Geilenkirchen - Imker: Wenn Bienen sterben, sind nicht immer die Bauern schuld

Imker: Wenn Bienen sterben, sind nicht immer die Bauern schuld

Von: ger
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Bienen und Imker bei der Arbeit: Herman-Josef Schmitz zeigt, was seine Völker in Gillrath leisten. Foto: Daniel Gerhards

Geilenkirchen. Spätestens seit „Biene Maja“ weiß jeder: Die kleinen schwarz-gelben Insekten leisten mehr als bloß Honig zu produzieren. Sie sind fleißige Pollensammler. Dabei fliegen sie von Blüte zu Blüte und sorgen damit dafür, dass die Pflanzen bestäubt werden. Das macht die Honigbiene zum wichtigsten Nutztier – hinter Rind und Schwein.

Umso schlimmer scheinen die immer neuen Meldungen zum Bienensterben. Weltweit gehe die Population drastisch zurück. Doch so etwas können man nicht verallgemeinern, meint Hermann-Josef Schmitz aus Geilenkirchen-Gillrath. Bienensterben sei auch in der Region ein Thema. Aber amerikanische Verhältnisse – mit massivem Bienenvölkersterben – könne man nicht auf den Geilenkirchener Raum übertragen.

Dass in einem Jahr zehn bis 15 Prozent der Bienen wegsterben, sei normal. Es können aber auch schon mal 30 bis 40 Prozent sein. So etwas habe viele Gründe. Und die dürfe man nicht allein bei der Landwirtschaft suchen, meint Schmitz. Aber: Wenn es große, industrielle Monokulturen gibt, haben es die Bienen schwer. Mit Mais können die kleinen Bestäuber nichts anfangen – und der wird oft fürs Biomassekraftwerk angebaut.

Das größte Problem für die hiesigen Bienen sei aber die Varroamilbe. Der Schädling beißt sich an der Biene fest und beschädigt den Panzer des Insekts. Dadurch sterben die Tiere – auch an anderen Viren, vor denen sie dann nicht mehr geschützt sind. Wenn Imker den Honig zu spät abschleudern oder danach nicht die richtigen Schutzmittel einsetzen, könne sich die Milbe in einem Volk einnisten.

Ein weitere Grund für kleiner werdende Bienenpopulationen: Die Lebensbedingungen hätten geändert. Verwaltungen pflanzen Bäume, in denen nur wenige Insektenarten leben können. Und viele Gärten bestünden bloß noch aus Stein und Rasen. „Mein persönliches Anliegen wäre, dass die Leute mehr Blumen und einheimische blühende Sträucher pflanzen“, sagt Schmitz. Das mache wenig Arbeit und „Biene Majas“ Artgenossen freue es auch, meint Schmitz.

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