Mit Noten durch zahlreiche europäische Kulturen

Von: Johannes Gottwald
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Der Männergesangverein Tevere
Der Männergesangverein Teveren hinterließ mit seinem Chorvorsitzenden Adolf Schäfer(am Piano) einen ausgezeichneten Eindruck beim Konzert zum Europa-Motto. Das Publikum erfreute sich an dem herrlichen Medloien- und Liederreigen, der auch solistisch mit Wibke Anton gut besetzt Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Seit jeher ist der Gesang ein Medium, das Völker miteinander verbinden kann. So lag für den Stadtverband der Europa-Union Deutschland der Gedanke nahe, ein Konzert unter dem Motto „Europa nach Noten” zu veranstalten.

Mit dem Männergesangverein Teveren hatte man einen renommierten Klangkörper aus dem Stadtgebiet verpflichten können, der eine abendfüllende musikalische Europareise präsentierte. Eine große Zahl von Musikfreunden hatte sich in der Aula der Realschule versammelt.

Ungarischer Tanz

Nach einer kurzen Einführung von Prof. Dr. Gerd Wassenberg, der gemeinsam mit dem Chorvorsitzenden Adolf Schäfer durch das Programm führte, begann der MGV Teveren mit dem Eichendorff-Lied „In einem kühlen Grunde”. Romantisch ging es auch weiter mit dem bekannten „Ungarischen Tanz Nr. 6” von Brahms, der eindrucksvoll belegte, wie sehr sich der aus Hamburg gebürtige Komponist in die Mentalität eines anderen Volkes hineinversetzen konnte.

Auch der MGV Teveren wusste die temperamentvollen Pußta-Klänge sehr authentisch zu interpretieren und stellte seine hohe dynamische Flexibilität wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis. Chorleiter Gerd Geradts hatte übrigens an diesem Abend auf einen Pianisten verzichtet und dirigierte seine Sänger vom Klavier aus.

Walzerseliger Torero

Das nachfolgende „Papaschol” führte nach Rußland und wirbelte turbulent vorüber. Die nächsten Stationen der Europatournee lagen im Mittelmeerraum. Zunächst war Spanien mit drei Liedern vertreten - das walzerselige „Lied des Torero” und die „Fiesta voller Fröhlichkeit” verbreiteten südländische Atmosphäre, bedienten allerdings auch die spezifischen Spanien-Klischees von unzähligen Mallorca- und Costa-Brava-Urlaubern. Und selbstverständlich gehörte auch der sattsam bekannte Schlager „Spanish Eyes” aus der Feder von Bert Kaempfert dazu.

Im östlichen Mittelmeer dagegen war der Schlager „Griechischer Wein” von Udo Jürgens angesiedelt, in dem griechische Folklore geschickt mit modernem „Sound” verwoben wird.

Zwei solistische Auftritte repräsentierten dann Italien und Frankreich. Die Mezzo-Sopranistin Wibke Anton aus Wachtberg interpretierte zuerst die Arie der Mimi „Mi chiamanto” aus der Puccini-Oper „La Bohème” mit großer Ausdruckskraft und gestaltete danach die „Habanera” aus der Oper „Carmen” von Bizet mit fulminanter Theatralik.

Sie begab sich sogar hinunter ins Publikum, um ein möglichst realistisches Bild dieser leichtlebigen Operfigur abzugeben. Die Zuhörer waren hingerissen und entließen die Sängerin zusammen mit ihrem Begleiter Gerd Gerats unter stürmischem Beifall in die Pause.

Frauen und Wein

Der zweite Teil brachte mit „Tausend rote Rosen blühn” aus dem Film „Ein Walzer für dich” und der Arie „Du sollst mein Kaiser sein” aus der Operette „Der Favorit” von Robert Stolz zwei weitere glänzend gelungene Solovorträge. Auch die jeweiligen Erläuterungen von Wibke Anton zu jeder Nummer waren für viele Konzertbesucher eine interessante Bereicherung

Nach diesem Ausflug nach Österreich zog es die Sänger des MGV aber wieder in den sonnigen Süden: Das schwungvolle „Chianti-Lied” huldigte ebenso wie „Frauen und Wein” den erlesenen kulinarischen Genüssen der südländischen Küche. Die bezaubernd schöne Landschaft rund um den Vesuv wurde mit „Bella, bella Donna”, „O mia bella Napoli” und den „Capri-Fischern” mit gefühlstiefem Belcanto nahegebracht. Der „Kaiserwalzer” führte dann nochmals in die Donaumetropole Wien, das „Amazing grace” zum Abschluss dagegen auf die Britischen Inseln. Schade, dass die nordischen Ländern gänzlich fehlten.

Auf der Rückseite des Programmheftes stand aber noch ein Lied für das Publikum - die Europahymne. Mit diesem gemeinsamen Gesang, dessen Melodie der 9. Symphonie von Beethoven entnommen ist („Freude, schöner Götterfunken”) ging die prächtige musikalische Europareise des MGV Teveren zu Ende.
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