Kleine barrierefreie Wohnungen für Senioren fehlen

Von: st
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Geilenkirchen. In Geilenkirchen herrscht ein Überangebot an großen Wohnungen und ein Mangel an Wohnraum für Senioren und behinderte Menschen: Dies erklärte Jugend- und Sozialamtsleiter Wilfried Schulz in der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales am Donnerstagabend.

Die SPD hatte um einen entsprechenden Bericht gebeten. Seit Auflösung der Selfkantkaserne, also bereits seit 20 Jahren, bestehe ein Überangebot an großen, familiengerechten Wohnungen, erklärte Schulz. Hierdurch sei der Zuzug sozial schwacher Familien forciert worden, „was erhebliche Kostenfolgen in der Sozialhilfe und Jugendhilfe hatte und hat”. Schulz: „An kleineren Wohnungen herrschte jedoch immer ein Mangel, was sich in der Sozialhilfe so ausgewirkt hat, dass allein lebenden Hilfeempfängern der Bezug einer eigentlich unangemessenen, größeren Wohnung zugebilligt wurde, was zu entsprechend höheren Hilfeaufwendungen führte.”

Diese Situation habe sich in jüngster Zeit verschärft, da nun auch eine deutlich steigende Zahl älterer Menschen hinzukomme, die auf Grundsicherung angewiesen seien und somit ebenfalls kleine, preisgünstige Wohnungen suchen müssten. Der Sozialamtsleiter weiter: „Die Zahl der Grundsicherungsempfänger ist seit 2003 von 100 auf etwa 200 gestiegen, und diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen.” Wegen der zunehmenden Zahl von Single- und Paarhaushalten bestehe ohnehin eine größere Nachfrage an kleinen Wohnungen als in den 70er-Jahren. „Der demografische Wandel gebietet aber, die Errichtung kleiner, möglichst barrierefreie Wohnungen voranzutreiben”, forderte Schulz.

In anderen Städten des Kreises seien in den vergangenen Jahren im großen Stil entsprechende Wohnsiedlungen entstanden, „die durchweg gut vermarktet werden konnten”. Interessenten für solche komfortablen Wohnungen seien durchaus wohlhabende Senioren, die daran interessiert seien, ihr Eigenheim aufzugeben und eine innerstädtische komfortable, barrierefreie Wohnung für ihren Lebensabend zu beziehen.

Eine solche Entwicklung sei auch für Geilenkirchen wünschenswert, weil die Kaufkraft der Bewohner überwiegend in Geilenkirchen bliebe. Mit den verschiedenen Lösungsansätzen von der finanziellen Förderung bis hin zum kommunalen Handlungskonzept wird sich demnächst der Ausschuss für Stadtentwicklung beschäftigen.
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