Mit Mr. Winzig in ein neues Leben ohne Vorurteile

Von: Markus Bienwald
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Tanzende Zwerge, ein Blumentopf mit Bohnen drin: Alles war möglich bei Mr. Winzig. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Ja, der Mr. Winzig, das ist schon einer: Stopft am liebsten den lieben langen Tag über köstlich viele Spaghetti in sich hinein, beschmiert sich dabei schon mal mit Tomatensoße und mag es nicht, wenn Schmetterlinge ihn dabei stören.

Nein, er fängt sie sogar in einem Einmachglas und denkt sich nichts dabei. So geht das aber nicht, denkt sich eine Fee, und schwuppdiwupp, verwandelt sie Mr. Winzig in einen mini-kleinen Dötz, der sich nun nicht nur mit den Schmetterlingen auf Augenhöhe trifft.

Bei Mr. Winzig handelte es sich um die Hauptfigur aus dem gleichnamigen Spaßmusical, das am Samstag in der Aula der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule seine Premiere feierte. Mit mehr als 50 Vorschulkindern aus der AWO-Kindertagesstätte Jahnstraße, der Städtischen Kindertagesstätte in Bauchem und der integrativen Kindertagesstätte Triangel der Lebenshilfe Heinsberg war auf der Bühne richtig was los.

Da flatterten nicht nur Schmetterlinge leichtfüßig über die Bühne, da tanzten auch Zwerge dem kleinen, etwas großmäuligen Herrn Winzig auf der Nase herum, und da gingen als Küken kostümierte Schmetterlinge in die Hühner-Disco. Hört sich verrückt an, war es auch, aber die knallbunte und von viel Musik von der Kölner Musikgruppe „Rita und der kleine Schorsch“ begleitete Show hatte noch mehr zu bieten. So standen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne. Sie übernahmen gemeinsam die Rolle der Unterhalter, was ihnen perfekt gelang.

Zugleich demonstrierten sie vor gut 250 begeisterten Zuschauern, wie sich Inklusion auch im pädagogischen Miteinander bestens umsetzen kann. Denn hier spielten weder Hautfarbe noch ein mögliches körperliches, seelisches oder geistiges Anderssein eine Rolle. Ganz so wie im Stück Mr. Winzig erst einmal durch sein Schrumpfen lernen musste, wie es ist, plötzlich nicht mehr als der Große unter den Kleinen einfach mal das Sagen zu haben, sondern sich im Miteinander zu beweisen, spielten die Kinder mit ihren Erzieherinnen und der Musikgruppe drauf los.

Das war bunt, das war gewaltig, laut und irre komisch und zeigte, dass sich die lange Vorbereitungszeit gelohnt hat. Die Ablehnung von Anderssein nicht zulassen, Respekt gegenüber anderen lernen und am Ende festzustellen, dass niemand alleine bleibt, war eine wundervolle Essenz des Gezeigten. Denn schließlich ist auch Mr. Winzig nicht allein: Als ihn eine riesige Spaghetti zu umschlingen droht, kommen ihm die Schmetterlinge zur Hilfe und locken die Riesennudel weg.

Derart befreit, macht sich Mr. Winzig auf in ein neues Leben, ohne Vorurteile, ohne sich über andere zu stellen und ohne sich nur um sich selbst zu kümmern. Spielwitz, Spaß und die mitreißende Musik wurden von den Gästen auch zwischendurch mit viel tosendem Applaus bedacht und bewiesen, warum das tolle Projekt zu Recht vom Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ gefördert wurde.

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