Übach-Palenberg - Künstler schenken Stadt Skulpturen

Künstler schenken Stadt Skulpturen

Von: Manfred Hahn
Letzte Aktualisierung:
Kunst
Aus gebranntem Ton ist die Arbeit von Angelika Keller, die neben der Eingangstreppe von Schloss Zweibrüggen stehen soll.

Übach-Palenberg. Das ist in Zeiten hoher Schulden und leerer Kassen sicher etwas Besonderes für Kommunalpolitiker: Über etwas beraten und befinden, das kein Geld kostet.

So jetzt im Übach-Palenberger Ausschuss für Kultur und internationale Begegnungen. Dort ging es zunächst um eine Schenkung von zwei Skulpturen des Künstlerpaares Angelika und Heinz Keller. Beide Künstler erläuterten den Ausschussmitgliedern ihre Arbeiten.

Grund für die Schenkung ist die Heimatverbundenheit von Angelika Keller. Sie stammt aus Übach-Palenberg und wuchs als Tochter des Gastwirts Joeris im Umfeld der Palenberger Petrus-Kapelle auf. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Aldenhoven-Niedermerz. Angelika Keller ist auch Mitglied des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen, und das Schloss soll auch Standort der beiden geschenkten Skulpturen werden.

Da ist zunächst die von Heinz Keller geschaffene beeindruckende Stahlplastik „Blauer Kern”, die auch auf der bekannten Jahresausstellung Bildender Künstler in Prüm gezeigt wurde. Im Zentrum der einschließlich Metallsockel etwa 1,40 Meter hohen Stahlkonstruktion aus mehreren, versetzt angeordneten kreisförmigen Scheiben leuchtet die bewegliche blaue Stahlkugel. Für einen Künstler sei es eine tolle Sache, so Heinz Keller, sein Objekt an einem solchen Ort wie Schloss Zweibrüggen aufstellen zu können.

Aus gebranntem Ton ist die Arbeit von Angelika Keller. Etwas mehr als zwei Meter hoch reckt sich die Figur aus einzelnen Tonelementen, die oben einen Vogelkopf trägt. Die Künstlerin sieht in der langgestreckten Form Kräfte zwischen Himmel und Erde wirken und in dem Vogelmotiv eine Art „Wächter”.

So könnte die Skulptur auch neben der Eingangstreppe des Schlosses Zweibrüggen wirken, wo sie voraussichtlich aufgestellt wird. Diesen Ort favorisieren sowohl die Künstler als auch die Mitglieder des Kulturausschusses, während die Stahlplastik von Heinz Keller im Zentrum des Blumenrondells im Schlossgarten aufgestellt werden soll.

Einzige Bedingungen, die die die Künstler an die Schenkung knüpfen, sind die Verpflichtung der Stadt, für eine sachgerechte und optisch ansprechende Aufstellung zu sorgen und die Objekte in städtischem Besitz zu halten, auch wenn es für das Schloss andere Verwendungen als die derzeitige geben würde. Der Ausschuss gab einstimmig für das Aufstellen der Skulpturen im Außenbereich des Schlosses grünes Licht.

Auf einen besonders sensiblen Bereich begab sich der Kulturausschuss beim Thema „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus”. Hier gibt es Vorbereitungen für eine Gedenkstätte, die der Künstler Hermann Josef Mispelbaum, der gerade mit dem Übach-Palenberger Kunst- und Kulturpreis 2012 ausgezeichnet wurde, gestalten soll. Nachdem für die Verwaltung Thomas Schröder die intensive Vorbereitung dieses Projektes bis hin zu Gesprächen mit der jüdischen Gemeinde Aachen geschildert hatte, stellte der Künstler selbst einige Gedanken zu seiner geplanten Arbeit vor.

Mispelbaum, der sich dem Thema Nazivergangenheit unter anderem auch schon mit dem Triptychon „Weiße Rose” im Übach-Palenberger Gymnasium genähert hat, sprach eindrucksvoll von der Schwierigkeit des Themas. Für ihn stehe fest, dass seine Arbeit keine „Illustration”, sondern ein Gleichnis werde, das auf seiner persönlichen Erfahrung ruhe.

Der Künstler, Jahrgang 1944, hat die Nachkriegsjahre als „Zeit der Verdrängung” erlebt, eine Aufklärung über die schreckliche Vergangenheit habe erst spät stattgefunden.

Ohne auf Einzelheiten einzugehen entwarf Hermann Josef Mispelbaum die Vorstellung von einer Skulptur, die etwa als „steinerner Zeuge” die Verkörperung der Unschuldsbeteuerungen darstellen könnte und vor einer Wand mit einem Text in hebräischer und deutscher Sprache stehe. Wichtig sei ihm auch, dass der Ort der Gedenkstätte nicht ganz zentral, sondern eher etwas abseits, aber erreichbar liege. Betrachter sollten damit bewusst die Stätte aufsuchen.

Dass man es sich bei der Vorbereitung dieser Gedenkstätte nicht leicht mache, bestätigte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Jungnitsch erklärte auch, dass auch die Gedenkstätte die Bürger nichts kosten wird. Sie soll über Sponsoren finanziert werden.
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