Lehre vom Wandel zum guten Menschen

Von: Danielle Schippers
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Joseph (M.), von seinen eifersüchtigen Brüdern verraten und verkauft, erduldet viel Schmach, bis er über die Traumdeutung der sieben fetten und sieben dürren Kühe zum unverzichtbaren Berater am Hofe des Pharos in Ägypten aufsteigt. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. Eine liebevoll gestaltete Inszenierung des Bibelstücks „Joseph und seine Brüder“ führten mehr als 50 Kindern aus dem Vor- und Kinderchor von Sankt Marien auf. Sie trugen das Publikum förmlich auf eine Reise ins Alte Testament.

Die Geschichte von Joseph stammt aus dem ersten Buch Mose (Genesis) und gilt als recht bekannt. Joseph ist der jüngste Sohn Jakobs, und der liebte Joseph mehr als seine anderen Kinder. Josephs Brüder werden eifersüchtig und neidisch auf ihn, auch weil er seine Stellung beim Vater ausnutzt.

Die Brüder fassen einen grausamen Plan, werfen Joseph in einen Brunnen und verkaufen ihn später als Sklaven an eine Karawane, die nach Ägypten zieht. Durch eine Intrige landet er dort im Gefängnis. Doch Joseph kann Träume deuten und wird der engste Berater des Pharaos, weil er ihm dessen Traum gedeutet hat, in dem „sieben fette und sieben dürre Kühe“ erschienen sind.

Die Deutung, lautet, dass auf sieben erntereiche Jahre sieben Dürrejahre folgen. Joseph also rät dem Herrscher, große Kornspeicher zu bauen und das Korn sparsam zu verwalten.

Engagierte Darsteller

Im dritten schlechten Jahr kommen die Menschen sogar aus den Nachbarländern, um in Ägypten Getreide zu kaufen, denn sie haben nicht vorgesorgt. Auch Josephs Brüder aus Kanaan kommen, erkennen in dem Mann vor ihnen aber nicht den Bruder, den sie verkauft haben. Durch eine List führt Joseph ihnen vor Augen, wie falsch ihr Handeln damals war, verzeiht ihnen aber.

Die Inszenierung unter der Leitung von Bernd Godemann nach dem Musical von Gerd Peter Münden überzeugte durch poppige Jazz-Stücke und engagierte Kinderdarsteller, die sich teilweise wirklich lange Texte merken konnten und neben den Liedern des packenden Musicals auch den schauspielerischen Ablauf des Stückes sehr gut einstudiert hatten. Schon eine große Leistung bei mehr als 50 Kindern zwischen vier und 13 Lebensjahren. Liebevolle und für diesen Rahmen aufwändige Kulissen wie auch handgenähte Kostüme für so viele kleine Schauspieler zeigten, dass viele Beteiligte geholfen haben.

Bernd Godemann hat es mit diesem Musical, das nach 15 Jahren schon Tradition hat, erreicht, aus so vielen Kindern und deren Stimmen ein zusammenpassendes Klangbild zu formen, das das Publikum in St. Marien rührte und begeisterte. Begleitet wurden die Chöre von einem professionellen Instrumentalensemble, was die Aufführung erheblich aufwertete. Dorothea Merkle (Violine), Bettina Herbst (Flöte), Juana Jorden (Cello), Anja Henneken (Klarinette) und Kairit Sidra (Klavier) begleiteten die Kinder musikalisch durch die anspruchsvollen Stücke. Eingängige und trotzdem schwierige Lieder hatte der Chorleiter mit den Kindern einstudiert, beispielsweise eine Adaption des „Gefangenenchors“ aus Nabucco, der bekannten Oper von Verdi.

„Diesmal waren mehr jüngere Kindern dabei. Da ist es schwerer für den Einzelnen, konzentriert zu bleiben. Aber ich bin stolz auf die Kinder“, lobte Bernd Godemann nach der Aufführung seine Chöre. Ein großer Dank ging an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die viel Zeit in das Musical investiert hatten. Lob gab es auch an die Adresse von Heike Wamper, Sophie von Wrede und Alexandra Feld für den Auf- und Abbau sowie die Organisation der Requisiten und Elke Ortwig für die Kostüme, Andreas Stassen, der sich um den Ton kümmerte, Anna Stassen und Hauke Godemann, die für das Licht zuständig waren, und bei Achim Bock, der das Bühnenbild baute.

Bei der Geschichte über Missgunst, Leid und Ungerechtigkeit, aber auch über Liebe, Versöhnung und Zusammenhalt konnten die Kinder nebenbei auch noch viel lernen. Henrike Godemann (12), die den Joseph spielte, brachte es nach der Aufführung auf den Punkt: „Es ist wichtig, dass sich Menschen vergeben können und dass sich Menschen zum Guten verändern können.“

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