Junge Frau mit Behinderung im Ministerium

Von: st
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Natalie Buschmann freut sich über ihren Job im Ministerium. Foto: Finanzministerium NRW

Geilenkirchen-Grotenrath. Wenn Natalie Buschmann Urlaub hat, ist sie traurig. Ihren Job liebt die 21-Jährige aus Grotenrath über alles. Die junge Frau arbeitet als Botin im Finanzministerium. Die Festanstellung hat sie, obwohl sie eine Lernbehinderung hat.

Möglich wurde das nur durch den Einsatz des Geilenkirchener Behindertenbeauftragten Heinz Pütz. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Schwerbehinderten- und Hauptschwerbehindertenvertretungen der obersten Landesbehörden NRW und die Hauptvertrauensperson schwerbehinderter Menschen im Geschäftsbereich des Finanzministers des Landes NRW – so seine offiziellen Bezeichnungen – pendelt ständig zwischen Geilenkirchen, Düsseldorf und Berlin.

Minister und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beziehen den Geilenkirchener in Gespräche mit ein, wenn es um Belange behinderter Menschen geht. Davon hat jetzt auch die junge Frau aus Grotenrath profitiert. Kennengelernt hat Heinz Pütz die Absolventin der Förderschule in Gangelt während einer berufsfördernden Maßnahme auf dem Loherhof in Geilenkirchen, wo junge, behinderte Menschen fit für die Zukunft gemacht werden. „Viele landen in der Werkstatt für Behinderte, weil sich ihnen der freie Arbeitsmarkt nicht öffnet“, bedauert Heinz Pütz.

Er erkannte schnell, dass in der jungen Grotenratherin mehr Potenzial steckt und sprach mit dem Leiter des Inneren Dienstes im Düsseldorfer Finanzministerium, Kurt Herold. Dieser ermöglichte es, dass Natalie Buschmann ein Praktikum machen konnte.

Im Ministerium stieß sie schnell auf Sympathien, und so stellte Personalgruppenleiterin Claudia Bushoff-Schul sie für ein halbes Jahr als Botin ein. Doch damit gab sich Heinz Pütz nicht zufrieden. In einem Gespräch mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Finanzminister Norbert Walter-Borjans und Arbeitsminister Guntram Schneider erreichte er, dass fünf feste Arbeitsstellen für Menschen mit einer Lernbehinderung geschaffen werden. Nun freut sich Natalie Buschmann über ihre Festanstellung.

Um 8 Uhr am Morgen beginnt ihr Arbeitstag im Ministerium. Zuerst sortiert sie die Post. Mit dem Botenwagen geht es dann über die erste Etage. Dann werden Briefe, Laufmappen, Akten und behördeninterne Post verteilt. Dabei freut sich die junge Frau auch über so manches Kompliment auf ihren Botenwegen. Der Behindertenbeauftragte möchte nun die Politik dafür sensibilisieren, mehr Stellen für behinderte Menschen einzurichten. „Inklusion darf nicht nur in der Schule stattfinden, das muss weiter gehen. Arbeit ist auch Lebensqualität“, fordert Pütz. Über den Erfolg von Natalie Buschmann freut sich auch die Grotenrather Ortsvorsteherin Theresia Hensen: „Sie war von klein auf eine Kämpferin. Heute ist sie sehr selbstbewusst.“

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