Jungschwan Alex unternimmt Ausflüge zum Supermarkt

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Auch wenn Jungschwan Alex schon mal von einer Ente in den Schwanz gepiekst wird, fühlt er sich an der Kornmühle gut aufgehoben. Foto: G. Schmitz

Geilenkirchen. Während der jüngsten Hochwasserphase fiel es auf: Ein Jungschwan hatte sich nahe der Kornmühle an eine Strömungsschwache Stelle am Wurmufer zurückgezogen. Seine vermutliche „Heimat” im Wurmauenpark schien er aufgrund der Witterung nicht mehr erreichen zu können. Aber ein Problem ergab sich offenbar daraus nicht.

Die Population an Schwänen nimmt auch in unserer Region stark zu. Waren vor 20 Jahren nur vereinzelt Schwäne zu sehen, so erobern sie heute die Seen und Flüsse auch im Wurmtal.

Gute Reviere besetzt

Das bringt Natur gegebene Probleme mit sich, denn Schwäne sind revierbezogene Tiere. Im Laufe der Jahre sind die „besten” Reviere aber schon besetzt, und die immer zu Beginn eines Jahres von ihren Eltern vertriebenen Jungvögel müssen sich ein eigenes Terrain suchen.

In diesen Tagen, stets mit dem Bau eines neuen Geleges, beginnen die Schwanenpaare ihren Nachwuchs intensiv mit dem Schnabel zu attackieren, damit sie das angestammte Revier der Eltern verlassen. Das führte vor fünf Jahren im Geilenkirchener Wurmauenpark sogar dazu, dass die dort ansässigen Eltern eine Jungschwan, der „zu Hause” bleiben wollte, zu Tode hackten.

Von Natur geführt

Auch wenn ein derart für Menschen vermeintlich grausames Verhalten unverständlich ist, hat die Natur es so eingerichtet. Wegen solcher Vertreibung tauchen jetzt Jungschwäne plötzlich an verschiedenen Stellen, auch hier im Geilenkirchener Stadtgebiet, auf.

So wird seit einigen Jahren auch die Wurm von Schwänen genutzt, obwohl fließende Gewässer nicht zu den beliebten Revieren der Schwäne zählen. Aber den Jungschwänen vom Wurmauenpark, vom Teich der Burg Trips oder aus dem Naherholungsgebiet Übach-Palenberg bleibt nichts anderes übrig, als sich ein nicht besetztes Areal für die Bildung einer neuen Familiengemeinschaft zu suchen.

Seit rund zwei Wochen schon fristet Jungschwan „Alex”, so wurde ihm bereits ein Name gegeben, auf der Wurm an der Kornmühle in Geilenkirchen sein Dasein. Hierhin hat ihn allerdings die starke Strömung der Wurm beim damaligen Hochwasser angetrieben. War Alex in der ersten Tagen noch bemüht, diesen Teil der Wurm zu verlassen, so fühlt er sich mittlerweile dort heimisch.

Dass der Jungschwan von den Menschen gefüttert wird, erleichtert ihm das Leben inmitten der Stadt. Alex schwimmt von links nach rechts und kommt, nach dem Hochwasser, gegen die Strömung gut an, er machte auch bereits Ausflüge bis hin zu einem hundert Meter entfernten Discounter.

Wenn er in wenigen Wochen perfekt fliegen kann, werden seine Exkursionen einen größeren Radius einnehmen, und wenn Alex eine Partnerin fürs Leben gefunden hat, wird er sein derzeitiges Revier an der Kornmühle verlassen - oder seine Gefährtin in sein Zuhause einladen.
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