Land unter in Scherpenseel: Hochwasser hält Anwohner in Atem

Von: -agsb-
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Übach-Palenbergs Stadtbrandmeister Friedel Mannheims verschaffte sich im Einsatzwagen einen Uberblick über die kleine Flut in der Heerlener Straße. Foto: agsb

Scherpenseel. Sintflutartige Regenfälle im Grenzgebiet haben am späten Samstagnachmittag viele Straßen zu reißenden Flüssen verwandelt, die Kapazitäten der Kanäle reichten nicht aus. Um 17.34 Uhr traf der erste besorgte Anruf bezüglich Hochwasser auf der Heerlener Straße bei der Leitstelle ein.

Die Anwohner der Heerlener Straße ahnten gleich nichts Gutes, denn mit Hochwasser hat man seine Erfahrungen, vorhandene Sandsäcke sollten Schlimmeres verhindern. In den 90er Jahren lief das Rückhaltbecken auf niederländischer Seite über, die Heerlener Straße glich einem Fluss, und besonders schlimm waren damals die vielen Schlammmassen.

Einige Scherpenseeler erinnerten sich gleich an alte Zeiten, Hochwasser auf der Heerlener Straße war keine Seltenheit. Ob nun am Samstag auch wieder ein Überlaufen des Rückhaltebeckens auf niederländischer Seite mitverantwortlich war, konnte von der Einsatzstelle der Feuerwehr nicht bestätigt werden. „Das glaube ich persönlich nicht, die Niederländer haben hier für den Hochwasserschutz gut vorgearbeitet”, so Josef Mehlkop von der Löschgruppe Scherpenseel. Er machte die extreme Wetterlage verantwortlich.

Von der Grenzstraat in Waubach aus wurden die Wassermassen nach unten Richtung Heerlener Straße abwärts gedrückt, zudem kamen hier die Wassermassen aus den übrigen Straßen sowie Feldwegen dazu, der Fluss war nicht mehr aufzuhalten. Bis zum Dorfende - von der oberen Grenzstraat aus sind es rund drei Kilometer - schossen die Wassermassen in Scherpenseel dorfabwärts, hier sorgte weiteres rücklaufendes Wasser für Sorgen.

Alarmiert wurden neben der Löschgruppe Scherpenseel die Einheiten Frelenberg, Übach, Teveren und Grotenrath, wobei die Grotenrather am Abend selbst mit Hochwasser zu kämpfen hatten und hier von den übrigen Einheiten unterstützt wurden. Fast zwei Stunden schoss das Wasser durch Scherpenseel. Die Straßen waren zwar wieder passierbar, Entwarnung gab es keine für die Löschgruppen. Viele Keller standen unter Wasser und wurden leergepumpt. Die oberere Heerlener Straße war bis rund 21 Uhr nahezu komplett gesperrt.

Die Feuerwehr hatte drei Arbeitsabschnitte mit Ober-, Mittel- und Unterdorf zum Abpumpen eingeteilt. Für viele Anwohner begann nach dem ersten Durchatmen erst die Arbeit, viele Keller, Hauseingänge und Garagen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Auf der gesamten Heerlener Straße sah man trotz später Stunden viele Anwohner mit Freunden und Bekannten im Tatendrang. Viele hatten noch Glück im Unglück.
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