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Kochclub 98: Beim ersten Versuch war der Pudding noch flüssig

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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15 Jahre Männer am Kochtopf: Willi Hahnen, Heinz Herfs, Martin Beyel, Hermann Pfeifer, Hans Heinrichs und Volker Hoppmann (v.l.) widmen sich der Kochkünste und verwöhnen ihre Frauen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Hinter dem Namen Kochclub 98 verbergen sich acht Männer im besten Alter, die sich liebend gern kulinarischen Genüssen hingeben. Doch um dem Magenbedürfnis nachkommen zu können, müssen die Speisen erst einmal zubereitet werden.

Hier kommt eine Wette aus dem Jahr 1998 ins Spiel, die den Beginn einer innigen Männerfreundschaft auf Basis gegenseitigem Bekochens markiert. Hans Heinrichs, Schulleiter in Übach-Palenberg und damals noch Konrektor der Realschule Geilenkirchen, kam vor 15 Jahren bei einer Klassenfete mit Schülern und Eltern auf die Idee: „Wir Männer könnten ja mal kochen“.

Schülermutter Anni Hahnen lächelte nur müde und sagte „das klappt sowieso nicht“. Klassenlehrer Hans Heinrichs wettete daraufhin um einen Kasten Maggi, dass ihm und einigen Schülervätern das Kochen „im Blut liegt“ und sie das auch länger durchhalten. Um es vorwegzunehmen – den Kasten Maggi hatten die Männer gewonnen und davon zehrten sie eine ganze Weile. Fortan hielten sich die Lebensgefährtinnen still und unauffällig im Hintergrund, immerhin wurden sie seitdem von ihren Männern bekocht – und das bis heute.

Anfangs waren Matthias Bee- melmanns und Thomas Heinrich noch dabei. Doch aufgrund eines Wohnungswechsels, fernab von Geilenkirchen und Übach-Palenberg, konnten sie den langen Weg zum Kochkurs nicht mehr auf sich nehmen. Nun sind es noch neben Hans Heinrichs die Herren Martin Beyel, Willi Hahnen, Heinz Herfs, Volker Hoppmann und Hermann Pfeifer, und die trafen sich nun wieder in der Küche der Realschul-Mensa in Übach.

In den ersten Jahren hatten die Männer noch in der Realschule Geilenkirchen ihre Speisen zubereitet, doch mit dem Wechsel von Heinrichs nach Übach-Palenberg, zogen auch die anderen Männer mit um. Hier findet das Sextett eine der modernsten und am besten bestückten Küchen-Lokalitäten vor. „Wir kochen hier zweimal im Jahr und einmal jährlich wird im Turnus bei einem unserer Kochkollegen gegrillt“, erzählt Volker Hoppmann. Das ganze Spektakel läuft immer nach dem gleichen Prinzip ab: Ein Koch lässt sich was einfallen, kauft Zutaten ein, besorgt die Getränke und ist auch für die Tischdekoration zuständig.

Erst am Kochabend erfahren die anderen, welches Thema der Kollege anzubieten hat. Diesmal war Willi Hahnen für die Auswahl des Menüs verantwortlich. Er hatte sich die italienische Küche zu eigen gemacht. Dementsprechend präsentierte er die Tischdeko in grün-weiß-rot. Selbst Servietten und Kerzen hatte Hahnen farblich angepasst. Das Vier-Gänge-Menü war vom Feinsten: Nach einem Aperitif machten Carpaccio vom Rind an Rucola und überbackene Tomatensuppe den Anfang. Der Hauptspeise Ossobuco (Beinscheibe vom Rind) mit Salzkartoffeln und Bandnudeln folgte ein bunter Blattsalat. Schließlich endete der italienische Abend mit „Tarta al cioccolato morbide Panna cotta“. „

Kantige Kartoffeln

Heinrich hat die „tischstabile Kartoffel erfunden, die kann nicht runterrollen“, frotzelten die Kumpels von Heinz Herfs. Bei genauem Betrachten war klar warum: Die Kartoffeln hatte Herfs immer ziemlich eckig geschält.

Gekocht wird ab etwa 16 Uhr nach Plan und jeder hat seine bestimmten Aufgaben. Einer ist für Salat, ein anderer für die Suppe, das Fleisch, Gemüse, Soßen oder Nachtisch zuständig. Das Team arbeitet Hand in Hand. Pünktlich, als die Lebensgefährtinnen um 19.30 Uhr eintrafen, ist alles fertig.

Heute, 15 Jahre nach Gründung ihres Kochclubs 98, läuft eigentlich kaum noch was schief. Damals habe der Slogan „Wenn wat schief läuft, jehen wir zur Pommesbude“ gelautet. Während der Zubereitung wird immer mal wieder in Erinnerungen geschwelgt. „Beim ersten Mal war der Pudding so flüssig, dass wir ihn trinken konnten“, so Hans Heinrichs. Dies war der Gelatine geschuldet, die einfach nicht steif werden wollte.

An diesem Abend wurden die Frauen perfekt von ihren Männern verwöhnt und erst gegen drei Uhr in der Früh traten alle den Weg nach Hause an.

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