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Lizenz für eine nahe Betreuung

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Das wird eine „runde Sache”, vertrauen (v.l.) Vorsitzender Hubert Tholen, Mannschaftsbetreuer Frank Bienwald und Geschäftsführer Manfred Peters auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Jugendbetreuer Philipp Wienen (2.v.r.), der beim SV Breberen als Zivildienstleistender angeheuert hat.

Gangelt-Breberen. Der neue Job beginnt mit Abwesenheit. Das war dem Vorstand aber klar. Denn Philipp Wienen startet seine einjährige Laufbahn als fester Jugendbetreuer Anfang August mit einem Lehrgang in der Sportschule Hennef.

15 von 25 Pflicht-Schulungstagen absolviert der 19-Jährige schon mal en bloc, bevor er zum SV Breberen zurückkehrt. Ganz gemäß seinem Auftrag - als Zivildienstleistender. Die Entwicklung bis zu dieser für Sportvereine ungewöhnlichen Unterstützung dauerte rund ein Jahr. Mannschaftsbetreuer Frank Bienwald entwickelte die Idee weiter, die seit 2002 behördlich erlaubte Verwendung eines Zivildienstleistenden bei der Betreuungsarbeit für seinen Verein zu nutzen. Diese Zeitung berichtete am 5. September 2009 von den offiziellen Schritten, die über den Verband Sportjugend NRW nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Dazu muss man jedoch einen Kandidaten haben, der sich für diese Arbeit interessiert, pädagogisches Geschick im Umgang mit Kindern zeigt. Verkehrt wäre auch nicht, käme der junge Mann aus der näheren Umgebung. Der Vorstand des Sportvereins 1920 Breberen um den Vorsitzenden Hubert Tholen und Geschäftsführer Manfred Peters sollte - blicken die Herren zurück - richtig Glück haben mit ihrem Appell.

Denn Schierwaldenrath ist unmittelbare Nachbarschaft. Dort wohnt Philipp Wienen, der seit sieben Jahren Fußball spielt, sogar für den Jugendverbandsligisten Dürwiß, und für die Zeit nach seinem Abitur einen Platz als „Zivi” suchte. Philipp Wienen las vom Angebot. Ein Anruf bei Frank Bienwald noch am gleichen Tag setzte in Bewegung, was jetzt Realität geworden ist.

„Das hat mich sofort interessiert”, erinnert sich der nun 19-Jährige, der später Maschinenbau an der RWTH Aachen studieren möchte. „Über das sportliche Merkmal hinaus weiß ich, wie wichtig die Betreuung der Kinder auch in der Grundschule ist.” Denn die Unterstützung beim Sportunterricht in der Schule Breberen und Birgden wird über die Betreuungsaufgaben hinaus zum Umfang der 39-Stunden-Woche von Philipp Wienen gehören.

„Die Pflege sozialer Kontakte in diesem Umfeld ist vielfältig”, sagt Geschäftsführer Peters. „Philipp könnte beispielsweise auch mal einen Ausflug planen.” Oder ein Mädchen-Fußballteam aufstellen. Dieser Wunsch war schon vor einem Jahr aus den Schulen an Frank Bienwald herangetragen worden. Der SV Breberen leistet ohnehin seine Jugendarbeit in Kooperation mit Langbroich/Schierwaldenrath.

„Mit der Arbeit von Philipp bekommt der Verein eine große Hilfe für den gesamten Betreuungssektor der Jugend”, freut sich Vorsitzender Tholen. Interesse muss man nicht mehr wecken; allein die Breberener C-Jugend zählt schon 23 Aktive. „Die WM 2006 hat einen Boom ausgelöst”, erklärt Manfred Peters.

Die Verantwortlichen beider Grundschulen warten jedenfalls schon gespannt darauf, was der junge Zivildienstleistende - der seine achtmonatige Pflichtzeit um vier Monate auf ein „Soziales Jahr” verlängert - bewegen kann. „Auf jeden Fall will ich Spaß und Abwechslung rüberbringen”, sagt Philipp Wienen.

In gut drei Wochen ist er zurück aus Hennef, mit einer frischen C-Trainerlizenz.
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