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Karnevalsempfang: Platt als grenzüberschreitende Sprache

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Ein prachtvolles Bild mit den offiziellen Jecken aus Übach-Palenberg und Landgraaf/NL, die sich ganz dem Brauchtum Karneval verschrieben haben, zeigte auch der mittlerweile 19. Karnevalsempfang der Stadt. Foto: Markus Bienwald
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„Importierte“ Majestäten: Stadtprinz Hubert I. und seine Frau Anja, sowie Jungprinz Jordy II aus Landgraaf/NL waren im Schloss Zweibrüggen dabei. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Karneval ist grenzüberschreitend ein Synonym für tolle Tage, in denen die gewohnte Ordnung außer Kraft gesetzt wird. Und dass es sich im Karneval auch ohne eigene närrische Herrscher bestens feiern lässt, das bewiesen nun die Karnevalsgesellschaften aus Übach-Palenberg.

Beim inzwischen schon 19. Karnevalsempfang im edlen Schloss Zweibrüggen zogen sie am Mittwochabend alle Register, um ihren Verdiensten um das Brauchtum Karneval eine Stimme zu verleihen. Dass sie bei dieser Gelegenheit auch das Platt als grenzüberschreitende Sprache nutzten, war zweitrangig.

Wichtig war aber, dass die Jecken in der Stadt, die früher eine Zechengemeinde war, auch im 22. Jahr des Bestehens des Festausschusses Übach-Palenberger Karnevalsvereine mit Stadtprinz Hubert I. und seiner Frau Anja, sowie Jungprinz Jordy II. tolle Regenten dabei hatten.

Zwar stammen alle drei aus Landgraaf, aber sie wurden vom dortigen Bürgermeister und bekannten Karnevalsfreund Raymond Vlecken kurzerhand „importiert“. Der Auftritt der Stadtregenten von Landgraaf wurde von den Übach-Palenberger Jecken mit viel Beifall belohnt. Mit Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch an der Spitze boten die Übach-Palenberger Karnevalsgesellschaften ein prächtiges Bild im Schloss Zweibrüggen.

Gut eine Woche vor dem offiziellen Start in den Straßenkarneval zeigten sich der Festausschuss mit seinem Vorsitzenden Wolfgang Dressel, die bald nur noch in den Geschichtsbüchern zu findende Karnevalsgesellschaft (KG) „Scherpe-Bösch-Wenk“ mit Vorsitzendem Manfred Börger, die KG „Lustige Marienberger Jekken“ mit Vorsitzender Monique Switalla, die KG „Frelenberger Esel“ mit Präsident Marcel Derichs, die Karnevalsvereinigung „Wurmtal-Funken“ mit Vorsitzender Brigitte Korsten und Präsident Hermann-Josef Korsten, die Übach-Palenberger Karnevalsgesellschaft (ÜPKG) mit Vorsitzendem Hans-Josef Offermanns und die „Jecke Bürgerwehr“ mit ihrem stellvertretenden Vorsitzenden Dennis Cremer in Bestform.

Da nickte auch die Abordnung des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) nur anerkennend zu, die unter anderem mit Chef Reiner Spiertz angereist war. „Karneval war und ist ein Ventil, wo das zu seinem Recht kommt, was sonst vielfach zurückgedrängt wird“, meinte Bürgermeister Jungnitsch dazu.

Das bezog sich vor allem auf das Recht der „kleinen Leute“, ihre Meinung öffentlich zu Gehör zu bringen, was früher oft mit Arglist von den Herrschenden beobachtet worden sei. „Doch der Karneval war nie unterzukriegen, und die Karnevalisten haben sich ihr Recht auf Meinungsfreiheit nicht nehmen lassen“, lobte Jungnitsch.

Ebenso viel Schulterklopfen, Orden und Urkunden verteilte er für den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz der Jecken für das Brauchtum Karneval. „Dank Ihres Engagements können wir in der fünften Jahreszeit diese verkehrte Welt auch heute noch feiern und genießen“, so Jungnitsch. Er gab nicht nur einen Überblick über den bisherigen Sessionsverlauf, der im Grunde schon mit der „Kölschen Nacht“ zur Feier von zwei Mal elf Jahren Festausschuss im Oktober letzten Jahres begonnen hatte.

Der Erste Bürger freute sich auch, dass im Karneval jeder feiern kann, wie er will. Und spätestens, wenn beim Rathaussturm am Fettdonnerstag, 23. Februar, ab 13 Uhr das Übacher Rathaus ins Wanken kommen wird, dürfen die Jecken dann auch im Straßenkarneval zeigen, wie gut sie feiern können.

Noch bis Montag, 20. Februar, können sich Interessierte für den Zentralen Rosenmontagszug anmelden. Anmeldeformulare können bei der Zugleitung, per E-Mail unter rosenmontagszug.uebach-palenberg@web.de angefordert werden. Es sind eine Wagenbauererklärung, das entsprechende TÜV-Gutachten, die Versicherungsbescheinigungen sowie Kopien der Fahrzeugscheine und Betriebserlaubnisse nötig.

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