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Jugenddisco in der „Mausefalle”: Kontroverse Diskussion

Von: Georg Schmitz
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Bei der ersten Kinder- und Jugenddisco „1,2 Step” für Jungen und Mädchen ab zwölf Jahren im Musikpark Geilenkirchen unter Aufsicht von Jugendamt und den Jugendeinrichtungen ging mächtig die Post ab. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Im Vorfeld war kontrovers über das Für und Wider einer Kinder- und Jugenddisco im Musikpark diskutiert worden. Kommerz hin, Kommerz her, schon während der Tanzveranstaltung für Kinder und Jugendliche war der Erfolg nicht von der Hand zu weisen. Die 298 Jungen und Mädchen waren begeistert und hatten jede Menge Spaß bei „1,2 Step” - so das Motto.

In Zusammenarbeit mit dem Musikpark Geilenkirchen hatten Jugend- und Sozialamt der Stadt Geilenkirchen, Stadtjugendring Geilenkirchen sowie die beiden katholischen und evangelischen Jugendzentren „NewCom” und „Zille” zum ersten „Abtanzen” für Kids ab zwölf Jahre in die Disco eingeladen.

Im Vorfeld hatten die beteiligten Parteien viel diskutiert und verhandelt und die Kinderdisco an verschiedene Bedingungen geknüpft. So gab es auch für die wenigen über 18-Jährigen während der Veranstaltung nur alkoholfreie Getränke, zudem musste Werbung für „Hochprozentiges” unterbleiben.

Dem Vorwurf, nachdem der Musikpark ein rein kommerzielles Interesse habe und das „Klientel von Morgen” in ganz jungen Jahren an sich binden wolle, trat Geschäftsführer Eric Engel rigoros entgegen: „Wir haben keinen Gewinn an der Veranstaltung, denn der Erlös wird der Jugend in Geilenkirchen gespendet.”

Selbst wenn die Ausgaben die Einnahmen der Jugenddisco übersteigen würden, werde mindestens ein Euro von den jeweils zwei Euro Eintritt gespendet. „Wir wollen den Kindern ab zwölf Jahren auch etwas bieten, aber uns fehlen die Räumlichkeiten”, erläutert Birgit Gerhards vom städtischen Jugendamt einen Grund für die Location. Man müsse auf die Wünsche von Kindern eingehen, denn junge Menschen hätten andere Vorstellungen von Freizeitgestaltung. „Wenn ich meiner Tochter einen Spaziergang durch die Teverener Heide anbiete, ernte ich nur ein müdes Lächeln”, so Gerhards.

Das städtische Jugendamt stellte bei „1,2 Step” drei, der Stadtjugendring sechs Aufsichtspersonen. Die beiden Jugendeinrichtungen „NewCom” und „Zille” waren mit acht, beziehungsweise zehn Teamern dabei. Der Gedanke kam auf, dass eine derartige Veranstaltung in einer kommerziellen Disco sich als Konkurrenz zu den beiden auf ehrenamtlicher Arbeit basierenden Jugendzentren auswirken könnte. „Wir sind Sozialarbeiter, die auch Werte vermitteln müssen”, blickte Zille-Leiterin Nadine Gärtner auf die Scheidungspartys, die der Musikpark regelmäßig veranstaltet. Gärtner bekommt aber von Eric Engel bestätigt, dass dies Vergangenheit sei und keine Scheidungspartys mehr veranstaltet würden. Dann fand Nadine Gärtner die Kinderdisco in Ordnung.

„Wir veranstalten im NewCom selber regelmäßig Discos und sprechen die gleiche Zielgruppe ab zwölf Jahren an”, gab Irmgard Baldes zu bedenken. Im NewCom würden sich ehrenamtliche Helfer in die Jugendarbeit einbringen. Wenn nun öfter Jugenddiscos in kommerziellen Räumen veranstaltet würden, sei es sicherlich schwieriger, Jugendliche für das Ehrenamt zu motivieren. Die Gedanken, die sich Erwachsene so um ihr Wohlergehen machen, waren an diesem Nachmittag für die 298 Jungen und Mädchen vollkommen belanglos.

Alle hatten einfach nur ihren Spaß. Die Tanzfläche war immer proppevoll, wobei unter der Masse tanzender Mädchen nur ab und zu mal ein Junge hervorschaute. Ibrahim Hajolli vermittelte zwischendurch den Kids das notwendige Körpergefühl für HipHop, und die Showtanzgruppe „Step4Ward” begeisterte mit einer Michael Jackson-Einlage. „Die Kinder lernen auch, sich zu bewegen”, nannte Birgit Gerhards einen Aspekt „pro Disco”. Die beteiligten Parteien würden sich bald zusammensetzen und ein Resümee ziehen, und davon hänge dann ab, ob es in Zukunft weitere Jugenddiscos geben werde.

Nach knapp drei Stunden holten die Eltern ihren Nachwuchs wieder ab, der allerdings am liebsten noch länger im Musikpark geblieben wäre.
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