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Konrad Beikirchers rheinische Lektion für ein waches Publikum

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Ganz entspannt in der Garderobe: Konrad Beikircher vor seinem Auftritt in Geilenkirchen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Konrad Beikircher muss man eigentlich nicht mehr vorgestellen. Er ist ein Kabarettist erster Güte. Seit Jahrzehnten erfreut er die Menschen mit seinen Spitzfindigkeiten, und auch in der Aula der Realschule fand der 68-Jährige ein aufmerksames Publikum.

Als Konrad Johann Aloysius Beikircher wurde er am 22. Dezember 1945 in Bruneck/Südtirol geboren. Das geplante Studium in Zeitungswissenschaften und Psychologie in Wien setzte er zurück zugunsten von Musikwissenschaften, Philosophie und Psychologie – aber in Bonn. Trotz italienischer Heimat hielt es Konrad Beikircher im Rheinland, lernte im Lauf der Jahre die ausgeprägte Frohnatur der Rheinländer lieben. Heute bemerkt niemand mehr Konrad Beikirchers tiroler Herkunft, denn er kann sich bestens in „Rheinländisch“ verständigen.

Von 1971 bis 1986 war der Künstler als Gefängnispsychologe in der Justizvollzugsanstalt Siegburg tätig, bevor er seine Passion für die Unterhaltung entdeckte. Seitdem betätigt er sich freiberuflich als Kabarettist, Komponist, Radio- und Fernsehmoderator, Autor von Kinderliteratur und Hörspielen, Sprecher von Hörbüchern, Musiker und vielem mehr. Einige Dutzend Cds und Bücher hat Konrad Beikircher bisher veröffentlich. Und zahlreiche Ehrungen durfte er entgegennehmen, bis zum Bundesverdienstkreuz Erster Klasse im vorigen Jahr.

In Geilenkirchen glänzte der Entertainer mit seinem neuen Programm „Das Beste aus 35 Jahren“, und hier fanden die Zuhörer in der Aula vieles wieder, das schon vor Jahren ihre Lachmuskeln strapaziert hatte. Auch diesmal hatte es die Rurtal-Produktion in Zusammenarbeit mit der Stadt Geilenkirchen geschafft, den Künstler zu verpflichten. Der erwies sich mit seinem mit Pointen gespickten Programm als „cooler Typ“, der sich in verschiedenen Dialekten artikulieren konnte.

Anfangs ließ er mit Parodien auf Hans Moser das humoristische Wien aufleben, machte dann aber seine „Punktlandung“ im Rheinland. Der Kölsche Dialekt löste beim Publikum ein Wohlgefühl aus. Konrad Beikircher nannte ein Beispiel, der vom typischen Rheinländer oftmals verwendeten „zukünftigen Vergangenheit“: „Ich möchte Sie herzlich willkommen geheißen haben.“ Die Besucher bogen sich zeitweise vor Lachen.

Es gebe nirgendwo so lustige Redensarten, die einen zum Schmunzeln bringen wie im Rheinland, war der Kabarettist sicher. Zum Beispiel: „Lassen Sie mich nicht lügen“, ein Ausdruck, der sonst nirgendwo vorkommen. „Katholischer kann eine Redensart nicht sein“, rief Beikircher ins Publikum. „Wo Sie grad sagen...“, sei auch sehr verbreitet. „Mit diesen vier Worten kann sich ein Rheinländer überall einklinken“, war er sich sicher.

Redet Konrad Beikircher im Alltag auch platt? „Ja, wenn ich mich ärgere“, gab er Antwort auf Fragen kurz vor seinem Auftritt. Parallel zu seinem Gastspiel läuft die TV-Sendung „Voice of Germany“, in der eine 16-jährige Geilenkirche­nerin mitwirkt. Ob er glaubt, dass ihm das an diesem Abend Abbruch mache? „Natürlich, der Saal hätte ausverkauft sein können“, hält der Kabarettist mit Augenzwinkern vor (wohlwissend, dass die Aula natürlich ausverkauft war).

Nach dem Auftritt in Geilenkirchen führte es Konrad Beikircher nach Frankfurt, wo er schon einen Tag später in der Alten Oper ein Gastspiel hatte. Rheinisches für die Hessen von einem Tiroler. Ausverkauft?

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