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Klasse Talente auch außerhalb der Schule zu sehen

Von: Danielle Schippers
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Pascal Laduch demonstriert sei
Pascal Laduch demonstriert seine Fortschritte im Kampfsport-Tanz „Capoeira”, eine großartige Leistung von Schülern in diesem Alter wissen die Experten. Der junge Mann hat in seiner Perfektion auch schon erfolgreich Prüfungen abgelegt. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. Seit 1991 werden in Beeck Kinder unterrichtet, die in der korrekten Fachsprache „emotional und sozial unterentwickelt” sind und einen „besonders hohen Förderbedarf” haben. In der Realität konnte der Besucher der 20-Jahres-Feier im Grundschul-Gebäude der Förderschule aber offene, engagierte und kreative Kinder und Jugendliche erleben, die mit ihren Talenten begeistert haben.

Die Schüler und ihre Lehrer präsentierten ihre Schule ganz anders als andere Schulen. Beispielsweise die Schülerband „Die Chaoten”, sie besteht aus wirklich talentierten und ehrgeizigen Jugendlichen. Das haben sie auch schon beim Wettbewerb „Sound of Schools” in Erkelenz bewiesen, wo sie auch dank ihres souveränen Sängers den fünften Platz belegen konnten. Der Chor hat mit seinem Lied „Superhelden” ins Schwarze getroffen, er hatte beim gleichen Wettbewerb sogar den zweiten Platz erkämpft.

Faszinierende Mischung

Höhepunkt des Festakts war eine Vorführung des Capoeira-Kurses. Capoeira ist eine komplizierte und faszinierende Mischung aus Kampfsport und Tanz zu brasilianischen rhythmischen Klängen. Durch Lehrerin Christiane Kappe hat die Schule Kontakt zu Mestre Formiga hergestellt, ein Capoeira-Meister, der den höchsten Rang bekleidet, der in diesem Sport erlangt werden kann.

Den Schülern macht das so viel Spaß, dass einige sogar die weltweit anerkannten Prüfungen abgelegt haben, um die gelb-weiße Schlaufe tragen zu dürfen, ähnlich den Gürteln in anderen Kampfsportarten. Pascal Laduch zum Beispiel hat vor Kurzem in Mönchengladbach die Prüfung abgelegt und konnte auch dem Jubiläumsfest die Zuschauer mit seinem Können begeistern.

Die ganze Gruppe ist beim regelmäßigen und anstrengenden Training mit dem Mestre dabei. Pascal erzählt: „Meine Lehrerin hat mich damals gefragt ob ich mitmachen würde. Dann habe ich es mir einmal angeschaut und fand das sofort total cool. Seitdem habe ich kein einziges Mal gefehlt.”

Für vier Kinder gegründet

Außerdem hatten die Schüler gemeinsam mit den Lehrern für ihre Familien und Freunde Aktionen wie Schattentheater und Action-Painting vorbereitet, es gab einen Kletterfelsen und einen Kettcar-Parcours,

Vor 20 Jahren wurde die Schule für vier Kinder gegründet. Als diese Kinder älter wurden, musste die Schule für verhaltensauffällige Kinder zwangsläufig erweitert werden. Die ehemalige Schule für lernbehinderte Kinder in Hünshoven wurde für höhere Klassen angemietet. Eigentümer beider Gebäude war und ist die Stadt Geilenkirchen.

Leo Windelen bedankte sich anlässlich der Feier beim Träger Kreis Heinsberg, bei der Stadt Geilenkirchen wie auch bei den Kooperationspartnern für die gute Zusammenarbeit. Leo Windelen ist seit dem Jahr 2004 Direktor der Schule, zuvor bekleidete Jürgen Wirtz dieses Amt, und zwar seit Gründung der Schule.

Um die betroffenen Kinder und ihre Familien angemessen betreuen und fördern zu können, ist für die Schule und Lehrer eine enge Kooperation mit sehr vielen verschiedenen Stellen unerlässlich. Jugendamt, Ordnungsamt, Polizei, Schulamt, Kirche, Psychologen, Lehrer, Mitarbeiter und engagierte Eltern haben in den zurück liegenden Jahren laut Rektor Windelen an einem Strang gezogen, um die Schüler optimal zu fördern. Gerade bei Schülern mit sozialen und emotionalen Störungen sind die zusätzlichen Angebote sehr wichtig, beispielsweise kreative Musik- und Sportkurse.

„Jedes Kind soll ernst genommen werden”

Landrat Stephan Pusch fasste in seiner Rede anlässlich des Jubiläums die pädagogische Ausrichtung der Schule mit zwei Zitaten zusammen. Eines stammt vom Patron der Schule, Janusz Korczak: „Jedes Kind hat das Recht, ernst genommen zu werden.” Passend dazu formulierte der Pädagoge Friedrich Fröbel: „Bei der Erziehung muss man etwas aus dem Kind herausholen, nicht hineintragen”, was sehr gut zu den Kindern und Jugendlichen passt, die hier ihre außerschulischen Talente entdeckt haben.

Für Schulleiter Leo Windelen persönlich bedeutet dieses Jubiläum vor allem, dass er den Erfolg der großen Bemühungen der vielen Beteiligten sehen kann. „In der freien Wirtschaft würde man unsere Schule ein aufstrebendes Unternehmen nennen. Wir leisten Grundlagenarbeit und versuchen ständig, unsere Palette an Hilfsangeboten und fördernden Aktivitäten auszuweiten. Durch die große Unterstützung von allen Seiten kommen mir die 20 Jahre wirklich nicht lange vor.”

Neuerungen stehen an

Über Neuerungen im kommenden Schuljahr hält sich die Janusz-Korczak- Schule noch bedeckt. Allerding konnte man beim Jubiläumsfest feststellen, dass sich alle, besonders die Schüler, sehr auf die Zukunft freuen. Die zufriedenen Gesichter und die glücklichen Kinder und Jugendlichen, die ihre Talente zeigen konnten, geben dem engagierten Konzept recht. Da treten die Probleme und der „erhöhte Förderbedarf” schon einmal in den Hintergrund.
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