Gangelt - Keine Regenpause für die Wasser-Männer

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Keine Regenpause für die Wasser-Männer

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Das geht nicht ohne „Nachtanken”. Ein paar mal muss Norbert Rinkens zur Pumpe am nahen Kahnweiher, bis er den gerade sanierten Sportplatz von Gangelt-Hastenrath komplett bewässert hat. Dazu ergießt sich ein breiter Wasserfächer (Bild) aus dem 5000-Literfass, das er mit dem Traktor bewegt.

Gangelt. Nur nicht aufgeben. Das Gras, die Hecken, die blühenden Pflanzen brauchen Wasser. Jede Menge in diesen Tagen, die spielend die 30-Grad-Marke überspringen.

Die öffentlichen Grünanlagen der Gemeinden wollen und sollen versorgt werden. Aber das Nass hält sich nicht lange. Flott ist das Erdreich, in dem die Wurzeln stecken, wieder getrocknet.

„Es ist kaum nachzukommen mit dem Gießen”, bedauert Franz Jansen. Der Leiter des Bauhofs der Gemeinde Gangelt ist aber fern davon einfach aufzugeben. „Wir haben schließlich den Auftrag. Und dem kommen wir nach”, bestätigt der 57-jährige gelernte Gärtner und Meister seines Handwerks.

Fünf von seinen 19 Kräften des Bauhofs sind täglich, das heißt siebenmal in der Woche, unterwegs, um Beete, Plätze und vor allem die hübsch drapierten Kreisverkehre an den Ortseingängen der Kerngemeinde mit Wasser zu versorgen.

Beginn gegen halb sechs

Start ist gegen 5.30 Uhr. Zwei Fahrzeuge stehen regelmäßig für den Job zur Verfügung. Ein Benz-Pritschenwagen hat eine Tonne mit tausend Liter Fassungsvermögen geladen. Hinzu kommt ein Traktor, der ein 5000-Literfass zieht. Sehr geeignet für Großflächen wie Sport- oder Veranstaltungsplätze.

„Eine Saison für diese Arbeit gibt es so richtig nicht”, weiß Franz Jansen. Ist der Sommer verregnet, haben die Leute vom Bauhof, aber eben nur die, das Glück auf ihrer Seite. „Wir müssen raus, wenn es heiß und trocken ist - so wie in diesen langen Tagen.” Und das immerfort, weil der Verdunstungsgrad immens hoch ist.

Jede Menge Überstunden

Für den Bauhof lädt sich das Bewässern zum üblichen Betrieb auf. Auch an den Wochenenden, wenn für Schützenumzüge und andere Feste Straßen gesperrt und ähnliche Sicherungsmaßnahmen getroffen werden müssen. Ein Horror für die Überstunden-Konten der Gemeindemitarbeiter.

„Doch es muss ja gemacht werden”, beharrt Franz Jansen pflichtbewusst. Nachvollziehbar, wenn zu bester Wetterlage die Touristenströme - so wird es erhofft - einsetzen und meist über die „Eingangstore” der Gemeinde, also die Kreisverkehre, ihre Ziele erreichen.

Das hat folglich nett, sauber und einladend zu wirken. Das ist man den Gästen von außerhalb schuldig, wird auch im Bauhof anerkannt. Also kriegen sie Wasser, die verschiedenartigen Geranien, die Fleißigen Lieschen, die Petunien und anderes Pflanzzeug mehr. „Von allem etwas”, weiß der Gärtnermeister, der bei der Auswahl der Arten natürlich auf die Kosten achten muss. Was auch für die Beete und Pflanzenkübel gilt.

In einigen Fällen haben sich schon Anwohner mit Franz Jansen und dessen Kollegen verständigt, wenn man aus freien Stücken den „Paten” spielt und die Pflänzchen nahe der Haustür selbst gießt und pflegt. Wer sich da noch einbringen möchte - willkommen!

So gehen die Leute vom Bauhof vorläufig weiter auf Tour. Jeden Tag. Da können bis zu 50.000 Liter durchlaufen. Ist die Tonne leer, werden über Standrohr und Schlauch die Hydranten angezapft. Für den Großbottich hinter dem Trecker lohnt auch den Halt an der Pumpe beim Kahnweiher. Vorteilhaft für das Bewässern des Sportplatzes derer von Gangelt-Hastenrath e.V.

Die Hoffnung, dass die Natur ihnen die Arbeit abnimmt, teilt sich das Bauhof-Team mindestens mit den Landwirten. Langsam wird es Zeit! Wann wird es denn endlich „richtig” regnen? Franz Jansen fasst das nicht nur rhetorisch auf. „Ich glaube, irgendwann am nächsten Dienstag wird im Selfkant ordentlich was runterkommen” Woher die Prognose? Da hat es Franz Jansen nicht so eilig mit der Antwort. Geheimnisvoll lässt er so etwas wie „Mondphasen” hinaus.

Tiefer lässt sich der Bauhof-Chef nicht in seine (Wetter-) Karten schauen. Seiner Mannschaft ist klar: Für die nächsten Tage ist Schluss mit Bewässern, wenn es denn ausgiebig geregnet haben sollte. Wenn. Am Dienstag. Nur nicht aufgeben, die Hoffnung.
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