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Kampf gegen die Knöllchen-Flut

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
Kritik an der Parkscheibe: Ger
Kritik an der Parkscheibe: Gertrud Monz will als Anwohnerin der Bruchstraße dort ungestraft ihr Auto abstellen können. Foto: Schaum

Gangelt. Mit dem Umbau kamen die Knöllchen. Als im Jahr 2009 die Arbeiten an der Fahrbahn der Bruchstraße beendet waren, fing für Gertrud Monz der Ärger mit der Parkscheibe an.

Konnte die Anwohnerin bis zu diesem Zeitpunkt ihren Wagen getrost den ganzen Tag vorm Haus stehen lassen, galt nun auch für sie: Höchstparkdauer zwei Stunden. Doch das will sie so nicht akzeptieren.

„Soll ich denn wirklich alle zwei Stunden rausrennen und die Scheibe verstellen?” Das hat sie gemacht, anfangs zumindest. Bis ihr das zu blöd und zu umständlich wurde, „und eigentlich darf man das ja auch gar nicht”. Also klebte kurz darauf der erste Zettel unterm Scheibenwischer. Verwarnungsgeld, fünf Euro. Dann kam der zweite, der dritte - bis es irgendwann um die 20 waren. Gezahlt hat sie nicht.

Mit den ersten ist sie ins Rathaus gegangen, hat dort von ihrem Problem erzählt und ist auf Verständnis gestoßen. „Diese Knöllchen wurden mir erlassen.” Doch es kamen ja immer neue hinzu, und jüngst lag sogar eine Pfändungsverfügung in ihrem Briefkasten. Auf dem grünen Zettel steht: 120,50 Euro. „Das Geld werden die notfalls wohl einfach von meinem Konto abbuchen”, sagt sie und zuckt mit den Schultern. „Mal sehen, was passiert.” Sie wird es drauf ankommen lassen.

Es geht ihr ums Prinzip

Es geht ihr im Grunde gar nicht ums Geld. Es geht ihr ums Prinzip. „Ich verstehe nicht, warum man hier nicht einfach Anwohnerparkausweise ausstellen kann, die Gebühr dafür würde ich gerne zahlen.” Die alleinerziehende Mutter steht mit ihrer Kritik momentan allerdings recht allein auf weiter Flur. „Viele Anwohner gibt es an der Straße nicht mehr, einige Häuser werden bereits von den Gangelter Einrichtungen betrieben.” Deren Mitarbeiter nutzten die Parkplätze aber gern, sagt sie.

„Die kommen immer wieder raus, um die Parkscheiben zu verstellen”, schildert sie. Sie fordert nun: entweder Parkscheibe weg oder Anwohnerparkausweis her. Bürgermeister Bernhard Tholen kann diese Kritik jedoch nur teilweise nachvollziehen. Er kennt den Fall und sagt: Hinter dem Haus gibt es in der Borheggenstraße genug Parkplätze ohne eine zeitliche Beschränkung. Auch deshalb werde die Knöllchenflut kaum aufhören. Tholen: „Wir können ja nicht damit aufhören, sie zu verteilen, nur weil die Leute sie nicht bezahlen.”

Die Aussicht auf eine Anwohner-Parkzone dürfte ebenfalls gering sein. „So etwas gibt es eher in Ballungsgebieten, in Großstädten. Eine solche Zone haben wir in unserer ganzen Region noch nicht”, sagt Alfred Theißen, Leiter des Straßenverkehrsamtes im Kreis Heinsberg. Und ein Anrecht auf einen Dauerparkplatz vor dem Haus gebe es nun mal nicht. „Genau deshalb wurde die zeitliche Befristung ja eingeführt - damit eben keine Dauerparker dort stehen.” Das wiederum kann Gertrud Monz nicht verstehen. Ihr Argument: Es gibt in Gangelt genug Parkraum für alle. Und darauf will sie pochen.
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