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Mit allen Mitteln die Selbstverwaltung erhalten

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Die drei Bürgermeister der deutsch-französisch-niederländischen Städtepartnerschaft stießen auf ein erfolgreiches neues Jahr an: Wolfgang Jungnitsch (M.), Claude Capillon (l.) und Raymond Vlecken aus Landgraaf. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Einen Umfang von elf Seiten zählte die Druckversion der Neujahrsansprache von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Am Samstag erlebten rund 500 Gäste beim nunmehr 30. Bürgerempfang der Stadt Übach-Palenberg im weiten Rund des Pädagogischen Zentrums diese Rede.

Unter den Besuchern an diesem Tag waren neben Vertretern von Rat und Verwaltung der Stadt auch Angehörige von Polizei, Feuerwehr und Militär sowie Vertreter von Anstalten des Öffentlichen Rechts, weiterhin aus Wirtschaft und Kultur.

Ein besonders herzliches Willkommen galt den neuen Bürgermeisterkollegen aus den Partnergemeinden Rosny-sous-Bois in Frankreich, Claude Capillon, und Landgraaf in den Niederlanden, Raymond Vlecken.

Deutungen einer Kette

„Zum zweiten Mal darf ich diese Kette zu einem Bürgerempfang tragen”, begann Wolfgang Jungnitsch seine Ausführungen. „Eine glänzende Oberfläche hat diese Kette, die einzelnen Glieder bilden eine starke Kette, leicht ist sie nicht, und die Rückseite sehen nur wenige”, erklärte der Bürgermeister philosophisch sein Amtssymbol.

Neben dem Lob für eine schöne, lebenswerte Stadt musste der Verwaltungschef andererseits auf die negativen Seiten seines Amtes eingehen. So bezifferte er die rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung jeden Bürgers der ehemaligen Zechengemeinde auf jetzt rund 1800 Euro. „Unsere Stadt droht die achte Kommune in Nordrhein-Westfalen zu werden, die überschuldet ist”, machte Wolfgang Jungnitsch deutlich.

Doch gegen dieses Szenario, das eine kommunale Selbstverwaltung weitestgehend aushebeln würde, stemmte er sich mit aller Gewalt. „Dies ist nicht leicht, dies ist nicht einfach”, unterstrich er. Zu den Gegenmaßnahmen gehöre auch, bei den so genannten freiwilligen Leistungen aus dem Stadtsäckel öfter Nein zu sagen als es dem Gefühl nach sinnvoll wäre.

Dazu gehört unter anderem ein Zuschuss zur anstehenden Sanierung der St.-Petrus-Kapelle in Palenberg, zu dringenden Arbeiten oder Stellenmangel an den vielen Schulen im Stadtgebiet oder auch zum haushaltstechnischen Defizit im Ü-Bad.

Reform ohne „Hammer”

„Schuldzuweisungen helfen uns nicht weiter, wären falsch und werden deshalb von mir nicht kommen”, stellte Wolfgang Jungnitsch aber klar. Zu seinen Zielen gehöre daher auch die Reform der Verwaltung, ohne aber „den Hammer” kreisen zu lassen, betonte der Chef im Rathaus.

Einen merklichen Kaufkraftgewinn sieht er gleichwohl in der Ansiedlung des Einkaufszentrums im Herzen des ehemaligen Zechengeländes, am Wasserturm. Probleme wie die unvollendete und immer noch nicht eröffnete „Klangbrücke”, die seit der Eröffnung nur spärlich genutzte Waschkaue oder auch der Bau eines weiteren Kreisverkehrs am Knoten Jülicher Straße stellte er für 2011 ganz oben auf die Liste.

Gegen Ende seiner Ansprache mahnte der Ratsvorsitzende diejenigen, die immer noch weiter machen wollten wie bisher. „Wer dies lauthals propagiert, der handelt unsozial Ihnen und unseren Kindern gegenüber.”
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