Übach-Palenberg - In der Kita Meragel gedeiht ein bunter Wunschbaum

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In der Kita Meragel gedeiht ein bunter Wunschbaum

Von: Markus Bienwald
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Vier Frauen und ein Wunschbaum (von links): Laura Gossen, Einrichtungsleiterin Andrea Schmitz-Pauli, Nicole Fischermann und Rita Laubsien von der Kita Meragel. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Ein Pony mit Geräuschen? Muss das sein?“ Diese Frage wird Andrea Schmitz-Pauli in diesen Tagen wohl öfter gestellt. Denn seit dem kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt rund um die evangelische Christuskirche an der Theodor-Seipp-Straße stapeln sich in ihrem Büro große und kleine Geschenkkartons.

Bunt verpackt, weihnachtlich dekoriert und natürlich auch mit ein paar Süßigkeiten garniert, warten sie hier auf ihre Empfänger. „Wir freuen uns, dass unsere zweite Wunschbaum-Aktion nach dem Start im letzten Jahr wieder so gut angenommen wird“, sagt die Leiterin der Kindertagesstätte Meragel in direkter Nachbarschaft zur Kirche. Die Idee zur Aktion kam ihr mit Blick auf die tägliche Arbeit des Familienzentrums. „Denn wir sind für die Menschen hier in Frelenberg eine echte Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Familie“, sagt Schmitz-Pauli. Dabei kommen natürlich auch schon mal soziale Aspekte zum Tragen, wie beispielsweise der offene Kleiderschrank in der Einrichtung zeigt. „Hier kann jeder gerne etwas mitnehmen und auch wieder reinlegen, wenn es noch gut erhalten ist und die Kinder rausgewachsen sind“, weiß die Pädagogin.

Nicht ausblenden

Und sie kennt natürlich genau auch die Lebenssituationen der Menschen vor Ort. Finanzielle Probleme lassen sich nicht ausblenden und auch nicht wegdiskutieren, doch dagegen kann man etwas tun, ist sie überzeugt. „Wir beraten im Zusammenspiel mit beispielsweise der Erziehungsberatung der Caritas in Geilenkirchen oder mit der Diakonie in Übach-Palenberg die Menschen, die zu uns kommen“, erzählt sie im Schein des Adventskerzenlichts. Dabei geht es oft um Themen wie Grundsicherung, das Bildungs- und Teilhabepaket, den Umgang mit Ämtern oder auch die Vermittlung an Fachdienste in besonderen Lebenssituationen. Und da hat sie auch festgestellt, dass manche Familien unverschuldet finanziell so knapp auf Kante genäht sind, dass Weihnachtsgeschenke schon mal kleiner oder ganz ausfallen. „Mit der Wunschbaumaktion geben wir allen die Möglichkeit, dass der Platz unter dem Christbaum nicht leer bleibt“, freut sie sich.

Und das geht, besser gesagt ging, ganz leicht: 70 Karten fanden sich am zum Start des Weihnachtsmarktes noch am eigens aufgestellten Baum der Kita. 70 Karten mit Wünschen von Kindern, wobei natürlich auch Spielzeug wie das eingangs erwähnte Pony mit Geräuschen stehen. Schnell fanden alle Karten einen Abnehmer und Spender, denn jeder, der sich eine Karte pflückte, besorgte das Geschenk bis ungefähr 15 Euro Wert und lieferte es später pünktlich vor dem Weihnachtsfest wieder in der Einrichtung ab.

Erfüllung der Kinderwünsche

Die ist übrigens bewusst reizarm eingerichtet und hat auch nicht viel vorgefertigtes Spielzeug im Programm, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. „Wir spielen bewusst viel mit Naturmaterialien und wertfreien Materialien und fördern so noch zusätzlich die Kreativität und das Sprachverhalten der Kinder“, schließt Andrea Schmitz-Pauli. Dass es in einer solchen Umgebung erstmal stutzig macht, wenn dann doch das Pony unterm Weihnachtsbaum liegt, ist für sie aber kein Problem. „Genau das macht es ja aus“, sagt sie lächelnd, „denn die Mischung aus unserem Konzept und der Erfüllung der Kinderwünsche ist perfekt geeignet, um den Kindern Chancengleichheit und soziale Inklusion zu bieten.“

Schließlich gilt, dass die jungen Menschen auch gerne das hätten, womit sie bei ihren Altersgenossen auch schon mal gespielt haben. Und da ist es egal, ob das Spielbausteine, ein Ball vom Lieblings-Fußballclub oder eben ein Pony ist, das Geräusche macht.

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