf hinweist, dass die Inneneinrichtung, die Ausstattung der Schlafsäle, der Küche, des Essraumes, der Klassen-und Personalräume noch zu finanzieren ist und dringend weitere Spenden von Nöten sind.

Mit dazu beitragen soll auch eine außergewöhnliche Dokumentation, die zur Olivenkunstaktion entstanden ist. In einer 1000er-Auflage ist ein zweisprachiger (deutsch/englisch) Katalog mit Farbfotos und Texten über die Künstler und die Entstehung der Aktion entstanden. Das Heft fasst die Vorbereitungen, die zehn Tage künstlerischen Schaffens und einen Blick in die Zukunft zusammenfasst. Hinzu kommt die Interpretation zu den Arbeiten vom künstlerischen Leiter des Symposiums, Professor Dr. Wolfgang Becker, dem ehemaligen Leiter des Aachener Ludwigforums.

Außerdem findet sich ein aufschlussreiches Essay der niederländischen Dozentin und Filmemacherin Anne Berk. Zu lesen ist unter anderem „Die Geschichte des Olivenbaums”, „Der Baum als Quelle des Lebens” und „Holz als Baustein”. „Das Paradies liegt in Gangelt” überschreibt Mitorganisatorin Brele Scholz den Weg hin zu dieser Kunstaktion. „Schau uns an! Wir leben! Fast glaubt man, die Bäume können einfach so - unbearbeitet - losmarschieren”, fasst sie ihre Begeisterung zusammen.

Die Konzeption des Kataloges lag in ihren Händen. Brele Scholz nicht nur als Künstlerin vor Ort gearbeitet hat, sondern war maßgeblich an der Organisation beteiligt. Für die tolle Aufmachung und die Qualität des Hefts war Rita Scholz verantwortlich.

Auch das Projekt „Partnerschaft für Afrika” kommt nicht zu kurz. „Dass die Kunstaktion trotz des schlechten Wetters erfolgreich war, freut mich”, blickt Johannes Heinrichs auf die eine Seite der Medaille. „Wer aber wie ich die Probleme in Afrika und speziell das Elend der Kinder vor Ort selber gesehen hat, für den würde sicherlich auch die direkte und schnelle Hilfe im Vordergrund stehen. Es freut mich deshalb, dass bei dieser Aktion die Kunst nicht zu kurz gekommen ist und die Spenden geflossen sind!”

Dass es mit dem Verkauf der Olivenobjekte am Ende nicht geklappt hat, ist für die Region „Der Selfkant” ein Vorteil. Derzeit wird nämlich der Olivenhain hinter der Alten Ziegelei in einen Skulpturengarten verwandelt, der als Anziehungspunkt für kunstinteressierte Besucher angeboten wird. Zwischen den noch nicht bearbeiteten knorrigen Stämmen werden die entstandenen Werke dauerhaft aufgestellt.

Wiederholung geplant

Während man auf die Fortsetzung der Kunstaktion zugunsten der „Kölschrather Nacht”, einem Projekt „Seniorenzentrum Breberen ist sozial - wir fördern Kinder” verzichtet hat, sieht Johannes Heinrichs sich in der Pflicht: „Wir werden auch weiterhin internationale Künstler einladen, in ähnlicher Form die noch vorhandenen Bäume in Kunstwerke zu verwandeln.” Natürlich, so führt er an, wird dann wieder „seine” Afrikahilfe mit von der Partie sein.

Erlös geht an Stiftung Partnerschaft für Afrika

Der Katalog „1. Internationalen Olivenhain-Symposium” ist über die Internetseite http://www.partnerschaft-fuer-afrika.de zu einem Preis von 24,90 Euro erhältlich. Der Erlös geht wiederum an die Stiftung.

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