Mit Akkordeon und Geige: Kroatische Party zum EU-Beitritt

Von: g.s.
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Freude über das Ereignis europäischer Dimension: Die kroatische Gemeinschaft in Geilenkirchen und ihre deutschen Freunde freuten sich bei der Party (Bild) über den Beitritt Kroatiens in die EU. Foto: Georg Schmitz
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Geilenkirchen. Kroatien – das wissen nicht nur zahlreiche Urlauber – ist ein Land mit herrlichen Landschaften, wunderbaren Stränden und schönen alten Städten. Seit gestern, dem 1. Juli, ist die Nation an der Adria das 28. Mitglied der Europäischen Union. Das wollte auch die kroatische Gemeinschaft in Geilenkirchen gebührend feiern.

Draga Rosic ist gebürtige Kroatin und kam mit ihrer Familie vor 40 Jahren nach Deutschland. Zunächst lebte sie mit ihrem damaligen Ehemann in Bad Godesberg. In Bonn wurden Tochter Steffi und Sohn Robert geboren. Nach 15 Jahren am Rhein zog die Familie Rosic an die Wurm nach Geilenkirchen. Hier betrieb Draga die damals beliebte „Dohlenklause“, hatte sich längst an die Lebensweise der Deutschen gewöhnt. Viele in der Region lebende Landsleute folgten Draga Rosic und fanden in Geilenkirchen oder auch Heinsberg eine neue Heimat. Zwei der bekanntesten unter ihnen sind Niko und Nicci, die in der Gastronomie im Sportpark Loherhof ihren Lebensunterhalt verdienen.

Dragas Herz hängt zwar noch an Kroatien, aber nicht zuletzt deswegen freut sie sich über den EU-Beitritt ihres Geburtslandes. „Das verbindet Deutschland und Kroatien noch mehr“, sagt die Restaurantbesitzerin, die mit vielen Freunden in den Beitrittstag hinein feierte. Ihr „Kleines Haus“ in der Konrad-Adenauer-Straße war dazu festlich geschmückt und teils in die Nationalfarben rot-weiß-blau gehüllt. Für den Festtag bot sie speziell kroatische Speisen, Wein und Bier aus ihrem Heimatland an.

Aber nicht nur ihre Landsleute, auch viele Menschen aus der Umgebung, die sich für Kroatien interessieren, waren zur EU-Party gekommen und erfreuten sich der Stimmung, die im Kleinen Haus herrschte. Die Lebensfreude zeigte sich in Gesang und Tanz und schien ansteckend. Eine Gruppe kroatischer Musiker traf mit Melodica und Akkordeon den richtigen Ton.

„Wenn man die Sprache eines Landes versteht, zieht man den Hut vor dieser Nation“, sagt Waltraut Philippen. Die Künstlerin aus Heinsberg hatte anlässlich des EU-Beitritts einige ihrer Werke im Kleinen Haus ausgestellt, eine Hommage an Kroatien. Waltraut Philippen arbeitet mit Acryl und Mosaiktechniken und hat unter anderem holländischen Meeressand für die Motive verwendet. Besonders stolz ist sie aber auf die „selbst erschnorchelten Muscheln und Seesterne von der kroatischen Adria“, die ebenfalls in manchen Bildern verwendet wurden.

Waltraut Philippen liebt das Land und bringt das sogar mit der Geige zum Ausdruck: Sie spielte zur Feier die kroatische Nationalhymne „Lijepa nasa Domovino“ (Unsere schöne Heimat) und erhielt dafür stürmischen Applaus. Bemerkenswert: Seit einiger Zeit besucht die Heinsbergerin einen Sprachkurs für Kroatisch bei der Volkshochschule und nahm kürzlich auch an einem Vortrag über das Land im Kleinen Haus teil.

So kam die Verbindung zu Draga Rosic und in Folge die Ausstellung zustande. Im Übrigen können die Landschaftsbilder von der kroatischen Insel Cres bis zum 30. August im Kleinen Haus betrachtet werden.

Neben der künstlerischen Note ging es am Wochenende jedoch darum, dass Kroaten mit ihren deutschen Freunden in die Nacht hinein feierten. Und rund drei Dutzend lebensfreudige Menschen stießen pünktlich zur Mitternacht gemeinsam auf den Beitritt Kroatiens zur EU an.

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