Geilenkirchen - In der Innenstadt Ortsvorsteher „schmerzlich vermisst“

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In der Innenstadt Ortsvorsteher „schmerzlich vermisst“

Von: st
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Geilenkirchen. Ist auch in der Geilenkirchener Innenstadt ein Ortsvorsteher unbedingt notwendig? Oder ist er entbehrlich. Will man monatlich 168,70 Euro, also 2024,40 Euro im Jahr, für ihn ausgeben, wie dies bis zu den Kommunalwahlen 2009 der Fall war?

Diese Fragen wurden in der Ratssitzung am Mittwochabend rege diskutiert.

„Wir alle wollen bei den Fraktionen sparen. Und das ersparte Geld verbraten wir dann wieder für einen Ortsvorsteher“, sprach sich Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden gegen einen Ortsvorsteher für den Stadtkern, Bauchem und Hünshoven aus.

So jedenfalls sah es eine Änderung der Hauptsatzung der Stadt Geilenkirchen vor, über die abgestimmt werden musste. Der Bürgermeister selbst, so argumentierte Benden, wohne in Hünshoven. Im Stadtkern selbst sei das Rathaus Anlaufstelle für alle Bürger. „Einen zusätzlichen Ortsvorsteher werden wir deshalb nicht mittragen“, erklärte Benden.

Das sah auch Christian Kravanja, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste, so. „Auch wenn es nach wenig Geld klingt: Die Stadt Geilenkirchen befindet sich im Haushaltssicherungskonzept und hat keinen Cent zu viel, den sie verschwenden könnte.“ Die Bürgerliste halte den Ortsvorsteher in der Innenstadt anders als in den Außenorten durch die räumliche Nähe zur Verwaltung für entbehrlich. Zudem sei die Innenstadt mit ausreichend Ratsmitgliedern versehen, die die Bindung zum Rat gewährleisten würden. Repräsentative Aufgaben in der in der Innenstadt könnten von einem der stellvertretenden Bürgermeister wahrgenommen werden.

Ganz anders sah das CDU-Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff: „Wir brauchen einen Ortsvorsteher, die Bürgermeister der Vergangenheit haben immer die Wichtigkeit bestätigt“, argumentierte er. Bürgermeister Thomas Fiedler sei nach seiner Wahl gegen einen Ortsvorsteher in der Innenstadt gewesen. „Jetzt sieht auch er die Notwendigkeit. Er ist Ansprechpartner für die Bürger, Repräsentant bei den Vereinen und ein wichtiges Organ. Entweder müssen wir alle Ortsvorsteher abschaffen oder in Geilenkirchen wieder einen einführen.“

SPD-Fraktionschef Horst-Eberhard Hoffman zeigte sich „enttäuscht“ über die Entwicklung. „Wir müssen dem Bürger zeigen, dass wir sparen, mit der einen Hand wird gespart, mit der anderen wird das Geld wieder ausgegeben.“ Bürgermeister Thomas Fiedler begründete schließlich sein Umdenken: „Ich hatte keine Ahnung von der Wertigkeit des Ortsvorstehers und habe einen Lernprozess durchgemacht. Ich habe den Ortsvorsteher schnell und schmerzlich vermisst. Es wäre gut ausgegebenes Geld.“

Dazu meinte Manfred Mingers (Die Linke): „Es macht keinen Sinn, den Ortsvorsteher nur in Geilenkirchen zu streichen. Dann müsste man alle abschaffen.“ Mit den Stimmen von CDU und FDP wurde schließlich beschlossen, nach den Kommunalwahlen 2014 den Ortsvorsteher auch im Stadtkern wieder einzuführen.

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