Immer mehr und immer anders gefordert

Von: Georg Schmitz
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Zum ersten Mal führte die Gei
Zum ersten Mal führte die Geilenkirchener Wehr einen Lehrgang „Absturzsicherung” durch, bei dem ein Baukran als Übungsobjekt herhalten musste. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Feuerwehrleute sind den ständigen Veränderungen an Material, Technik und Einsatzkriterien unterworfen. Deshalb sind stetes Üben und permanentes Anpassen an neue Einsatzszenarien grundsätzliche Voraussetzungen für den Dienst in der Feuerwehr. Ob Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr, die Aufgabengebiete sind für alle Kräfte gleich.

Zahlreiche Lehrgänge bereiten die Feuerwehrfrau oder den Feuerwehrmann auch in Geilenkirchen auf die Realität vor.

„Wir müssen aufgrund der vielfältigen und sich verändernden Einsatzlagen heute noch mehr ausbilden”, weiß der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen, Stadtbrandinspektor Michael Meyer. Gegenüber früher, als die Feuerwehr nur Brände bekämpfen musste, hätten sich die Einsätze stark verändert, wobei das Gewicht heute auf dem Gebiet der „Technischen Hilfeleistung” liege.

Meyer konnte mit einigen Zahlen aufwarten. Alleine im Jahre 2010 nahmen 78 Kameradinnen und Kameraden an Seminaren und Lehrgängen teil und schufen so die Voraussetzung für den Aufstieg in die „Führungsriege” oder die Teilnahme an weiterführenden Lehrgängen.

Basis für alle weiteren Lehrgänge einer Freiwilligen Feuerwehr ist die Truppmannausbildung nach Modul 1 und 2, an der im vergangenen Jahr 19 junge Kräfte der Geilenkirchener Wehr teilnahmen. Der Folgelehrgang, die Truppmann 3 und 4 Ausbildung verschaffte vor wenigen Wochen 18 Wehrleuten den Einstieg in den aktiven Feuerwehrdienst. Vor wenigen Tagen endete für 14 junge Männer und eine Frau ein Atemschutzgeräteträgerlehrgang mit der Prüfung durch Stadtbrandinspektor Michael Meyer und seinen Stellvertreter Stadtbrandinspektor Armin Pennartz.

Unter Leitung von Brandoberinspektor Franz-Josef Alshut und seinem Ausbilderteam mit Dr. med. Ralf Hausmann, Joachim Merkelbach, Frank Lauter, Günter Heinrich und Norbert Randerath erfolgte an zehn Tagen mit insgesamt 46 Stunden die Unterweisung der Lehrgangsteilnehmer in Theorie und Praxis. Zu den verpflichtende Themen gehörten die theoretischen Themenbereiche „Atemgifte und die Wirkung auf den menschlichen Körper”, „Anatomie der Atemorgane”, „Berechnung des Luftverbrauchs”, „Einsatzgrundsätze”, „Gerätekunde” und „Gesetzliche Grundlagen”.

Die Praxis umfasste Handhabung, Pflege und Wartung der unterschiedlichen Atemschutzgeräte. Daneben wurde das erlernte Wissen in praktischen Einsatzübungen sowie auf der Atemschutzübungsstrecke in Erkelenz einstudiert. Eine Einsatzübung wurde im Brandhaus der Berufsfeuerwehr Aachen absolviert, weil dort unter realistischen Bedingungen mit Verqualmung, Feuer und Hitze geübt werden kann.

Bei Atemschutzgeräteträgern ist die geistige und körperliche Fitness unbedingte Einsatzvoraussetzung. Bevor ein Feuerwehrangehöriger erstmals den Lehrgang besuchen darf, erfolgt bei einem Arzt für Arbeitsmedizin eine Tauglichkeitsuntersuchung nach den berufsgenossenschaftlichen Untersuchungsrichtlinien. Diese Untersuchungen müssen in dreijährigen Abständen wiederholt werden.

Die Atemschutzgeräteträger stehen bei Lösch- und Gefahrguteinsätzen meistens in vorderster Front und sind hier ständig Gefahren ausgesetzt. Stark verqualmte unbekannte Gebäude müssen aufgrund der Rauchentwicklung nahezu „blind” begangen werden. Stufen, Bodenöffnungen, Mobiliar und im Weg stehendes Material bilden weitere unbekannte Gefahren für Leib und Leben des Feuerwehrangehörigen.

Weil die Kameraden immer im Trupp zu zweit oder dritt vorgehen, ist kameradschaftliches Vertrauen und Teamarbeit in diesen Gefahrensituationen unerlässlich. Mit einem Atemschutzgerät wird Schwerstarbeit geleistet, denn es kann bis zu 17,5 Kilogramm wiegen. Regelmäßige Übungen mit einer jährlichen Mindeststundenzahl sind Pflicht.

Stadtbrandinspektor Michael Meyer händigte nach der schriftlichen Prüfung im Feuerwehrgerätehaus Geilenkirchen die Teilnahmebescheinigungen an folgende Wehrleute aus: Melanie Steegers (LE Prummern); Alexander Devrine, Jens Kamp (LE Beeck); Marvin Lang, Daniel Louis (LE Süggerath); Tim Motzkus (LE Nirm); Dennis Krausewitz, Marcel Verpoort, Kevin Knarren, Patrick Schumacher (LE Geilenkirchen); Thomas Muhr, Steffen Heinrichs, Tobias Thissen (LE Gillrath-Hatterath); Robin Finken (LE Waurichen); Stefan Coenen (LE Würm).

Neben dem Seminar „Sicherer Umgang mit der Motorsäge” zum Jahresanfang absolvierte die Freiwillige Feuerwehr kürzlich erstmals einen Lehrgang „Absturzsicherung”. Dabei geht es um Sicherheit, Leben und Gesundheit beim Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen. Die Stadt Geilenkirchen hat für die Feuerwehr vier Gerätesätze Absturzsicherung angeschafft, die bei einer ersten praktischen Übung an einem 30 Meter hohen Kran erstmals zum Einsatz kamen.

Die Lehrgangsteilnehmer übten am Baukran das Vorsteigen von unten und anschließendes Absteigen. Dabei wurden die Feuerwehrkräfte mit den Möglichkeiten der Sicherung von absturzgefährdeten Personen aus großen Höhen vertraut gemacht. Die Grenze der Absturzsicherung ist allerdings erreicht, wenn beispielsweise ein verletzter Kranführer nicht selbstständig absteigen kann, sondern frei hängend abgeseilt werden müsste. Bei dieser Einsatzlage müssten speziell ausgebildete Höhenretter hinzugezogen werden.

Am ersten Lehrgang „Absturzsicherung” der Geilenkirchener Wehr nahmen folgende Feuerwehrleute teil: Stefan Aretz (LE Gillrath-Hatterath); Lars Bierfeld (LE Würm); Herbert Bündgens (LE Prummern); Ulrich Damberg, Thomas Mengeler, Andreas Styfal (LE Geilenkirchen); Frank Lauter, Stefan Stange (LE Tripsrath); Christian Plum (LE Teveren); Thomas Schulze (LE Beeck); Björn Speuser (LE Süggerath).
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