In ungewohnter Umgebung das Ziel erreicht

Von: g.s.
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Die Klassenlehrer Uta Thelen-Ise und Werner Seltier, Abteilungsleiter Ulrich Peinkofer und Schulleiter Uwe Böken (hintere Reihe v.l.) gratulieren den jungen Spätaussiedlern zum im Eichendorff-Kolleg bestandenen Abitur. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. 16 junge Frauen und Männer osteuropäischer Herkunft haben es geschafft, sie beschreiten nun den Weg in einen neuen beruflichen oder schulischen Lebensabschnitt. Die Abiturientia 2010 des Eichendorff-Kollegs in Geilenkirchen nahmen zum ersten Mal ihre Zeugnisse in der Aula der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Empfang.

Das Staatliche Institut für spät ausgesiedelte Abiturienten hatte im ehemaligen Domizil Loherhof seine Pforten geschlossen, die Stadt Geilenkirchen die Trägerschaft übernommen. Das Eichendorff-Kolleg mit seinen zwei Einschulterminen im Sommer und im Winter ist seit diesem Jahr als „Abteilung IV” der Gesamtschule angeschlossen.

Auf diese Entwicklung ging auch Schulleiter Uwe Böken bei der Abi-Feier ein. „Mit dem heutigen Tag erleben wir alle erstmalig die Verabschiedung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des so genannten Sonderlehrgangs für spät ausgesiedelte Abiturienten an unserer Schule”, sagte Uwe Böken. Nun sei für alle sichtbar das vollzogen, was im Jahr 2008 vom Land NRW auf den Weg gebracht worden ist.

Erste Etappe genommen

Die Absolventinnen und Absolventen hätten ihre Zeit im Sonderlehrgang am alten Standort Loherhof begonnen und würden ihn nun am neuen Platz abschließen. Uwe Böken: „Sie haben sich vor Jahren vorgenommen, in einem zunächst fremden Land in ungewohnter Umgebung Ihr Leben verantwortungsbewusst selbst meistern zu können.” Spätestens mit diesem Tag werde allen Beobachtern bewiesen, dass dieses Ziel erreicht sei.

„Der heutige Tag symbolisiert eine erste Etappe auf dem Weg, aus der alten Anita-Lichtenstein-Gesamtschule und dem alten Eichendorff-Kolleg eine einzige, gemeinsame Schule zu machen”, sah Uwe Böken in die Zukunft. Der Schulleiter gab den 16 Absolventen mit Zitaten von Peter Ustinov auf den Weg: „Es ist von grundlegender Bedeutung, jedes Jahr mehr zu lernen, als im Jahr davor. Bildung ist nicht auf die Schule begrenzt, sie geht unerbittlich bis ans Lebensende.”

Bürgermeister Thomas Fiedler überbrachte die Glückwünsche von Rat und Verwaltung der Stadt Geilenkirchen und würdigte das Eichendorff-Kolleg als eine Schule, die auch für eine gelungene Integration in der Stadt stehe. „Geilenkirchen kann stolz auf euch sein”, so der Ratsvorsitzende. Diese Institution habe in 38 Jahren Tausende von Abiturienten hervorgebracht. An die Absolventen gewandt: „Sie haben interkulturelle Kompetenz, pflegen Sie diese und setzen Sie diese ein. Sie werden auf dem Arbeitsmarkt gebraucht.” Im Namen der Entlassschüler dankte Michael Heinbuch den Lehrerinnen und Lehrern und beschäftige sich mit der Zukunft: „Für uns werden jetzt viele Türen aufgehen. Jetzt gilt es die richtige Türe auszumachen und zu öffnen.” Es sei eine schöne Zeit gewesen, und „ich möchte eigentlich gar nicht von hier weg gehen”.

Abteilungsleiter Ulrich Peinkofer nannte diese Abiturfeier ebenfalls etwas Besonderes, markiere sie doch das Ende des selbstständigen Eichendorff-Kollegs und den Beginn unter dem Dach der neuen Mutterschule. Kurz ging er auf die Historie der Sonderlehrgänge ein, die 1992 in Oberhausen ihren Anfang nahmen und schon 1994 im Loherhof in Geilenkirchen angesiedelt wurden. Die Absolventen hätten immer zweimal das Abitur gemacht, einmal nach elf Jahren in ihrem Herkunftsland, dann in Geilenkirchen. Weil das erste Abi in ihrer meist osteuropäischen Heimat in Deutschland nicht genüge, verlange man den Schülern noch einmal zwei Jahre Lernzeit ab. Noch eine weitere Besonderheit: „Das Eichendorff-Kolleg nimmt nicht am Zentralabitur teil”, so Ulrich Peinkofer.

Die Abi-Feier wurde musikalisch begleitet von Michelle Borger, die mit schöner Stimme „Almost Lover” sang, und von Kian Moghaddamzadeh, der Beethovens Klaviersonate Nummer 8 spielte.
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