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Jugend zu Höchstleistungen nach wie vor bereit

Von: Georg Schmitz
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Den Großteil der durch Bürgermeister Thomas Fiedler und dem Stadtsportverbandsvorsitzenden Hans-Dieter Reinartz zu ehrenden Geilenkirchener Sportler machten die Akteure der Mannschaften aus. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit rund 200 Menschen lag die Besucherzahl der erstmals in der Aula der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule veranstalteten 4. Sportlerehrung von Stadt Geilenkirchen und Stadtsportverband um ein Drittel unter der der Vorjahre.

Neben den zu ehrenden 146 Sportlerinnen und Sportlern mit Wohnsitz oder Verein in der Stadt Geilenkirchen hatten auch einige Eltern und Begleitpersonen den Weg in das Schulzentrum gefunden.

Besonders erfreut war Bürgermeister Thomas Fiedler über die 111 ausgezeichneten Jugendlichen: „Zeigt dies doch, dass die Bereitschaft zu sportlichen Höchstleistungen bei unserer Jugend auch heute noch vorhanden ist”, so Fiedler.

Demografischer Wandel

Dabei erfüllten die vielen Sportvereine mit ihren unzähligen ehrenamtlichen Vorständen und Übungsleitern eine wichtige Aufgabe, indem sie Kinder und Jugendliche schon früh an die sportliche Betätigung heranführen und ihnen dauerhaft ein sportliches Zuhause böten.

„Der demografische Wandel ist eine bestimmende Größe für die Sportstättennachfrage vor Ort”, zitierte der Bürgermeister eine im Auftrag des Innenministeriums erstellte Studie von Professor Horst Hübner.

Das Sportverständnis habe sich geändert, deshalb würden immer mehr Menschen Sport nicht unter Wettkampfgedanken, sondern als bewegungsaktive Freizeit und Erholung betreiben.

80 bis 110 Sportarten

In NRW-Kommunen würden zwischen 80 und 110 Sportarten angeboten. Rund 75 Prozent der Zehn- bis 75-Jährigen würden sich als sportaktiv oder bewegungsaktiv bezeichnen. Schaue man auf die Hitliste der bewegungsaktiven Sportarten, führe dies zu erstaunlichen Fakten. Fußball komme erst an Position 8, während Radfahren, Schwimmen, Fitnesstraining, Jogging, Wandern, Walking und Spazierengehen dem publikumswirksamen Fußball den Rang ablaufen.

„Dreiviertel dieser Aktivitäten finden ohne Bindung an einen Verein, 20 Prozent in Vereinen und der Rest in Sportstätten privater Anbieter statt”, wusste Thomas Fiedler. Der Sport werde sich vom pyramidalen Aufbau der Wettkampfstrukturen weiter entfernen. „Für die Jüngeren werden Vereine als Organisationsform wichtiger sein als für die Älteren”, sagte Fiedler. Dies bedeute für die Sportvereine, dass sie ihr Angebot verändern und flexibilisieren müssten.

Bürgermeister Thomas Fiedler kam auch auf die unumgängliche Haushaltssicherung zu sprechen, die die Vereine zu spüren bekämen. Er habe nach Rücksprache mit Vereinsvertretern und nach Abwägung aller Bedenken den Politikern eine Kürzung der Barzuschüsse für die Vereine vorgeschlagen.

Dies, um der Kommunalaufsicht nachzuweisen, dass die Stadt ihre freiwilligen Leistungen einschränkt. In der Summe mache das zwar 26.000 Euro aus, aber es seien immer wenige hundert Euro gewesen, die jedem Verein als Zuschuss gewährt wurden.

Sportzentrum Bauchem

All denjenigen, die bei der Ratssitzung am kommenden Mittwoch die Rücknahme dieses Vorschlags fordern würden, müsse er sagen: „Wir haben Glück, wenn wir es nur bei dieser Kürzung belassen können und wenn uns nicht in den nächsten Jahren das Sportzentrum Bauchem inklusive Hallenbad oder andere Sportstätten vor der Nase zugemacht werden.”

Denn dies sei das, was anderen Kommunen unter der Haushaltssicherung bereits passiere. Fiedlers Plädoyer: „Geben wir mit unserem Haushaltssicherungskonzept lieber den kleinen Finger, als uns später den Arm abreißen zu lassen.”

Auch der Vorsitzende des Stadtsportverbands, Hans-Dieter Reinartz, ergriff das Wort: „Die heutige Veranstaltung haben wir unter das Motto Sport und Ernährung gestellt.” Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass den Gästen die von Schülerinnen und Schülern unter Anleitung von „Kochlehrerin” Adelheid Gottschalk zubereiteten Speisen der „SchmeckLecker AG” der Gesamtschule munden würden.

Freiwillige Helfer

Reinartz dankte all den ehrenamtlichen, freiwilligen Helfern, auch denen, die im Hintergrund arbeiteten. Ohne all die Ehrenamtler sei eine derartige Veranstaltung nicht durchführbar.

„Ich appelliere an die politisch Handelnden, dass sie trotz Haushaltskürzungen an die ehrenamtliche Arbeit denken. Ehrenamtliche Arbeit ist der Kitt der Gesellschaft”, so Reinartz.

Müsste man diese Leistungen durch den Staat erbringen, wäre sie unbezahlbar.

Sport dürfe nicht nur in Toren und Sekunden gemessen werden, er habe auch eine sozialpolitische Aufgabe. Zwischen den Ehrungen, die Thomas Fiedler und Hans-Dieter Reinartz vornahmen, zeigten die Tänzerinnen des Tanzsportverein Geilenkirchen ihr Können, brachte die „Sandkastenarmee Slapstick zum Besten und boten drei „fitnessbewandelte” Akteure des Sportpark Loherhof eine Zumba-Vorführung.

Heiko Schlager, der an diesem Abend auch als Moderator fungierte, trat zum Abschluss noch als Sänger vor das Publikum.
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