Kinder erkunden die Teverener Heide

Von: Christina Kolodzey
Letzte Aktualisierung:
Die Teverener Heide birgt viel
Die Teverener Heide birgt viele wunderbare Geheimnisse. 14 wissbegierige Jungen und Mädchen machten sich auf den Weg, um Interessantes über Fauna und Flora zu erfahren.

Übach-Palenberg. „Raus aus dem Haus - rein in die Natur” hieß es für kleine und große Naturforscher. Unter dem Motto „Der Wald - hier tobt das Leben” begleitete Hubert Schippers, Mitglied des Nabu (Naturschutzbund) der Ortsgruppe Geilenkirchen/Übach-Palenberg, eine Gruppe von 14 wissbegierigen Kindern im Alter von fünf bis 14 Jahren in das südliche Waldgebiet der Teverener Heide.

Die Exkursion war ein Angebot des städtischen Jugendzentrums während der Sommerferien. Vom Treffpunkt „Abenteuerspielplatz” aus machte er sich am späten Vormittag mit den Kindern und Betreuerin Susanne Heimann in Fahrzeugen des städtischen Jugendzentrums auf den Weg nach Scherpenseel. Dort, am Rande der Heide, angekommen, wurde schnell klar, dass sich die Kinder gut auf den Ausflug vorbereitet hatten. Alle trugen festes Schuhwerk, um auch auf matschigem Waldboden trittfest zu sein. Gerrit (9) meinte: „Ich habe sogar eine Kamera dabei und eine neue Speicherkarte.” Auch die Motivation stand außer Frage: „Wir sind richtige Naturfreunde”, konstatierten Leon (13) und Lea (10).

Dann gings los über Wald- und Kieswege sowie durch riesige Pfützen, in die die Kinder mit Vergnügen hineinstapften. Das Gebiet, in dem sie sich nun befanden, werde als „Südheide” bezeichnet und stehe unter Naturschutz, erklärte Hubert Schippers seinen aufmerksamen Zuhörern. Früher seien hier Sandgruben ausgebaggert worden, und es habe ein Sandsteinwerk gegeben. „Was darf man in einem Naturschutzgebiet keinesfalls tun?”, erkundigte sich der erfahrene Führer. Da alle Kinder bereits mit ihm die „Nordheide” besucht hatten, die ebenfalls unter Schutz steht, wussten sie gut Bescheid und antworteten wie aus der Pistole geschossen: „Auf den Wegen bleiben, nichts abreißen, keinen Müll wegwerfen, Tiere nicht aufschrecken, keine Pilze sammeln.” Gelernt ist gelernt - Hubert Schippers war beeindruckt.

Doch wieso gibt es hier so wenig Bäume? Und wie alt kann dieses Gebiet wohl sein?, fragte er. Die Kinder waren überrascht, als sie hörten, dass es vor 12 000 Jahren nach der letzten Eiszeit entstanden ist und bereits Steinzeitmenschen hier Bäume rodeten. Auf ihrer Wanderung entdeckten die Jugendlichen viele Tiere und fragten ihren sachkundigen Begleiter interessiert nach den genauen Bezeichnungen: Es waren ein schwarzer Laufkäfer, „Waldschröter” genannt, der sich beeilte, ihren Weg zu queren, und eine dicht behaarte, schwarze Bärenraupe, die sich gemächlich fortbewegte.

„Nicht drauftreten!”, mahnte der Nabu-Experte. Daniel (14) erkannte sofort den nächsten „Wegbegleiter”: „Das ist eine große Nacktschnecke.” Die kleineren Kinder fanden Grashüpfer, trauten sich sogar, sie in die Hand zu nehmen, und Hubert Schippers erzählte, dass es davon viele verschiedene Arten gebe. Ein sogenannter „Info-Punkt”, an dem man Wissenswertes über die Teverener Heide erfahren kann, wurde passiert, und die Walderkunder kamen in die Region, wo lilafarbenes Heidekraut wächst, das nur auf sandigem, baumfreien Untergrund vorkommt, wie der Betreuer erklärte. Hier stöberten sie einen schillernden Glanzkäfer auf und beobachteten staunend schwirrende Libellen sowie eine Trichterspinne, die soeben einen Grashüpfer gefangen hatte. Auch stießen sie auf einen geheimnisvollen, alten Zufahrtsweg zum früheren Sandsteinwerk. Anhand abgestorbener, umgestürzter Baustämme erläuterte der Naturexperte, wie wichtig dieses Totholz für viele Arten ist: Er machte die verblüfften Jugendlichen auf kleine Schlupfwespenlöcher aufmerksam sowie auf größere des Holzbohrers und zeigte ihnen Baumpilze - sogenannte „Trameten”, gelbe Blattflechten und Moos.

Das absolute Highlight kam jedoch zum Schluss. Zwei kleinen, glatten, braunen Grasfröschlein gelang es, die Herzen aller Kinder im Sturm zu erobern: Jedes Kind wollte sie einmal auf die Hand nehmen, alle fanden sie „niedlich”. Erst als es Zeit für den Heimweg wurde, setzten sie sie wieder dort ab, wo sie sie gefunden hatten. Auf dem Rückweg kamen ihnen Leute entgegen. „Kinder, wir sehen Fußgänger”, rief Schippers. „Homo sapiens”, verbesserte Daniel verschmitzt. Alle mussten lachen und unterhielten sich lebhaft über den tollen Vormittag in der freien Natur.
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