Geilenkirchen - Jugendtrainer: Pässe, Flanken und Torschüsse

Jugendtrainer: Pässe, Flanken und Torschüsse

Von: Laura Beemelmanns
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Martin Coenen (r.) erklärt den acht jungen Fußballern, wie er sich die nächste Trainingseinheit vorstellt. Sie üben dann vor allem die Ballannahme, Pässe und Schüsse aufs Tor. Foto: Laura Beemelmanns
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Martin Coenen (r.) erklärt den acht jungen Fußballern, wie er sich die nächste Trainingseinheit vorstellt. Sie üben dann vor allem die Ballannahme, Pässe und Schüsse aufs Tor. Foto: Laura Beemelmanns

Geilenkirchen. „Martin, kannst du mir meine Schuhe binden?“, ruft ein junger Fußballspieler über den Sportplatz. Martin Coenen (23) läuft hin, bindet die Schnürsenkel zu einer Schleife, springt wieder auf und läuft zurück. Auch das gehört dazu, wenn man eine quirlige Truppe Fußballer trainiert.

Gerade übt Coenen mit der E-Jugend des FC 09 Germania Bauchem das Passspiel und die Ballannahme. „Gescheit annehmen!“, ruft er in die Runde der acht Spieler im Alter von acht bis zehn Jahren. Die haben sich im Dreieck in drei Gruppen rund um kleine Hütchen versammelt und schießen nacheinander den Ball in die Mitte. Ein anderer Spieler läuft von seiner Position los und nimmt ihn an. „Tommy, das war der Letzte jetzt, nehmt alle einen Ball in die Hand und kommt her!“, ruft Coenen erneut, um die wilde Bande im Zaum zu halten.

Es ist 18 Uhr. Martin Coenen steht mit seinen Jungs auf dem Fußballplatz. Es ist der erste Tag, an dem die Kids auf dem Rasenplatz trainieren dürfen. Zuvor war das Wetter einfach zu schlecht. Heute ist es zwar immer noch recht kühl, aber immerhin trocken.

Coenen ist Fußballtrainer. Der gelernte Techniker trainiert die Gruppe nun schon seit lvergangenem Sommer und ist insgesamt schon seit etwa zehn Jahren, zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Spieler in der ersten Mannschaft, als Trainer im Einsatz.

Jeden Dienstag und Freitag übt er mit den Nachwuchsspielern vor seinem eigenen Training Passspiele, Ballannahme, Konzentration, Torschüsse und die Verteidigung. „Wo sind die Leibchen?“, fragt der junge Trainer in die Runde. Er entdeckt sie am anderen Ende des Platzes. „Murat, du holst die Leibchen, die anderen kommen her.“ Murat rennt los, während die anderen sieben gespannt zuhören. „Wir machen jetzt ein Spiel mit drei Teams“, erklärt Coenen. „Jeder braucht einen Ball am Fuß.“ „Wo ist das Tor?“, fragt einer der Jungs. „Es gibt kein Tor“, entgegnet Coenen und platziert erneut drei Hütchen auf dem Rasen.

Der Trainer hat sich ein Fangspiel ausgedacht, bei dem die Jungs spielerisch lernen, den Umgang mit dem Ball zu verbessern. „Das Team, dessen Namen ich rufe, läuft bei Kommando weiter und fängt die anderen. Alle lassen die Bälle dabei liegen.“ Ab der dritten Runde funktioniert das dann auch, und die Regeln sind bei allen Spielern angekommen. So langsam färben sich jedoch die Gesichter der Jungs rötlich, und Coenen beendet die erste Einheit. „Noch ein Mal, dann könnt ihr was trinken gehen“, sagt er.

Seit 1995 spielt er bei den Germanen in Bauchem. Aktuell ist er Stammspieler in der ersten Mannschaft. Neben den Trainingseinheiten betreut er die E-Jugend beim Samstagsspiel und spielt sonntags zusätzlich auch selbst noch. Neben seinem Job und dem Einsatz im Verein versucht er, die restliche Freizeit mit seiner Freundin zu verbringen. Fußball ist sein Hobby, seine Leidenschaft und begleitet ihn schon sein ganzes Leben. Wenn nicht aktiv auf dem Feld, dann als Fan der Alemannia Aachen. „Sind alle wieder zurück?“, fragt er, „dann geht‘s von vorne los. Wenn ich ,grün‘ sage, lauft ihr los!“

Martin Coenen hat nun eine Übung ausgewählt, die die Ballannahme und den Torschuss aus der Bewegung heraus trainieren soll. Die Spieler stehen wieder in Gruppen vor zwei Toren und seitlich daneben. Beim Kommando „Grün“ läuft ein Spieler los, spielt zur Mitte, ein anderer läuft von der Seite los und schießt aufs Tor. „Tempo, Tempo, Tempo!“, ruft Coenen. „Und jetzt Schuss!“

Die acht Spieler laufen, beobachten den Ball und schießen. Hin und wieder lassen sie sich dabei auf den Rasen fallen. „Steh auf, Tommy“, sagt Martin Coenen dann ganz trocken. Sie albern auch gerne ein wenig herum, lachen und ärgern sich gegenseitig. Das gehört zum Spiel dazu. Derweil beobachtet der Trainer seine Spieler ganz genau. Er gibt Verbesserungsvorschläge und Anweisungen, erklärt neue Übungen und macht sie vor. Die jungen Fußballer nehmen die Korrekturen gerne an.

Die E-Jugend spielt in der Sonderliga. Dort haben sie sich im guten Mittelfeld auf Platz fünf gespielt. Die meisten haben auch schon im jungen Alter ihre Position auf dem Platz gefunden. Wer in der Sonderliga spielt, ist dementsprechend schon recht gut. Jung beginnt, wer einmal ein ganz Großer werden will. Nun hat Coenen wieder eine kurze Pause verordnet. Die Jungs trinken. Auch wenn sie hin und wieder stöhnen und sagen, dass sie nicht mehr können, spielen sie unentwegt weiter, vergessen sogar zu trinken. Coenen erinnert sie immer wieder gerne daran.

Nach etwa einer Stunde voller Übungen sollen sie nun ein richtiges Spiel nachstellen – allerdings in diesem Fall vier gegen vier. In der Spielsituation kann der Trainer besser schauen, wo die Stärken und Schwächen seiner Truppe liegen. Außerdem macht es den Jungs am meisten Spaß. Dann schmeißt sich einer der Spieler wieder auf den Boden. „Steh auf!“, ruft Coenen. „Mein Schuh ist wieder auf“, sagt er. Coenen läuft erneut zu seinem Schützling und waltet seines Amtes.

Er ist eben nicht nur Trainer, sondern auch Freund. Das war der letzte Schuss für heute. „Ab in die Kabine, Jungs, wir sehen uns am Freitag.“

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