Geilenkirchen - Mit doppelsinnigen Bonmots zum Nachdenken angeregt

Mit doppelsinnigen Bonmots zum Nachdenken angeregt

Von: g.s.
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Jürgen Wagner begeisterte die
Jürgen Wagner begeisterte die Zuhörer in der Stadtbücherei Geilenkirchen mit Geschichten aus Werken des Schriftstellers und Kabarettisten Werner Finck. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Im Rahmen der bundesweit veranstalteten Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek” stellte Jürgen Wagner beim 2. Literaturfrühstück in der Stadtbücherei den Autor und Kabarettisten Werner Finck vor.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Büchereileiterin Anastasia Zaharanski die 20 Zuhörer und stimmte diese auf einen unterhaltsamen Morgen ein. „Für die geistige Nahrung sorgt heute unser Gast Jürgen Wagner, und dafür möchte ich mich bedanken”, gab Zaharanski das „Zepter” weiter an den Literaten. Unter dem Titel „Alter Narr, was nun?” las der Geilenkirchener Historiker aus Werken des 1978 im Alter von 76 Jahren verstorbenen Schriftstellers.

Wagner nannte Werner Finck in einem Atemzug mit Konrad Beikircher und Dieter Hildebrandt. „Da fällt mir einer ein, der die Zuhörer ähnlich wie Hildebrandt über Doppelsinnigkeiten eines Bonmots zum Nachdenken brachte”, zog Wagner einen Vergleich zu Werner Finck. Dieser sei mindestens so schnell im Denken gewesen wie der heute 84-jährige Dieter Hildebrandt. Jürgen Wagner las Auszüge aus Finckes Buch „Alter Narr, was nun?”, das vorwiegend seine kabarettistische Zeit bis Mitte der Fünfziger beschreibt. Anschaulich schildert Finck hier seine Verhaftung und schnelle Entlassung 1935 und den Grund für seine freiwillige Meldung zum Wehrdienst 1939, der darin lag, dass er einer erneuten Verhaftung entgehen wollte.

Wagner las zwei Auszüge aus dem Buch, die sich mit Fincks Eintritt in den Wehrdienst und dessen Rolle als Weihnachtsmann beschäftigten. Da über den damaligen Schauspieler Finck zu diesem Zeitpunkt ein Berufsverbot verhängt worden war, habe Propagandaminister Joseph Goebbels dem damaligen Kompanieführer Vorhaltungen gemacht. Letzterer wusste sich aber zu verteidigen, indem er antwortete: „Finck ist Soldat und als solcher zum Weihnachtsmann kommandiert worden. Hätte er sich geweigert, sei das Befehlsverweigerung”.

Wagner bezeichnete Finck als den „Eulenspiegel in der Zeit des Dritten Reiches”. Aber bis in die sechziger Jahre hinein sei der Kabarettist aktiv und gern gesehener und geistreicher Gast bei vielen Veranstaltungen gewesen. Wagner: „Seine autobiografischen Programme füllten in ganz Deutschland die Säle.”

In Hamburg habe Finck seit Anfang der 50er Jahre auch als politisch-satirischer Mitarbeiter beim Norddeutschen Rundfunk Kostproben seines Könnens abgeliefert. Zudem habe er als Schauspieler in zahlreichen Filmen mitgewirkt. Unvergesslich sei auch sein Programm „Bewältigte Vergangenheit” in der Münchener Lach- und Schießgesellschaft.

Nach der Frühstückspause in der Stadtbücherei, las Jürgen Wagner noch einige Passagen aus Fincks Buch „Zwischendurch” und zwischendurch kam auch immer wieder die humoristische Seite des Autors Werner Finck zum Vorschein.
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