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Kein U3-Kind bleibt unversorgt

Von: Udo Stüßer
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Die Mitarbeiter des Geilenkirchener Jugendamtes sind optimistisch, alle U3-Kinder versorgen zu können, die einen Betreuungsplatz benötigen. Derzeit werden 800 Kinder in einer Kita oder durch Tagespflegepersonen betreut. Foto: imago/HRSchulz

Geilenkirchen. „Wir werden alle Kinder versorgen können. Wenn ein Kind unversorgt ist, werden wir mit den Trägern der Betreuungseinrichtungen sprechen und den Bedarf decken“, erklärte Hermann-Josef Lehnen vom Jugend- und Sozialamt der Stadt Geilenkirchen am Donnerstagabend im Jugendhilfeausschuss der Stadt Geilenkirchen.

An diesem Abend legte die Verwaltung einen Bericht über die Versorgung von Kindern mit Betreuungsplätzen ab August vor. Demnach gibt es in der Stadt 1235 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren, wovon 770 bereits in einer Kindertagesstätte versorgt sind. 30 Kinder befinden sich in der Tagespflege. 435 Kinder sind derzeit nicht mit einem Betreuungsplatz versorgt, was aber nicht bedeutet, dass die Eltern einen Betreuungsplatz suchen.

„Nicht alle Eltern wollen ein zweijähriges Kind in eine Kita schicken“, erklärte Lehnen. Letztendlich, so die Prognose der Verwaltung, müssen noch 22 Kinder versorgt werden. Auch wenn es wesentlich mehr Kinder werden, die einen Betreuungsplatz suchen, sieht Lehnen keine Pro–bleme. Immerhin gibt es in der Stadt insgesamt 42 Kindergartengruppen.

Würde man jede Gruppe um zwei Kinder aufstocken, könne man schon weiteren 84 einen Platz anbieten. „Wir nehmen einen Spitzenplatz im Kreis Heinsberg ein, wenn es um die Betreuung der Kinder geht. Bei 1235 Kindern in der Stadt und einer Versorgungslücke für 22 Kinder ist das eine Punktlandung“, erklärte Beigeordneter Herbert Brunen.

Zum 1. August werden in der Stadt Geilenkirchen 827 Kita-Plätze angeboten. Ergänzt werden diese derzeit von 77 Tagespflegeplätzen. 18 weitere Tagespflegeplätze sollen durch zwei zusätzliche Tagespflegegruppen entstehen. Während der Gesetzgeber eine Versorgsquote von 35 Prozent aller U3-Kinder vorgibt, erreicht die Stadt Geilenkirchen eine Quote von 36,21 Prozent. Rechnet man die Tagespflege hinzu, kommt man auf eine Quote von über 56 Prozent.

Sicherlich, so erklärte Lehnen, hätten die Eltern ab 1. August einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Dieser Anspruch könne durch einen Kitaplatz, aber auch durch Tagespflegepersonen erfüllt werden. „Ein Großteil der Eltern wünscht eine Versorgung des Kindes in der Kita. Aber die Tagespflege ist ein gleichwertiges Betreuungsinstrument und für manche Eltern geeigneter, weil Tagespflege flexibler ist“, meinte Lehnen.

Und „Tagespflege ist nicht günstiger.“ Ruth Thelen (Grüne) warnte allerdings: „Wenn wir die Tagespflege weiter ausbauen, geht das zu Lasten der Kindertagesstätten.“ Ausschussvorsitzende Gabi Kals-Deußen (SPD) meinte, die Fraktionen müssten sich Gedanken darüber machen, was künftig politisch gewollt sei: ein Ausbau der Kitas oder der Tagespflege.

Angesichts von derzeit prognostizierten 22 noch zu versorgenden Kindern warnte Brunen vor einem weiteren Ausbau der Kitas. Dann nämlich könne es künftig geschehen, dass die Kitas nicht ausgelastet seien und die Träger eine finanzielle Unterdeckung hätten. Katja Dyong, Fachberaterin für die Kindertagespflege im Jugendamt, stellte bei dieser Gelegenheit die Arbeit der Tagespflegepersonen vor.

Derzeit gibt es 20 Tagespflegepersonen in Geilenkirchen. Alle samt werden grundsätzlich in 160 Stunden geschult, müssen an Fortbildungen und alle zwei Monate an einem Netzwerktreffen mit anderen Tagespflegepersonen teilnehmen. Bis zu fünf Kinder können Tagespflegepersonen betreuen, die erteilte Pflegeerlaubnis gilt für jeweils fünf Jahre.

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