Wassenberg/Birgden - „Mann vom Dorf” mit offenen Augen: Willi Wagels stellt im Rathaus aus

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„Mann vom Dorf” mit offenen Augen: Willi Wagels stellt im Rathaus aus

Von: kkli
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Weit gespannt ist die Maltechnik und Ausdruckskraft der Malerei von Willi Wagels aus Birgden: Von der einführenden Aquarelltechnik des Ausstellungsortes „Burg und St. Georg Wassenberg” bis zur selbst entwickelten Technik des Bildes einer „betenden Frau” in der Abteilung religiöse Malerei. Foto: Karin Klimmeck

Wassenberg/Birgden. Es gab schon manche beeindruckende Vernissage für heimische Künstler im Wassenberger Rathaus - aber bisher noch keine, die nach freundlicher Begrüßung der zahlreichen Gäste durch einen Pfarrer einfühlsam kommentiert wurde.

Stellvertretender Bürgermeister Leo Stassny übergab das Wort an Pfarrer Günter Rosenkranz von der evangelischen Gemeinde Oberbruch. Freundschaftliche Beziehungen mit Willi Wagels aus Birgden haben eine dauerhafte Verbindung zum 74-Jährigen geschaffen, der selbst im Alter sein ganzes Sein in seine künstlerische Arbeit einbringt.

Pfarrer Rosenkranz kennt diesen „Mann vom Dorf”, der sehr heimatverbunden und den Menschen zugetan ist, der Fingerspitzengefühl für neue Entwicklungen hat, der mit offenen Augen durch die Welt geht und vor allem im religiösen Leben einen festen Halt findet, der ihn immer wieder zu neuen Ideen als Maler mit tiefgründiger Beobachtung führt.

Der 1936 in Birgden geborene Willi Wagels ist gelernter Bautechniker. Schon von daher kennt er sich gut auch mit Formen und Werkstoffen aus, mit denen er gerne bei seiner eigenen Maltechnik experimentiert.

Farbenfreudiges Bild

Materialbilder und Styrodur als Basis mit eigener Bearbeitungsmethode folgten schon bald nach der einführenden Aquarellmalerei. Ein farbenfreudiges Bild von Burg und historischem Panorama von Wassenberg steht für diesen eigenen Stil.

18 Jahre war Willi Wagels Vorsitzender und Spielleiter beziehungsweise Bühnenbildner seiner heimischen Laienspielgruppe. Zu seinen Lehrgängen gehörte auch ein Bühnenbauerpraktikum am Stadttheater Krefeld. Die Fotografie ist nach wie vor ein wichtiger Ausgangspunkt für seine Sicht der Dinge mit dem Pinsel.

Seminare an der Kunstakademie Vulkaneifel, in Belgien, in Aachen und eine ganze Reihe Wochenendseminare zeigen, dass der Spätberufene „nicht zu spät gekommen ist” und alles ausschöpft, was seinen eigenen künstlerischen Weg bis ins Alter hinein manifestiert.

Die Wassenberger Ausstellung geht über drei Rathausgeschosse. An den Bildergalerien von Willi Wagels geht man einfach nicht vorbei. Der Betrachter wird gefordert. Den tiefsten Eindruck vermittelt der Ausstellungsteil im zweiten Stockwerk. Das sind „die religiösen Hintergründe”.

Sie beginnen mit der „Vision Mariens am Gründonnerstag”, setzen sich fort mit dem „Neuen Leben, das aus den Nägeln wächst”. Was müsste wohl dieser Künstler in einen Krippenbau einbringen, denn sein Bild „Vom Holz der Krippe zum Holz des Kreuzes” umfasst den tiefen Sinn von Geburt bis Kreuzestod Christi.

Eines der am meisten faszinierenden Bilder ist die Wiedergabe des zur Zeit in Turin wieder ausgestellten „Grabtuches Christi”. Dieses Bild lässt den Betrachter nicht los. Bezwingend auch das Bild einer betenden Frau vor dem Kreuze.

Dieser umfangreiche, sehr sorgfältig ausgewählte und aufgehängte Teil der Ausstellung ist allein schon einen Besuch wert. Er ist Ermunterung und regt zum Nachdenken an in einer Zeit, in der im religiösen Bereich so viel in Bewegung geraten ist.

Der 74-jährige Künstler wurde begleitet von vielen Freunden aus dem Selfkant und von seiner Ehefrau Maria. Seine Tochter Heike gehörte als Saxophonistin mit Michael Kowalsky als Drummer und Christoph Esser als Gitarrist einer kleinen Band an, die der Vernissage einen musikalischen Rahmen gab. Der Gedankenaustausch in den Rathausgängen war entsprechend.

Noch bis Ende Juni zu besichtigen

Die Ausstellung ist noch bis Ende Juni im Rathaus Wassenberg zu den allgemeinen Öffnungszeiten (montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr) zu besichtigen.

Willi Wagels dankte der Stadt Wassenberg mit dem stellvertretenden Bürgermeister Leo Stassny und Gabi Jansen vom Kulturamt, vor allem jedoch seinen vielen Freunden, für die wohltuende Begleitung der Ausstellung.

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