Übach-Palenberg - Lebenshilfe baut sich ein weiteres „Haus”

Lebenshilfe baut sich ein weiteres „Haus”

Von: agsb
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Stein auf Stein, so bauten sic
Stein auf Stein, so bauten sich die Bewohner der Scherpenseeler Wohnstätte selbst ein „neues Zuhause”. Die Symbolik stand auch für das Wohlbefinden, das sich in der Gruppe im Scherpenseeler Haus über zehn Jahre entwickelt hat. Foto: agsb

Übach-Palenberg. Die Wohnstätte der Lebenshilfe Oberbruch im Übach-Palenberger Stadtteil Scherpenseel, direkt an der Grenze zu den Niederlanden, feiert ihr zehnjähriges Bestehen.

Zu diesem Anlass gab es ein Fest, das mit einer Riesendisco für den Vorabend des Festaktes begann. Zum Festreigen hatten die Bewohner alle Freunde und Bekannte eingeladen. Am Sonntag begann der Ehrentag mit einem Wortgottesdienst mit Diakon Peter Derichs.

Diese Festmesse sollte kein Gottesdienst wie jeder andere werden. Einige der Bewohner hatten rote Ziegelsteine - allerdings aus Styropor - mitgebracht, hielten diese fest in ihren Händen. „Gott baut ein Haus”, lautete das Motto des Wortgottesdienstes, und Peters Derichs ging mehrmals auf dieses Motto ein. Selbst der Diakon erlebte während des Wortgottesdienstes einige Minuten, die richtig ins Herz gingen und selbst Außenstehende sehr rührten.

Ein Fundament mit dem Motto „Wohnen heißt zuhause sein” war für einen kleines Haus symbolisch auf einem Tisch errichtet. Hier galt es nun, nach und nach Steine auf den anderen zu setzen, um ein lebendiges Haus fertigzustellen.

Die Bewohner der Wohnstätte hatten auf dem Ziegelstein ein Wort geschrieben, dies sollte den persönlichen Eindruck für das gemeinsame Wohnen wiedergeben. Wobei die Bewohner auch ihr Leitwort per Mikrophon zu den Gästen sprachen. „Trost finden”, „Freude” in der Gemeinschaft zu haben, neue „Freunde” gefunden zu haben, gemeinsames „Helfen”, „Umarmen”, „Tanzen”, „Feiern” und vieles mehr - die Bewohner demonstrierten, was sie bewegt, warum sie eine neue Heimat gefunden haben.

Als Esther mit leise Stimme ins Mikrophon ihre Freude über ihre neues Zuhause mitteilte, wurde es für Sekunden ganz still, und Esther eroberte in diesem Moment alle Herzen: „Ich bin froh, dass ich hier meine Freunde habe, leider leben meine Eltern nicht mehr.”

Nach dem letzten Ziegelstein wurde das Dach aufgesetzt, die Bewohner hatten sich ein neues Zuhause erbaut. Zum Abschluss des Wortgottesdienstes bildete sich eine Menschenkette im Festzelt am Wohnheim, gemeinsam wurde das „Vater unser” gebetet.

Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe, erinnerte an die Anfänge mit dem Bau einer Wohneinrichtung in Scherpenseel. Die Lebenshilfe ging damit weitere neue Wege, nicht nur im zentralen Standort Oberbruch mit den Werkstätten, mittlerweile auch in Erkelenz, präsent zu sein. Im ganzen Kreisgebiet suchte die Lebenshilfe nach geeigneten Grundstücken. „Am Anfang hatten wir keine Nachbarn”, so Edgar Johnen, mittlerweile sei das Gebiet an der Heerlener Straße Richtung Niederlande eine schöne kleine Wohngegend geworden. „Es schön, heute hier zu feiern”, freute es den Geschäftsführer, und er dankte dabei den vielen Mitstreitern für die Riesenaufgabe, Tag und Nacht präsent zu sein.

Ein Dank ging auch an die Freunde und Angehörigen der Bewohner, die ebenfalls allesamt mit dem Team und Bewohnern zu einer großen Einheit zusammengewachsen sind. „Wir sind im Ort angekommen, die anfänglichen Ängste wurden schnell genommen, und bei Festlichkeiten sind unsere Bewohner gern gesehene Gäste als Teil der Ortsbevölkerung geworden”, bekannte Edgar Johnen. „Die Erfolgsgeschichte der Lebenshilfe erlebt heute hier einen schönen Zwischenpunkt”, verwies der Geschäftsführer auf die Scherpenseeler Wohnstätte, in der 26 Bewohner eine Heimat gefunden haben.

Zum Fest spielte am Vormittag spielte die Privatmusikkapelle Scherpenseel. Den ganzen Tag über feierten die Bewohner mit ihren Familien, der Dorfbevölkerung und dem Wohnstättenteam das zehnjährige bestehen.
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