„Man soll mental darüber stolpern”

Von: Georg Schmitz
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Christa Nickels, Tanja Bodewig
Christa Nickels, Tanja Bodewig (v.l.), Peter Pauli, Roswitha Steffens, Uwe Böken, Karl-Heinz Nieren, Peter Frisch und Heinz Wolf (v.r.) überbringen Bürgermeister Thomas Fiedler einen Antrag auf Verlegung von Stolpersteinen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Ein außergewöhnlicher Antrag bedarf einer außergewöhnlichen Behandlung, mag Bürgermeister Thomas Fiedler gedacht haben.

Der Erste Bürger der Stadt hatte den Großen Sitzungssaal im Rathaus bereitgestellt, um einer Initiative einen gebührenden Rahmen zu verschaffen: Tanja Bodewig, Christa Nickels, Roswitha Steffens, Uwe Böken, Peter Frisch, Karl-Heinz Nieren, Peter Pauli und Heinz Wolf überbrachten einen an den Bürgermeister und die Ratsvertreter adressierten „Antrag auf Verlegen von Stolpersteinen”.

Diese in Gehwege einzubringenden kleinen Mahnmale sollen an die zahlreichen jüdischen Familien erinnern, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Geilenkirchen lebten und Opfer des Holocaust wurden. Bereits in 710 deutschen Kommunen kam das vom Kölner Künstler Gunter Demnig vor Jahren ins Leben gerufene Stolpersteine-Projekt zum Tragen.

33 000 Steine der Erinnerung wurden vor den früheren Grundstücken oder Häusern jüdischer Mitbürger verlegt. Seit Monaten befassen sich auch in Geilenkirchen die evangelische und katholische Kirche, weiterführende Schulen und interessierte Bürger mit der Geschichte der Juden in Geilenkirchen.

Geilenkirchen war damals die Heimat für eine der größten jüdischen Gemeinden in der Region Aachen. Unmittelbar nach der Reichspogromnacht wurden diese Familien aus der Stadt vertrieben. Die sich mit der jüdischen Geschichte befassenden Initiativen wollen das Andenken an die Geilenkirchener Juden den nachrückenden Generationen bewahren. In den letzten Monaten und Jahren haben die engagierten Geilenkirchener Bürger dieses Kapitel der Geschichte aufgearbeitet.

Die Initiative beabsichtigt nun, zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und zur Mahnung für zukünftige Generationen die Stolpersteine im öffentlichen Raum zu verlegen. „Wir werden keine Stolpersteine ohne Zustimmung der aktuellen Hausbesitzer verlegen”, macht die Parlamentarische Staatssekretärin a.D. Christa Nickels sofort klar.

Der Preis für einen Stolperstein belaufe sich derzeit auf 120 Euro. Die Kosten würden aber durch Sponsoren und Paten getragen. Jedoch sollten Bauhofmitarbeiter ihre Arbeitskraft mit einbringen. Bürgermeister Thomas Fiedler unterstützt das Projekt „Stolpersteine”. „Man soll mental darüber stolpern”, sagt er bei der Entgegennahme des Antrages.

Die letzte Entscheidung, ob in Geilenkirchen in naher Zukunft Stolpersteine verlegt werden, obliegt dann dem Rat
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