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Konzert des Heeresmusikkorps: „Der Saal hat gerockt“

Von: Markus Bienwald
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Brillant, spielfreudig und mit viel Sinn für Unterhaltung präsentierte das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz einen perfekten Auftritt im Pädagogischen Zentrum (PZ) von Übach-Palenberg. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Die meisten Besucher hatten beim Gastspiel des Heeresmusikkorps (HMK) 300 aus Koblenz im Pädagogischen Zentrum (PZ) natürlich Marschmusik im Hinterkopf. Die gab es auch, doch die Profimusiker von der Bundeswehr schafften es durch überragendes Spiel, Spaß an der Musik und Interaktion, die 500 Gäste im ausverkauften PZ zu stehenden Ovationen hinzureißen.

„Der Saal hat gerockt“, freute sich auch eine sichtlich begeisterte Martina Waliczek vom Amt für Wirtschaftsförderung, Kultur und Bürgerservice nach dem Konzert. Doch zuvor übernahm erst einmal ein sichtlich bestens gelaunter Oberstleutnant Robert Kuckertz vom „Musikkorps der Division spezielle Operationen“, wie es offiziell heißt, den Taktstock.

„Operation perfekte Unterhaltung“ dürfte diesmal im internen Papier des HMK über dem Konzert im PZ gestanden haben. Denn die uniformierten Musik-Profis überzeugten mit ihrer wirklich unerwartet großen musikalischen Bandbreite auf ganzer Linie. Mit dem „Nibelungen-Marsch“ aus der Feder von Gottfried Sonntag gelang ein typisch schmissiger Einstieg.

Doch schon danach legten sie in ihrer von Mark Hindsley bearbeiteten Version der Ouvertüre „Der Fliegende Holländer“ von Richard Wagner ein Meisterstück hin, das mit Gänsehaut-Garantie gespielt wurde. Oberstleutnant Kuckertz, der nicht nur engagiert und mit unübersehbarer Spielfreude das Korps dirigierte, führte auch charmant durch das Programm. Der „Markomannen-Marsch“ von Georg Fürst gehörte dabei zu den zwar zu erwartenden, aber dennoch ausgesprochen hochklassigen Programmpunkten.

Dazu passte ohne Zweifel auch die vom Solisten Oberfeldwebel Florian Bolte mitgetragene „Rhapsody“ von Jim Curnow, die mit den uniformierten Musikprofis zum ausgewachsenen Musikgenuss wurde. Unfassbar dynamisch, immer wieder gern gehört und auch im feinen Ton ein nicht nur klassisches, sondern geradezu zum zeitlosen Klassiker gereiftes Werk dürfte auch Carl Orffs „Carmina Burana“ sein.

Die mehrstufige Ode an die Lust am Leben, das Feiern und andere Genüsse zündete das HMK auch in seiner ultimativen „O Fortuna“. Derart beseelt und noch von einigen wohligen Gänsehaut-Schauern geschüttelt, hatte sich das Publikum die Pause wohl verdient. Wer dachte, nach der Pause würde dem strahlenden musikalischen Stern, der an diesem Abend im PZ aufging, noch die Korona aufgesetzt, lag absolut nicht falsch. Phantastisch locker und leicht fügten sich beispielsweise die „Danzas Cubanas“ in das Programm ein.

Überragende Solistin

Vor allem die überragende Solo-Performance von Flötistin Verena Jungwirth, die ihrem Instrument unerwartet percussive Elemente entlockte, sorgte für das erwartete kubanische Feuer. Geradeaus, knackig und amerikanisch-klassisch zeichnete „The Silver Quill“ einen Marsch nach, während sich beim „Hummelflug“ niemand zu ducken brauchte.

Einzig Solist Hauptfeldwebel Marc Weber schien danach ein wenig Pause zu brauchen, hatte er sich doch bei dem mehr als anspruchsvollen Schlagzeugteil ganz schön verausgabt. Zeit, um einen auszugeben, hatten die Soldaten an diesem Abend auch noch. Denn Geburtstagskind und Gast Renate Weinmann hatte einen Wunsch frei, den ihr Oberstleutnant Kuckertz natürlich nicht abschlagen konnte und die „Harlem Nocturne“ aufleben ließ.

Den Spaß an der Musik zeigten auch die beiden letzten offiziellen Punkte. „Karla with a K“ von den Hooters wurde in der Bearbeitung des musikalischen Leiters zum immerwährenden Ohrwurm, was natürlich auch für das Medley des „King Of Pop“ Michael Jackson galt, das den offiziellen Part abrundete.

Die Ovationen des restlos begeisterten Publikums hatten natürlich auch noch Folgen in Form von zwei Zugaben: einmal die Nationalhymne, die natürlich bei einem solchen Orchester besonders eindrucksvoll klang. Und einmal der große „Kurfürsten-Reitermarsch“, der nicht nur zu Ehren des anwesenden Generals Jürgen Beyer vom ZvBw (Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr) in Geilenkirchen gespielt wurde.

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