Geilenkirchen - Leitungsnetz besonderer Art für die Bahn

Leitungsnetz besonderer Art für die Bahn

Von: Georg Schmitz
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Judith Meuter (l.) überreicht
Judith Meuter (l.) überreicht der siegreichen Janusz-Korczak-Schule in Geilenkirchen mit Schulleiter Leo Windelen, Julian Bethke, Pascal Lindau, Dieter Reinartz und Christoph Mauermann (v.r.) die Urkunde. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Janusz-Korczak-Schule in Geilenkirchen hat bei einem von der RWE-Deutschland AG ausgeschriebenen Projekt einen großen Coup gelandet. Bei der Konkurrenz zum Thema „Energie mit Köpfchen” siegten die Schüler Julian Bethke, Pascal Lindau, Christoph Mauermann und Marcel Mombartz in der Kategorie Sekundarstufe I. und gewannen zusammen mit einer weiteren Schule punktgleich den Hauptpreis.

Unter der Projektleitung von Lehrer Dieter Reinartz hatten sich die Jungs Gedanken über regenerative Energien an Oberleitungsmasten der Deutschen Bundesbahn gemacht. So entstand ihr Konzept „Trains and Wind”, was bereits beim bekannten Wettbewerb „Jugend forscht” für reges Interesse bei Industrie und Wirtschaft gesorgt hatte.

Das Klima schonen

Die Janusz-Korczak-Schüler setzten mit ihrer Idee an der vorhandenen Infrastruktur der Deutschen Bahn an. Die rund 600.000 Oberleitungsmasten entlang der DB-Strecken sollten „nicht ungenutzt herumstehen”, dachten sich die Schüler. Auf den Plattformen könnten vertikal rotierende Windkraftanlagen mit einer Leistung von je rund sechs Kilowatt installiert werden.

Zusammen mit ihrem Lehrer Dieter Reinartz hat das technisch begabte Quartett errechnet: „Würden alle Oberleitungsmasten mit einer derartigen Anlage ausgerüstet, käme man auf eine Gesamtleistung von rund vier Millionen Kilowatt.” Langfristig könnte so mit dieser Maßnahme die Nutzung der Bahn Klima schonender gestaltet werden.

In diesen Tagen kam nun der große Tag für die Schüler und ihren Lehrer. RWE-Schulwettbewerbskoordinatorin Judith Meuter überbrachte den Siegern den mit 2000 Euro dotierten Preis. Zusätzlich hatte der große Energieversorger das Projekt schon im Vorfeld mit einer Anschubförderung finanziell unterstützt. „Dieses Team zeigt sehr viel Ehrgeiz, Fleiß und Begeisterung”, heißt es in der Begründung der unabhängigen Jury mit Vertretern aus Bildung, Energiewirtschaft, Medien und Politik. „An dem Projekt hat die ganze Gruppe mitgearbeitet. Sie haben sich alle intensiv mit dem Thema Erzeugung regenerativer Energien auseinandergesetzt und gelernt, dass es oft einiger Kraftanstrengung bedarf, um auf diesem Sektor noch etwas neues zu entwickeln”, sagte Judith Meuter bei der Überreichung der Urkunde.

„Mit dieser Idee zeigen die Schüler einen Weg auf, Strom dort zu produzieren, wo er bisher verbraucht wird”, lobt Judith Meuter das Engagement der Projektgruppe. An dem Wettbewerb „Energie mit Köpfchen” der unter dem Motto „Mitdenken, Vordenken, Querdenken” stand, hatten sich 120 Schülerteams aus drei Bundesländern beteiligt, hieß es. Intention sei es gewesen, Schüler zum bewussten Umgang mit Energie zu sensibilisieren.

Konzept mit Zukunft

Die Geilenkirchener Schüler haben zusammen mit ihrem Lehrer ein Modell dessen erstellt, wie sie sich ein Windrad auf einem Oberleistungsmast der Bahn vorstellen. „Mit unserem Konzept kommen von der erzeugten Energie auch 100 Prozent an, es gibt sogar Speichermöglichkeiten”, erläutert Dieter Reinartz. Der Projektleiter und auch Schulleiter Leo Windelen sind überzeugt, dass das Konzept in Zukunft umgesetzt werden kann. Entsprechend haben sich auch Fachleute bereits geäußert.

Einen Aspekt haben die jungen Entwickler außer Acht gelassen, nämlich ein Patent auf ihre „Erfindung” anzumelden. Dafür ist es jetzt zu spät, denn ihre „Windkraftanlagen auf DB-Oberleitungsmasten” sind bereits veröffentlicht.
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