4551448.jpg

Kommentiert: Keine Stammtisch-Politik

Ein Kommentar von Udo Stüßer

Nach den herben Verlusten bei den Kommunalwahlen 2009 ist die Geilenkirchener CDU wieder im Aufwind. Damit hat der Wähler sicherlich auch honoriert, dass politische Entscheidungen nicht an Stammtischen und in Kegelclubs getroffen werden, sondern im Gespräch mit dem Bürger.

Wesentlichen Anteil an dem Wandel in christdemokratischen Reihen hat sicherlich auch Parteichef Manfred Schumacher, der seit Amtsantritt auf Teamarbeit und Kooperation setzt. Er selbst konnte seinen Wahlkreis holen, obwohl ihm der Ur-Bauchemer Markus Diederen, Vorstandsmitglied und Spieler des FC Germania Bauchem, als Einzelbewerber sicherlich so manche Stimme abgenommen hat. Und mit den unangenehmen Themen wie Schwimmbad und Abriss der Kirche hatte er sicherlich keinen leichten Wahlkreis.

Auch seine Stellvertreterin, die Grotenrather Ortsvorsteherin Theresia Hensen, kann einen Riesenerfolg verbuchen. Mit satten 71,3 Prozent konnte sie ihr ohnehin schon gutes Ergebnis von 2009 um 12,2 Prozent steigern. Und da auch der zweite stellvertretende Parteichef, Wilhelm-Josef Wolff, fast sieben Prozent in Niederheid und Tripsrath dazu holte, schweben die Christdemokraten förmlich auf Wolke sieben. Und wenn dann auch Newcomer wie Lars Speuser und Jennifer Diederichs ein Ratsmandat holen und junge Leute in die Ratsarbeit eingebunden werden können, gibt es sicherlich keinen Grund zur Klage

. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Jetzt wird sich die CDU mit der Frage beschäftigen müssen, ob sie einen eigenen Kandidaten um das Bürgermeister-Amt ins Rennen schickt. Will sie mit einem eigenen Bewerber an den Start gehen, muss dieser sehr sorgfältig ausgewählt werden. Schließlich will man in sechs Jahren nicht erneut Schiffbruch erleiden. Aber bis jetzt ist noch kein Kandidat in Sicht. Derweil lecken die Liberalen in Geilenkirchen ihre Wunden.

Mit Nils Kasper kann die FDP nur noch einen einzigen Sitz im Stadtrat einnehmen. Sicherlich kann man den Bundestrend als Grund anführen, die innerparteilichen Querelen und das ständige Gerangel hinter den Kulissen, die Machtkämpfe um Listenplätz haben den liberalen Stern noch weiter sinken lassen. Wie sehr innerparteiliche Auseinandersetzungen einer Partei schaden, wird auch in Übach-Palenberg deutlich: Schon bei den Stadtratswahlen 2009 gerieten die Sozialdemokraten völlig unter die Räder, rutschten von 43 auf 33 Prozent und von der einst stärksten Kraft im Rat in die Opposition.

Dort musste zuvor die CDU 45 Jahre verharren. 57 Prozent gingen auf das Konto von Wolfgang Jungnitsch, 14 Prozent mehr als sein SPD-Herausforderer Heiner Weißborn einfahren konnte. Einer der Gründe dafür waren sicherlich auch die heftigen Auseinandersetzung in SPD-Reihen: Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll gegen Parteichef Heiner Weißborn. Und jetzt konnte Jungnitsch mit 59 Prozent nochmals zulegen. Die einst stabile SPD-Hochburg hat sich zu einer Festung der Christdemokraten gemausert. Die Genossen werden es auch künftig schwer haben, sich wieder aufzurappeln. Besonders wenn Jungnitsch es in den nächsten sechs Jahren schafft, den Haushalt zu sanieren und das Ü-Bad für die Bürger zu retten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert