Geilenkirchen - Mit Münze am Hinterkopf getroffen

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Mit Münze am Hinterkopf getroffen

Von: Herbert Keusch
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Geilenkirchen. Zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten hat Richter Thomas Schönig eine 41-jährige Angeklagte aus Übach-Palenberg verurteilt. Sie hatte sich mehrfach mit Mitarbeitern der ARGE in Geilenkirchen auseinandergesetzt und fühlte sich schlecht behandelt.

So war es am 23. Oktober vergangenen Jahres dazu gekommen, dass die Angeklagte die Tür eines Büros bei der ARGE öffnete, dort ungezielt Centmünzen in den Raum warf und damit eine Mitarbeiterin am Hinterkopf traf. Soweit die Anklage von Oberamtsanwalt Seedorf, zu der die Strafverteidigerin der 41-Jährigen, Melanie Muhsal, erklärte, dass Auslöser für diese Tat die Aussage einer ARGE-Mitarbeiterin gewesen sei, dass man sich eine Krebserkrankung auch einbilden könne.

Denn die Angeklagte sei nur deshalb nach hier umgezogen - so erläuterte es die Verteidigerin für ihre erst wenige Wochen vor diesem Vorfall von Mannheim nach hier umgezogene Mandantin. „Da bin ich völlig ausgerastet”, erklärte die Angeklagte auch jetzt noch einmal in der Verhandlung. Dennoch habe sie mit den Münzen niemand treffen wollen, aber durch den ständigen Druck durch die ARGE habe sie sich völlig überfordert gefühlt.

Gehört wurden gleich drei Mitarbeiterinnen als Zeuginnen. Eine 44-jährige Mitarbeiterin der Einrichtung erklärte, dass sie die Münzen nur habe fallen hören, aber nicht getroffen worden sei. Dagegen sagte eine 43-jährige Mitarbeiterin, dass sie von den Münzen am Hinterkopf getroffen worden sei.

Auf die lachend gestellte Frage des Richters, wo sich die Münzen jetzt befinden, erklärte eine ARGE-Mitarbeiterin: „In der Akte.” „Das habe ich mir gedacht, sozusagen als Beweisstück”, antwortete der Richter weiter lachend.

Oberamtsanwalt Seedorf stellte in seinem Plädoyer zunächst fest, dass es sich bei der Angeklagten offenbar um eine Gewalttäterin handelt, die wegen eines ähnlichen Vorfalls schon zweimal zu Strafen verurteilt worden ist, und er sich deshalb mit einer Bewährungsstrafe schwer tue. „Das einzig Positive ist, dass sich die Angeklagte sowohl drei Wochen nach der Tat als auch heute in der Verhandlung bei den ARGE-Mitarbeiterinnen entschuldigt hat.”

Er forderte eine Strafe von sechs Monaten, die nur dann zur Bewährung ausgesetzt werden könne, wenn die Angeklagte zur Teilnahme an einem Kurs bei einem Psychiater oder Psychologen bereit sei.

Strafverteidigerin Melanie Muhsal ging noch einmal auf die schwierige Situation ein, in der sich ihre Mandantin befand. „Sie hat sich aus einem schwierigen Umfeld in Mannheim herausgekämpft, andererseits ist ihr aber die Sachlichkeit bei Behörden abhanden gekommen.”

In seinem Urteil ging Richter Thomas Schönig noch einmal darauf ein, dass die Angeklagte mit den Gangelter Einrichtungen zur Bekämpfung ihrer Aggressivität Kontakt aufnehmen müsse. Ansonsten werde die wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidung verhängte Bewährungsstrafe dann in eine Haftstrafe umgewandelt.
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