JVA Heinsberg sucht Ehrenamtler für den Matheunterricht

Von: defi
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Lara Hepgüler (r.) und Alfred Reimann (2.v.r.) suchen Ehrenamtler für den Mathematik-Nachhilfeunterricht in der JVA Heinsberg. Andrea Persau, Ralf Heinrichs und Erol Uzkiz (v.l.) haben sie schon gewinnen können. Foto: defi

Heinsberg. Nicht jeder möchte es tun, nicht jeder kommt dafür in Frage, aber notwendig ist es allemal: Die Justizvollzugsanstalt Heinsberg sucht Ehrenamtler, die den jugendlichen Gefangenen Nachhilfeunterricht in Mathematik erteilen.

Zurzeit sind in der JVA 25 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig, die in verschiedenen Gruppen Strafgefangene betreuen. Es gibt dabei ein breites Kreativ-Angebot von der Theater-AG bis zur Gitarrengruppe, Gesprächskreise und - ganz neu - eine Yogagruppe mit zehn Teilnehmern.

Die Diplom-Pädagogin Lara Hepgüler koordiniert innerhalb der JVA die ehrenamtliche Arbeit zusammen mit Alfred Reimann, der für die sicherheitsrelevanten Fragen zuständig ist. Andrea Persau, Ralf Heinrichs und Erol Uzkiz erteilen bereits ehrenamtlichen Nachhilfeunterricht in der JVA Heinsberg. Erol Uzkiz ist selbstständiger Architekt und nimmt die Anfahrt aus Aachen in Kauf, um alle zwei Wochen seiner Mathe-Gruppe, die in der Regel aus zwei bis drei Gefangenen besteht, auf die Sprünge zu helfen. Die Jugendlichen sind im Durchschnitt 16 bis 20 Jahre alt und kommen mit sehr unterschiedlichen Mathematikkenntnissen in den Unterricht. Erol Uzkiz: „Bis jetzt habe ich noch keinen Schüler gehabt, der sich nicht engagiert hat, für solche Jugendlichen wäre mir meine Zeit aber auch zu schade. Ich will den Jungens was geben, aber nur wenn auch sie bereit sind, was auf sich zu nehmen.”

Diejenigen Strafgefangenen, die sich in der JVA auf den Hauptschulabschluss vorbereiten, kommen meist mit den Grundrechenarten aus, bei denjenigen, die eine Ausbildung absolvieren, darf es aber auch schon mal der Pythagoras sein. „Das war schon ein echtes Erfolgserlebnis für beide, Schüler und Lehrer”, so Uzkiz, „als ich einem Bau-Lehrling beibringen konnte, dass er mit dem Satz des Pythagoras besser und schneller die Länge eines Stabes berechnen kann.”

Nie Probleme gehabt

Andrea Persau ist Bürofachkraft und kam über einen Zeitungsaufruf in die JVA. Sie hat erfahren: „Man muss keine Mathe-Koryphäe sein, um den Jugendlichen Nachhilfeunterricht zu geben. Oft bringt es schon ganz viel, wenn man mit ihnen das Einmaleins übt.” Im persönlichen Umgang mit den Gefangenen habe sie nie Probleme gehabt, so Persau. Ralf Heinrichs hat sich über ein Fernstudium zum Wirtschaftsinformatiker ausbilden lassen, er sagt: „Man muss das Interesse bei den Jugendlichen wecken, dann ziehen sie auch mit. Mathematik muss keine langweilige, trockene Angelegenheit sein.”

Wer sich vorstellen kann, Nachhilfe in Mathematik in der JVA Heinsberg zu geben, die Unterrichtsstunden finden nach Absprache meist nach 16 Uhr statt, der wendet sich an Lara Hepgüler, 02452/921256 oder per Email an lara.hepgueler@jva-heinsberg.nrw.de .
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