Lange Haft für gewerbsmäßige Diebstähle

Von: hk
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Geilenkirchen. Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Schönig einen 26-jährigen Angeklagten: „Sechs Fahrten ohne Fahrerlaubnis, drei gewerbsmäßige Diebstähle und Diebstahl, da war Ihr umfassendes Geständnis schon ganz entscheidend für das Strafmaß bei diesen vielen Vorstrafen”, erläuterte der Richter das Urteil.

Der Angeklagte sei drogenabhängig, habe mit seinen 26 Jahren nicht nur keine Berufsausbildung, er habe noch nie gearbeitet.

„Zur Drogenabhängigkeit gehört sicherlich Suchtdruck und auch der Rückfall bei einer Therapie”, führte der Richter aus. Wichtig für das Urteil sei auch gewesen, dass der Angeklagte zumindest zu dem, was seine berufliche Zukunft angehe, „mit seinem Berufswunsch Maurer” zu diesem günstigen Urteil beigetragen habe. Immerhin sei der Angeklagte insgesamt dreizehn Mal, davon in zehn Fällen einschlägig vorbestraft.

„Wichtig ist jetzt, dass der Angeklagte möglichst schnell eine Therapie nicht nur antritt, sondern auch abschließt und anschließend eine Berufsausbildung und sein weiteres Leben in vernünftige Bahnen lenkt. Sie schulden einen Erfolg, nicht nur das Bemühen darum”, gab der Richter dem Angeklagten mit auf den Weg. Das Urteil ist rechtskräftig, weil sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft das Urteil akzeptierten. Zu Beginn der Verhandlung hatte der 26-Jährige erklärt, dass er mit 13 Jahren Marihuana, mit 15 Jahren LSD und mit 21 Jahren Heroin, zum Schluss täglich vier Gramm, konsumiert habe.

Er habe nach dem Abbruch der Hauptschule zwar mal eine Berufsausbildung als Maler und Lackierer begonnen, diese aber schon im ersten Lehrjahr abgebrochen. Nach einer Inhaftierung im Jahr 2007 habe er eine Therapie in der Justizvollzugsanstalt (JVA) ebenso abgebrochen wie einen zweiten Versuch im Jahr 2010, als er ebenfalls in der JVA nach zwei Monaten rückfällig geworden sei.

Staatsanwältin Andrea Korte stellte auf Vorschlag des Gerichts die insgesamt acht Anklagepunkte einzeln vor, zu jedem Punkt nahm der Angeklagte sofort Stellung.

So bestätigte er den Diebstahl eines Autoschlüssels aus einem Korb in einem Übach-Palenberger Supermarkt am 3. September vergangenen Jahres ebenso wie den Diebstahl des zum Schlüssel gehörenden Autos. Außerdem stahl er aus dem Einkaufskorb auch die Geldbörse mit 400 Euro Inhalt. Am 14. September hatte er auf einem Supermarkt-Parkplatz in Würselen eine Geldbörse aus einem Einkaufskorb gestohlen und vermutlich schon vorher ein unverschlossenes Fahrzeug ausfindet gemacht, mit dem er flüchten wollte. Die Eigentümer der Geldbörse verfolgten den Angeklagten, denen er daraufhin die Geldbörse zurückgab, anschließend aber mit dem Fahrzeug flüchtete.

Am 1. Oktober gab es an einer Tankstelle in Übach-Palenberg einen BMW 850, bei dem der Schlüssel steckte. Auch dieses Fahrzeug stahl der Angeklagte, der nie im Besitz einer Fahrerlaubnis war.

Am 2. Oktober füllte er an diesem Fahrzeug an einer Tankstelle in Aldenhoven Kühlflüssigkeit nach. Am 7. Oktober stahl er in Jülich einen Pkw, der mit herausgerissenen Kabeln hinter einer Tankstelle abgestellt war, indem er das Fahrzeug kurzschloss. Und schließlich fuhr er am 20. Oktober gegen 14.25 Uhr mit Vollgas durch eine Übach-Palenberger Fußgängerzone, als er von Polizeibeamten verfolgt wurde. Nach dem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug flüchtete er zu Fuß, wurde von den Polizeibeamten aber festgenommen.

Drogenkonsum

„Wir haben umfangreich erörtert, welche Straftaten der Angeklagte begangen hat”, begann Staatsanwältin Andrea Korte ihr Plädoyer. Durch den Drogenkonsum sei er tatgeneigt gewesen, sein Geständnis und die Tatsache, dass ihm die Diebstähle leicht gemacht wurden, sprächen für ihn. „Ich fordere eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.”

Ähnlich sah es Strafverteidigerin Anna Carlius, der klar war, dass die Vorstrafen gegen ihren Mandanten sprächen. „Der Angeklagte hat sich deutlich gebessert, außerdem muss das Geständnis strafmildernd wirken. Ich fordere eine Freiheitsstrafe, die zwei Jahre nicht übersteigen sollten.”
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