„Living Library“ erzählt wahre Lebensgeschichten

Von: mabie
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Martha Keller, Nicole Abels-Schell vom Bürgertreff, Ganesh Kumar Chowdry, Sonja Wolf, Jürgen Benden vom Bürgertreff und Willi Goertz (v.l.) bei der „Living Library“. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. 30 Minuten mit einem Buch können ganz schön kurz sein. Oder ausreichend, um ein Gefühl zu geben, wie der Autor schreibt und auf welche Gedankenreise er seine Leser mitnehmen will. Die halbe Stunde Zeit hatten auch die vielen Besucher, die am Freitagabend vom Angebot der „Living Library“ im Bürgertreff in Geilenkirchen Gebrauch machten.

Allerdings verkrümelten sie sich nicht mit einem Schmöker in eine Ecke des Treffs in der Alten Poststraße, sondern durften sich unter vier Augen mit „lebenden Büchern“ unterhalten.

Dazu waren mit Sonja Wolf, Ganesh Kumar Chowdry, Martha Keller und Willi Goertz vier leibhaftige Autoren zu den Menschen in den Bürgertreff gekommen. Der Hinweis von Jürgen Benden, die Bücher bitte unbeschädigt und ohne Eintragungen zurückzugeben, wurde bei der Eröffnung dieser zweiten Veranstaltung ihrer Art mit Schmunzeln zur Kenntnis genommen. „Wichtiger ist aber, dass alle Fragen erlaubt sind, aber nicht auf alle Fragen geantwortet werden muss. So konnten die Gäste an diesem Abend in nur einer halben Stunde vielleicht viel tiefer in die Geschichte einsteigen, als das beim flotten Lesen der Fall gewesen wäre. Dabei waren die Geschichten an sich weit gestreut.

So erzählte Sonja Wolf in ihrem Buch „Wasch deine Hände in meiner Suppe“ von Werten und Normen in Deutschland und in ihrem Heimatland. Ganesh Kumar Chowdry berichtete in seinem autobiographischen Werk „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ über seine Flucht aus Afghanistan und das Leben als Asylsuchender in Deutschland. Willi Goertz zeichnete im Buch „Erlebt und unvergessen“ die Wege von Menschen nach ihrer Zwangsevakuierung im Zweiten Weltkrieg nach. Martha Keller schließlich fasste in ihrem Buch „Mein Vater, der fremde Soldat“ ihren Erinnerungen an Krieg und Vertreibung nach.

Wer wollte, durfte so sogar gleich vier Bücher in zwei Stunden erleben und kam am Ende einer gelungenen Veranstaltung auch in den Genuss, die Autoren selbst sprechen zu können. „Das Konzept ist toll, allerdings ist es immer schwierig, zunächst Autoren zu finden, die als lebendes Buch erzählen wollen, und dann noch gleich vier von ihnen für einen gemeinsamen Termin zu gewinnen“, stellte Jürgen Benden fest. Doch die freiwillige Arbeit des Bürgertreffs Geilenkirchen hat sich schon gelohnt, denn am Freitag, 14. November, steht um 18 Uhr die dritte Runde der „Living Library“ an. Spannend wird es in jedem Fall, denn auch, wenn die Autorenrunde noch nicht feststeht, ist schon jetzt klar, dass Bücher dann lebendig werden.

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