Milder Winter: Äste zurückschneiden statt Schneeräumen

Von: Jan Mönch
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Fahrradfahren wäre am Wurmweg vor fast auf den Tag genau zwei Jahren (linkes Bild) eher keine gute Idee gewesen. Ganz anders sah es am Dienstag aus. Foto: Bienwald
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Fahrradfahren wäre am Wurmweg vor fast auf den Tag genau zwei Jahren (linkes Bild) eher keine gute Idee gewesen. Ganz anders sah es am Dienstag aus. Foto: Bienwald

Übach-Palenberg/Gangelt. Am Montagmorgen kamen die Mitarbeiter von Günter Paulzen dann doch mal kurzzeitig ins Schwitzen. Um fünf Uhr früh sah es für den Bereitschaftsführer nach einer ruhigen Schicht aus. Um sechs waren dann die Scheiben der Autos zugefroren. „Und um sieben Uhr hat ’s dann noch mal so richtig angezogen“, berichtet Paulzen. Es war einer der wenigen Wintereinsätze für das Team vom Bauhof in Gangelt, der vierte oder der fünfte erst.

 „Bisher ist es wirklich sehr ruhig“, sagt der Bauhofleiter. Mit dem Wetter ist es eben so eine Sache: Es kommt selten so, wie bestellt. „Sobald die ersten 25 Tonnen Streusalz raus sind, wird nachgeliefert“, hatte etwa Paulzens Geilenkirchener Pendant Wolfgang Jansen noch Mitte November versprochen – in der Annahme, dass die gebunkerten 100 Tonnen rasch zu wenig sein könnten. Nun sieht es so aus, als könnte der Großteil des angelegten Vorrats für den nächsten Winter zurückgelegt werden.

„Irgendwann“, sagt Günter Paulzen zwar, „verkrustet das Salz.“ Zwei bis drei Jahre könne man es aber ruhig liegen lassen. Seine Leute in Gangelt haben bisher lediglich fünf bis sechs Tonnen über die Straßen von Birgden bis Vinteln verteilt. Die Kollegen freuten sich derweil über humane Arbeitszeiten. „Und der Lohnzahler freut sich natürlich auch“, sagt Günter Paulzen – denn der braucht keine Zuschläge zu zahlen.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation zurzeit bei den Kollegen in Übach-Palenberg. „Über frierendes Wasser sind wir bisher sechs Einsätze gefahren“, berichtet Leiter Gottfried Mannheims. Immerhin um die zehn Tonnen Material sei man dabei quitt geworden. 75 Tonnen hatte man sich zu Beginn des Winters gesichert, sich bei Eurosalz in Duisburg außerdem eine Vorbestellung gesichert. Und es sieht ganz so aus, als ob die Salzhändler im Ruhrgebiet darauf fürs Erste sitzen bleiben. Der Bereitschaftsführer muss ab einer Temperatur von vier Grad Celsius oder weniger morgens raus. Die Kollegen kann er meist schlafen lassen.

Alle drei Bauhofleiter erinnern sich sicherlich noch gut an den Winter 2009/2010. Ende Januar musste die Kreisstraßenmeisterei damals verkünden, schlicht und ergreifend nicht mehr streuen zu können. Komme, was wolle. Und rund zwei Wochen später kam es erstmals zu einer winterbedingten Autobahnsperrung. Betroffen war damals die A44 auf einer stattlichen Länge von 52 Kilometern. Gut und begrüßenswert also, dass an verantwortlicher Stelle mittlerweile offenbar nach dem Motto „Besser zu viel als zu wenig“ verfahren wird.

Bleibt die Frage, was die Mitarbeiter der Bauhöfe nun mit dem lieben, langen Arbeitstag anfangen. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, alle Bäume schön in Ruhe zurückzuschneiden“, berichtet Gottfried Mannheims. Dafür sei in den vergangenen Jahren erst nach der großen Schneeschmelze Zeit gewesen. Lediglich die Bepflanzung an Sportplätzen müsse warten. „Dafür bräuchten wir nämlich wiederum so richtigen Frost.“ Denn nur ein ordentlich durchgefrorener Untergrund stelle sicher, dass mit dem schweren Gerät die Sportplätze nicht kaputt gefahren werden. Es ist eben so eine Sache mit dem Wetter. Es kommt eigentlich nie so, wie bestellt.

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