„Marienlob” des Kirchenchors St. Fidelis: Programm mit viel Abwechslung

Von: Johannes Gottwald
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Ein gelungenes Konzert präsen
Ein gelungenes Konzert präsentierte der Kirchenchor an St. Fidelis Boscheln. Foto: Johannes Gottwald

Übach-Palenberg. Petrus meinte es an diesem Tag nicht besonders gut mit der Sängerschar von St. Fidelis aus Boscheln: Die Zuhörer schafften es noch gerade rechtzeitig „trockenen Fußes” in die Kirche an der Roermonder Straße, dann setzte Platzregen mit Blitz und Donner ein.

Doch schon die feierlichen Klänge des „Voluntary II” von Samuel Long ließen das Wettergeschehen draußen vergessen und stimmten wirkungsvoll auf das nachmittägliche Konzert ein.

Für das „Marienlob” hatte der Kirchenchor St. Fidelis ein farbiges und interessantes Programm zusammengestellt. Am Beginn wurde auch das Publikum mit einbezogen, denn das Lied „Gegrüßet seist du Königin” war in der Bearbeitung von Willy Trapp als Überchor gestaltet.

Sehr hübsch und dezent erklang auch das „Gegrüßet seist du Maria” von Josef Butz nach einer Weise aus dem 19. Jahrhundert. Danach stieg Chorleiter Wilfried Hirche wieder auf die Orgelempore und intonierte das „Ave Maria” von Franz Liszt, wobei er die zarten, romantischen Register der Orgel sehr gezielt einsetzte.

„Wie fernes Glockengeläute” hat Liszt selbst als Vortragsanweisung am Beginn des Werkes angegeben, dessen Melodie und Harmonik auf den Renaissance-Komponisten Arcadelt zurückgehen. Das gleiche Verfahren hat Liszt auch in seiner „Evocation de la Chapelle Sixtine” angewendet, wo das „Miserere” von Allegri und das „Ave verum” von Mozart thematisch verarbeitet werden.

Mit dem „Ave Maria” von Franz Schubert brachte dann die Sopransolistin Susanne Peschen aus Heinsberg (die dankenswerterweise kurzfristig für die erkrankte Angelika Lohren eingesprungen war) eines der bekanntesten Lieder des Wiener Frühromantikers zu Gehör. Genau genommen handelt es sich dabei um eine weltliche Komposition, deren Text einer Ballade des schottischen Dichters Sir Walter Scott entnommen ist. Dann verlas Norbert Breuer einen meditativen Text, dem später noch weitere als Zwischeneinlage folgten.

Beim „Air” aus der D-Dur-Suite von Johann Sebastian Bach kam dann erstmals Martina Faber mit der Querflöte zum Einsatz. Sie meisterte ihren Part sicher und einfühlsam, während die Orgelbegleitung taktmäßig nicht immer übereinstimmte. Umso besser gelangen danach die Chorsätze „O Maria, sei gegrüßt” von Hans Berger und das „Salve Regina” von Michael Haydn.

Dunkel und schwermütig zog das „Ave Maria” von Guilio Caccini vorüber, während die romantische-sentimentale „Ave Maria”- Meditation (über das erste Präludium aus dem wohltemperierten Klavier von Bach) von Charles Gounod wieder zu lichteren Gefilden überleitete. Der Komponist sprach zwar später in selbstkritischer Rückschau von einer „Entgleisung”, was jedoch der ungeheuren Popularität dieses Stückes wenig Abbruch getan hat.

Zu einem bemerkenswerten Wechselspiel zwischen Musik und gesprochenem Wort kam es beim anschließenden „Magnifikat du quintieme ton” aus dem 17. Jahrhundert. Hier wurden die Bibelverse zum einen Teil von Norbert Breuer gesprochen, zum anderen Teil auf der Orgel vorgetragen. Auch beim „Ave Maria” von Tomas Lui de Victoria gelang dem Boschelner Kirchenchor unter dem sicheren Dirigat von Wilfried Hirche eine überzeugende Wiedergabe. Ganz deutlich konnte man dabei die uralte gregorianische „Ave Maria”-Weise heraushören. Alle Stücke wurden übrigens von Wilfrid Hirche auch selbst am Keyboard begleitet.

Zu den beliebtesten Chorstücken von Wolfgang Amadeus Mozart gehört neben dem „Ave verum” zweifellos das „Laudate Dominum” aus der „Vespera solennes de Confessore” KV 339. Den ersten Teil gestaltete Susanne Peschen nochmals mit einem prächtigen Sopran-Solo, während der Chor das abschließende „Gloria Patri” übernahm. Mit dem spätromatischen „Prélude in D” von Alphonse Mailly sorgte Wilfried Hirche an der Orgel dann für den glanzvollen Ausklang eines gelungenen Konzertes.
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