Mit lautem Piepsen Leben retten

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
Brandmelder sind technisch nic
Brandmelder sind technisch nicht einmal sehr aufwändig ausgestattet: Eine Fotozelle oder eine Leuchtiode erkennt Rußpartikel aus aufsteigendem Qualm. Foto: imago

Geilenkirchen. Der Slogan „Rauchmelder retten Leben” besitzt mehr Aktualität als je zuvor. Bei über einem halben Dutzend Rauchgasopfern nach Bränden in den vergangenen Monaten bundesweit sind viele Menschen aufgeschreckt worden und denken über die Installation eines Rauchmelders nach.

„Bereits zwei bis drei tiefe Atemzüge mit Brandrauch können tödlich sein”, warnen Fachleute. Nordrhein-Westfalen ist eines der wenigen Bundesländer, in denen keine Rauchmelderpflicht für Privathaushalte besteht, doch nach dem tragischen Tod von drei Kindern bei einem Brand in Aachen denkt auch die Landesregierung über eine entsprechende Gesetzesnovelle nach. Bei Gewerbebetrieben sind so genannte Brandmeldeanlagen je nach Gefährdungslage längst Pflicht. Die Verpflichtung ergibt sich aus diversen baurechtlichen Vorschriften.

Pflicht im Krankenhaus

So sieht die Sonderbauverordnung im Teil 1 für Versammlungsstätten beim Neubau von Stätten mit Versammlungsräumen von mehr als eintausend Quadratmetern eine Brandmeldeanlage zwingend vor. Auch Krankenhäuser und Altenheime sowie Hotels mit mehr als 60 Gästebetten sind mit Brandmeldeanlagen ausgestattet. Eine Brandmeldeanlage besteht aus automatischen Rauch- oder Wärmemeldern sowie nicht-automatischen Druckmeldern.

Auch für Verkaufsstätten mit Flächen von mehr als 2000 Quadratmetern, wie beispielsweise das Gelo-Carre in Geilenkirchen, sind Brandmeldeanlagen verpflichtend. Ralph Dechêne vom Sachgebiet vorbeugender Brandschutz der Stadt Geilenkirchen empfiehlt auf jeden Fall Rauchmelder auch im Privatbereich. „Als Mindestschutz gelten Rauchmelder in Kinderzimmern, Schlafzimmern, Fluren und Treppenräumen”, weiß der Brandoberinspektor.

Ein optimaler Schutz umfasse auch Dachgeschoss und Keller. Es empfehle sich, funkvernetzte Melder anzuschaffen, denn: „Wenn im Keller der Rauchmelder auslöst, aber das Piepsen oben im Haus nicht zu hören ist, gibt dieser ein Signal an die anderen Melder weiter, so dass diese dann auch auslösen und zusätzlich der Alarmierung der Bewohner dienen”, so Dechêne. Die Rauchmelder sind technisch nicht besonders aufwändig ausgestattet, eine Fotozelle beziehungsweise Leuchtdiode erkennt Rußpartikel aus aufsteigendem Qualm und löst dann das laute Piepsen aus.

Die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Geilenkirchen machen seit Jahren im Rahmen der Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen auf den Nutzen von Rauchmeldern aufmerksam, denn die Folgen von nicht frühzeitig entdeckten Bränden können schrecklich sein.

Dass viele Brände durch technische Defekte entstehen, weiß auch Ralph Dechêne. Gerade in solchen Fällen zeigen sich Rauchmelder oftmals als Lebensretter, aber man sollte unbedingt auf das VDS-Prüfsiegel achten.

„Es informieren sich zunehmend mehr Menschen über Rauchmelder”, sieht der Brandoberinspektor in letzter Zeit eine erfreuliche Tendenz und führt diese auch die Sensibilisierung der Menschen durch zahlreiche, tragische Ereignisse in den vergangenen Jahren zurück.
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