Künstler zeigen: Tote Bäume retten Leben

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Den starken Frost des folgende
Den starken Frost des folgenden Winters überlebten die meisten Bäume nicht und werden nun Mittelpunkt der „1. Internationalen Gangelter Skulpturenwoche”. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Kreuzrath. Die Würfel sind gefallen: die zehn Bildhauer, die an der Kunstaktion rund um die abgestorbenen Olivenbäume im Gangelter Ortsteil Kreuzrath teilnehmen, kommen allesamt aus Europa.

Die hochkarätig besetzte Jury mit Prof. Wolfgang Becker, Kurator und freier Kunstkritiker aus Aachen, mit der niederländischen Kuratorin und freien Kunstkritikerin Anne Berk, der Kunsthistorikerin Dr. Barbara Aust-Wegemund und dem österreichischen Bildhauer Johann Feilacher sah sich 200 Bewerbungen aus 37 Ländern an.

Die Auswahl fiel am Ende auf Lorna Green und Stephanie Carlton Smith aus Großbritannien, Simcha Roodenburg, Niederlande, Niall Walsh aus Irland, Emmanuel Bour aus Frankreich, Jorn Ronnau, Dänemark, Miroslaw Struzik aus Polen sowie auf die deutschen Künstler Petra Paffenholz, Brele Scholz und Jan Thomas. Versprochen wird, dass die Atmosphäre inmitten der knorrigen Olivenbäume vor der Kulisse der alten Ziegelei in Kreuzrath einmalig sei.

Die Teilnehmer sollen vom 1. bis 11. September unter freiem Himmel künstlerisch anspruchsvolle Skulpturen aus Olivenholz schaffen. Gespannt darf man dabei auf die Vorgehensweise eines jeden Künstlers sein. Mit Hilfe von Hebekränen, Podesten, Kettensägen und schließlich Feinwerkzeugen wird im Rahmen der „1. Internationalen Gangelter Skulpturenwoche” in der Öffentlichkeit Bildhauerkunst „zum Anfassen” demonstriert.

Winter nicht überstanden

Ursprünglich sollte aus den knorrigen Stämmen ein Olivenhain angelegt werden, doch die Bäume überstanden den Transport aus Portugal und den folgenden harten Winter nicht. So hatten der Initiator, Johannes Heinrichs, Geschäftsführer der Heinrichs-Gruppe, gemeinsam mit der Aachener Bildhauerin Brele Scholz, die Idee, das wundervolle Holz künstlerisch zu verarbeiten.

In Zusammenarbeit mit dem Verein „sculpture network” wurde die Kunstaktion ausgeschrieben. Vom Erfolg waren alle Beteiligten überrascht. Aus der ganzen Welt kamen über 200 Bewerbungen. Mit ganz individuellen künstlerischen Stilrichtungen werden sich die internationalen Bildhauer ab 1. September vor der Kulisse des beliebten Ausflugsziels, dem Eiscafe-Restaurant „Alte Ziegelei” in Kreuzrath, ihrer Aufgabe stellen.

Am Samstag vor dem Abschlusstag gibt es ein öffentliches „Happy together” mit der Musikgruppe Glenrock. Am Sonntag, 11. September, zeigt sich dann, dass die Veranstaltung natürlich im Zeichen der Kunst steht. Für Johannes Heinrichs ist es aber auch wichtig, dass möglichst viele der Skulpturen bei der öffentlichen Präsentation ab 13 Uhr verkauft werden. Rund ein Drittel des Verkaufserlöses fließt unter dem Motto „Tote Bäume retten Leben” an die Organisation „Partnerschaft für Afrika”, dessen Vorsitzender Johannes Heinrichs ist.

Bau eines Waisenhauses

Mit dem Geld wird der Bau eines Waisenhauses für HIV-positive Kinder unterstützt. Die Werke werden bis zum nächsten Symposium ausgestellt und können erworben werden. Während am Vormittag Dr. Günter Heidenhof von der Weltbank in Washington spricht, erläutert der ehemalige Leiter des Aachener Ludwigforums, Prof. Wolfgang Becker, das, was in den zurückliegenden zehn Tagen aus scheinbar totem Holz geschaffen wurde.
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