Junge Christen in „Geheimnisse” der Religion eingeführt

Von: Andrea Schever
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Etwas zwanzig Kinder sind es bei den Treffen, bei denen Margret Nierens (oben) Neues und Interessantes zu den kirchlichen Festen, vor allem vor Ostern, und generell zur Religion erzählt. Ergänzt wird das Programm auch durch angeleitetes Basteln. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen-Immendorf. Wir feiern Ostern. Warum? Und wer hat Jesus zum Tode am Kreuz verurteilt? Nicht jeder weiß alles über die Leidensgeschichte Jesu und über Ostern, die Auferstehung, ohne es einmal aus Schilderungen genau gehört zu haben.

Damit an diesem Platz keine Wissenslücke entsteht und die Kinder altersgemäß an das christliche Thema herangeführt werden, organisiert Margret Nieren, die Küsterin in Immendorf, jedes Jahr aufs Neue in den Tagen vor dem Fest verschiedene Aktionen für Kinder. Begonnen hat sie in diesem Jahr mit einem Jugendkreuzweg schon am Mittwoch vor Palmsonntag.

Dazu waren alle Jugendlichen der Gemeinde ab 13 Jahren eingeladen. Doch es war kein „normaler Kreuzweg”, der für die jungen Leute hätte langweilig werden können. Zusammen mit einigen freiwillig helfenden Jugendlichen organisierte Margret Nieren untere anderem Musik, altersgemäße Texte und Bilder, mit denen die thematische Behandlung der einzelnen Stationen der Passion Jesu Christi weiter behandelt werden konnten.

Lieder wie „Dieser Weg” von Xavier Naidoo oder „Stadt” von Cassandra Steen und Adel Tawil lockerten die Gespräche auf. Ebenso hatten die Jugendlichen die Idee, Bilder von Kreuzen aus verschiedenen Materialien, ob nun Dosen oder Holz, zusammenzutragen und aufzuhängen. So wollte man zeigen, auf welche Weisen man dieses eindrucksvolle Symbol gestalten kann.

„Zwar könnte man meinen, dass sich in diesem Alter kaum oder nur wenige Jugendliche für solch eine Aktion begeistern lassen, doch bei mehr als 15 anwesenden, darunter drei neue Gesichter, spricht ein solcher Tag wohl für sich”, freut sich Margret Nieren.

Doch es gab nicht nur etwas für die Teenager, sondern auch für die noch jüngeren Mitglieder der Gemeinde. Nur einen Tag später stand für die Küsterin, dieses Mal unterstützt vom Jugendausschussmitglied Saskia Wirtz, das Basteln der Palmstecken an. Sie hatten dazu alle Kinder im Grundschulalter eingeladen, ihren eigenen Stecken herzustellen.

Dazu bekam jedes Kind zwei Kopien eines Bildes, auf dem fünf Bilder in Kreuzform angeordnet waren. Neben Petrus, seinen Herrn Jesus verleugnend, waren mit diesem drei weitere Bilder von Jesu Kreuzweg um ein zentrales Bild angeordnet, das die Eucharistiefeier zeigt. Diese Darstellungen wurden den jungen Menschen zunächst erklärt. Alle sollten verstehen, was sie tun, was sie nach Belieben ausmalen durften.

Buchsbaum und Pappe

Währende die Kinder malten und dabei auch munter schwatzten, bereiteten Margret Nieren und Saskia Wirtz die kleinen Buchsbaum-Bündel und die Pappe vor, auf die später die ausgemalten und -geschnittenen Kunstwerke geklebt wurden. So entstanden in stundenlanger Arbeit die persönlichen Werke, auf die jeder kleine Künstler sichtlich stolz war, und die am Palmsonntag in der Messe gesegnet wurden.

Die Beweggründe für dieses Engagement sind für Margret Nieren nicht spektakulär. Begonnen hat sie vor mehr als 15 Jahren, weil ihre Kinder damals in diesem Alter waren und sie sich wünschte, dass den Kleinen der Begriff Ostern nähergebracht wird. Das bis heute fortzusetzen, was nicht jeder Außenstehende nachvollziehen kann, habe jedoch einen plausiblen Grund: „Die Kinder sollen nicht nur ihren Kommunionunterricht absolvieren und ansonsten ânichts tunÔ, sondern sie sollen auch etwas von der Religion erfahren.”


Außerdem macht es der Küsterin einfach Spaß, mit den Kindern zu arbeiten. Und solange es ihr noch Freude bereitet, sagt sie, werde sie solche Aktionen auch zukünftig für die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde anbieten.

Der Jugendkreuzweg und das Basteln von so genannten Palmstecken ist jedoch nicht alles, was Margret Nieren den jungen Menschen anbietet. Jetzt, nach Palmsonntag, traf sie sich mit den baldigen Kommunionkindern, um diesen die Kirche - und natürlich Ostern - ein wenig näher zu bringen. Bei einer rund einstündigen Führung wurde zunächst das Gebäude vorgestellt.

Erste wichtige Regel für die jungen Besucher des Gotteshauses: Hier wird nicht gerannt! So wurde in Ruhe vermittelt, dass die Namenstafeln in der Gebetsnische rechts neben dem Hauptschiff den gefallenen Soldaten aus dem Ort zugeordnet sind. Mit dem Dutzend interessierter Kinder ging es weiter auf die Orgelbühne, wo sie einen intensiven Blick auf das große und tongewaltige Instrument werfen durften.

Im Hauptschiff und Altarraum erklärte Margret Nieren die Bedeutung von Altar, Tabernakel und Taufbecken. Bei den Figuren der Heiligen ließ sie raten, wer dort dargestellt ist, erläutert, warum Petrus oft mit Schlüsseln („É die zum Paradies”) versehen dargestellt wird. Es folgte ein Gang in die Sakristei, wo den jungen Menschen neben dem Weihrauch auch die farbenprächtigen Priestergewänder - darunter zwei über hundert Jahre alte Exemplare - und die Verwendung der verschiedenen Farben erklärt wurde.

Spielerischer Test

Bevor es zum gemeinsamen Essen ins Pfarrheim zurück ging, besprach die Küsterin mit den Kindern die Passionsgeschichte Jesu, wobei die Kinder durch das Beantworten von Fragen zeigen konnten, dass sie beim vergangenen Gottesdienst „gut aufgepasst” hatten.

Nach der Mahlzeit gab es noch ein Quiz für die Kinder, in dem spielerisch getestet wurde, was vom Osterfest und dessen Ursprungsgeschichte präsent war. Dabei sollten die Kommunionkinder auch Stichworte wie „Judas, der Verräter” und die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern kennen.

Zum Gründonnerstag hatte die Küsterin nach der Abendmesse eine Betstunde für Jugendliche im Pfarrheim eingerichtet. Danach sammelten sich auch andere Interessierte im Raum. Die von Margret Nieren organisierten Aktionstage für die Kinder und Jugendlichen bewiesen sich als sehr gutes Mittel, so auch die Meinung vieler Eltern, den Kindern von heute Religion und vor allem die Bedeutung von Ostern näher zu bringen. Das reiche Angebot dieses Engagements soll auch im nächsten Jahr wieder, hofft Margret Nieren, im Pfarrbrief angekündigt und dann realisiert werden.
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