Übach-Palenberg - Leben mit Behinderung: CMG-Schüler gewinnen Eindruck

Leben mit Behinderung: CMG-Schüler gewinnen Eindruck

Von: mabie
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Nur mit einem an der Stirn befestigten Greifarm die Spielfiguren beim Dame-Spiel zu bewegen, ist gar nicht so einfach. Fotos (2): Bienwald Foto: Bienwald

Übach-Palenberg. „Ich bin Horst, wäre gern nochmal zwölf Jahre alt, bin aber 62“: So wurden die Schüler der Klasse 6b des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG) sicherlich noch nie begrüßt. Grund dafür war der Besuch des GIPS-Teams, das in einem Projekt zeigte, wie Menschen mit Handicap sich fühlen, durch den Alltag gehen und die Welt wahrnehmen.

Dazu hatte die bunt gemischte Truppe von GIPS – was auf Niederländisch für „Gehandicapten Informatie Project Scholen“, also Schulinformationsprojekt von Behinderten steht – nicht nur viele Informationen mitgebracht. Mit Hilfe von ganz einfachen Mitteln zeigten sie eindrucksvoll, wie es ist, wenn man sich nicht aller Sinne oder des gesamten Bewegungsapparates bedienen kann, um den Alltag zu meistern.

So nahm Horst, der mit Nachnamen Boltersdorf heißt und blind ist, ein paar Jungs an die Hand, dunkelte ihre Sicht durch eine Brille ab und ließ sie nur mit einem sogenannten Blindenstock durch eine Reihe von Schulstühlen wandern. „Ganz schön schwierig“, fand Niklas Görigk, der als erster mit dem Stock loswanderte. „Du musst den Stock nicht wie eine Bratpfanne halten, sondern wie einen Tennisschläger“, gab Horst Boltersdorf Niklas mit auf den Weg. Der Griff wurde geändert und ruckzuck war der Weg leichter.

Eine Station weiter schwang sich ein Mädchen zum ersten Mal in einen Rollstuhl. Genau musterte Annett Kumar, die nicht ohne dieses Gefährt auskommt, wie die Schülerin langsam und stockend den Weg zwischen einer Stuhlreihe hindurch nahm. „Hier sehen die Schüler einmal, wie kompliziert es sein kann, sich irgendwo hindurch zu manövrieren“, sagte Annett Kumar.

Drinnen übten einige Jungs, wie es ist, sich ohne funktionierende Arme dem Dame-Spiel zu widmen. Nur mit Hilfe eines an der Stirn befestigten Greifers bewegten sie ihre Figuren. Sehr beeindruckt, aber auch mit Elan dabei waren die Schüler, so dass es am Ende auch für Boltersdorf ein großer Spaß war. „Das Schönste ist, wenn die Kinder nach Hause kommen und von ihren Erlebnissen erzählen“, sagt er. Auch Kritik hat er sich schon anhören müssen, die aber durchaus positiv war. „Einmal kam ein Junge zu mir, klopfte mir auf die Schulter und sagte mir, dass er gar nicht gewusst habe, dass man mit Behinderten so viel Spaß haben kann.“

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