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Kunstlabor in der Burg

Von: hewi
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Kunstlabor.de-Live war angesag
Kunstlabor.de-Live war angesagt: Die Erkelenzer Burg wurde wieder zum Treffpunkt für viele Kunst- und Kulturfreunde. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Am Wochenende lockte wieder die Kunst auf die Erkelenzer Burg. Weithin sichtbar wehten auf den Zinnen des Turms Fahnen mit Labyrinth-Motiven des Architekten und Künstlers Norbert Kostka und wiesen den Weg zu Kunstlabor.de-­Live vor, auf und in der Burganlage.

Das Internetportal hatte zu seinem mittlerweile sechsten Event eingeladen, bei dem es wieder aus der virtuellen in die reale Welt heraustrat und sich Künstler aus der Region vorstellten.

Organisiert werden die Events von Michael und Silvia Kempe aus Lövenich, die auch das Internetportal ins Leben gerufen haben, um einen Überblick über die heimische Kunstszene zu geben und ein kreatives Netzwerk zu schaffen. Mit Blick auf das Event gehen die Künstler auch gerne gemeinsam zu Werke.

So erschufen sie im vergangenen Jahr einen Park aus 32 individuell gestalteten Holzstelen, die später auch an anderen Orten ausgestellt wurden. Auch diesmal wurde wieder eine gemeinsame Aktion präsentiert. Die Künstler hatten Holzquader geschaffen, die sich - als mäandernde Kette aneinandergereiht - an der Fassade des Burgturms hinab schlängelten.

Durch die schmalen Holzrahmen nahm das Nichts, das sie umschlossen, Gestalt an und wurde zur Kunst. Dabei änderte die Installation je nach Einfall der Sonne ihre Gestalt und warf lange und sich verändernde Schatten, die aus dem Nichts entstanden. Dementsprechend trug die Installation den Titel: „Nichts ist Kunst und Kunst ist nichts”.

Bürgermeister Peter Jansen erhob die Veranstaltung kurzerhand zur Tradition, denn „alles, was sich in Erkelenz mindestens dreimal wiederholt, ist Tradition”. Die Erkelenzer Burg war zum fünften Mal der Schauplatz.Die ausgestellten Werke luden die Betrachter zur Auseinandersetzung ein.

So übte Willi Arlt mit seiner Installation „Wir meinen es doch nur gut” subtile Religionskritik. Für einen farblichen Akzent sorgte Christa Hammermeister mit der leuchtend roten Figur eines Wartenden, der durch einen in rund 15 Metern Höhe schwebenden Luftballon auf seinen Standort aufmerksam machte.

„Jeder findet seinen ganz persönlichen Zugang zu den Werken”, erklärte Silvia Kempe. Knapp 40 Künstler und Musiker waren angetreten, um durch ihren Beitrag das breite künstlerische Spektrum abzurunden. Dafür hatten sie im Turm auf zwei Etagen und im Keller sowie im Nebengebäude ausreichend Platz.

Auf dem Hof gab es wieder Musik und geselliges Beisammensein. So präsentierte das Duo ­EigenARTs eigene Stücke über bemerkenswerte Menschen und Situationen. Mit „Billa, lass uns tanzen, bis der Bagger kommt” malte Sängerin Waltraut Barnowski-Geiser ein einfühlsames Bild der Menschen, die im Tagebaugebiet ihre Heimat verlieren.

Beate Theißen schuf am Keyboard die Melodien und Klangteppiche zu den nachdenklichstimmenden Themen. Lesungen waren im Gewölbekeller angesagt. „Uns ist sehr daran gelegen, nicht zu erstarren und unser Angebot immer wieder neu zu definieren”, erklärte Michael Kempe.

„Literatur gehört dazu. Dass sie spontan und frei sein kann, haben die Künstlerinnen bewiesen.” Insgesamt zeigte er sich sehr zufrieden mit dem Event - trotz der regnerischen Witterung: „Wenn der Regen dazu gehören soll, werden wir ihn zukünftig vielleicht künstlerisch nutzen.”
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