Junge Experten liefern Ideen für altes Gemäuer

Von: Georg Schmitz
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Was kann man aus Burg Trips machen? Dieser Frage gehen 20 Studenten von 18 Universitäten derzeit in Geilenkirchen nach. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Burg Trips – vom Befund zum Konzept“ lautet der Titel des vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz angebotenen neunten Studentenworkshops, bei dem die Hauptburg des Wahrzeichens von Geilenkirchen im Mittelpunkt steht.

20 Studierende von 18 Universitäten aus Berlin, Hamburg, Cottbus und anderen deutschen Städten sowie einer Uni aus Warschau erarbeiten seit Montag Perspektiven für ein Nutzungskonzept für den leer stehenden Backsteinbau. Am Wochenende reisten die jungen Frauen und Männer an und belegten ihre Zimmer in einem Geilenkirchener Hotel. Am Montag lernten sie erstmals das „Ziel ihrer Begierde“ kennen, als sich die stolze Burg in all ihrer Pracht aus dem morgendlichen Nebel erhob. Modernste Technik trifft hier auf historische Gemäuer: Die Besitzerfamilie Davids hat eigens für den Workshop W-Lan in der Hauptburg einrichten lassen. Willy Davids war es auch, der die Studierenden und die begleitende Fachkompetenz mit der Leiterin des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege, Dr. Andrea Pufke, der Gebietsreferentin Dr. Dorothee Heinzelmann und dem Leiter des Kunsthistorischen Institutes der Universität Köln, Professor Norbert Nussbaum an der Spitze in einem eigens hergerichteten Seminarraum begrüßte.

Mit einem kurzen geschichtlichen Ablauf stellte Davids die Wasserburg vor. Ziel der Familie sei es, die Burg in die Zukunft zu führen. „Wir haben aber noch kein Konzept, vielleicht wissen wir am Wochenende mehr“, sagte der Vertreter der Besitzerfamilie. „Wir sind gespannt, was dabei heraus kommt, nachdem Sie die geballte Kapazität an Wissen losgelassen haben“, freute er sich auf das Ergebnis. Bürgermeister Thomas Fiedler zeigte sich erfreut über das Engagement der Studenten. Was könne in dem alten Gemäuer entstehen? „Für Kunsthistoriker wäre es ein Grauen, wenn hier ein Café oder Eiscafé eingerichtet würde“, war sich der Bürgermeister sicher. Der umgebenden Stille folgend sei es ein anderes Extrem, wenn in der Burg ein Meditationszentrum entstehen würde.

„Für uns ist es wichtig, junge Menschen schon früh an den Denkmalschutz heranzuführen“, sagte Dr. Andrea Pufket. Es sei ideal und einfach großartig, dass die Studierenden ihre Ideen praktisch ausprobieren könnten, an einem Objekt, das noch keiner Nutzung zugeführt wurde.

Bevor die Studierenden Arbeitsgruppen bildeten, stellten sie sich einander vor. Das förderte die unterschiedlichsten Studienfächer zutage, wie Restauration, Konservierung, Architektur, Innenarchitektur, Archäologie, Kunstgeschichte, Völkerkunde, Stadtplanung, Bauingenieurwesen oder Bauforschung – eine geballte Ladung Kompetenz auf verschiedenen Gebieten also.

Für die jungen Menschen ist der vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege im Auftrag des Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz geleitete Workshop eine große Herausforderung. Es reize alle Studierenden, am realen Objekt zu arbeiten, Einblicke zu erhalten und Ideen entwickeln zu können. Was ist hier überhaupt möglich? Diese Leitfrage soll bis zum Wochenende beantwortet werden.

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