Im Stadtgespräch dreht sich alles ums Wasser

Von: Georg Schmitz
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Mit Georg Wichert (l.) und Oliver Krischer hatten die Geilenkirchener Grünen zwei kompetente Fachleute zum Diskussionsthema Wasser gewinnen können. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Um Wasser drehte sich das Stadtgespräch der Geilenkirchener Grünen in der Nikolaus-Becker-Stube. Das Thema war dem Weltwassertag geschuldet, der zuvor global begangen wurde. Grünen-Fraktionssprecher Jürgen Benden konnte mit dem Geschäftsführer des Verbandswasserwerks Gangelt, Georg Wichert, und dem Energiepolitischen Sprecher der Bundesgrünen, Oliver Krischer, zwei kompetente Gäste in der Diskussionsrunde begrüßen.

Wichert stellte zunächst das 1956 gegründete Verbandswasserwerk Gangelt vor, dass 1972 auch die Versorgung für das Stadtgebiet Geilenkirchen übernommen habe und zudem Gangelt, den Selfkant sowie Brachelen im Stadtgebiet Hückelhoven mit Wasser beliefere. Die 20 Besucher erfuhren, dass es im Kreis Heinsberg insgesamt vier Wasserwerke in kommunaler Führung gebe. Wichert sprach sich gegen eine von der EU geplante Liberalisierung der Wasserversorgung aus, die mit Sicherheit höhere Preise für den Verbraucher mit sich bringe.

Dies hätte der Verkauf kleiner Wasserwerke an gewinnorientierte Großunternehmen in Frankreich und Großbritannien gezeigt. Während beim Verbandswasserwerk der Kubikmeterpreis für Wasser unter einem Euro liege, müssten bei manchen privaten Unternehmen bis zu drei Euro bezahlt werden. Die bestehende Konzession für das Verbandswasserwerk Gangelt laufe noch bis zum Jahre 2024, und bis dahin werde die Bevölkerung weiterhin mit qualitativ hohem Wasser versorgt. Wicherts Fazit: „Wir sind für unser Wasser und die Bürger gut aufgestellt.“ Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer verwies darauf, dass die EU-Kommission anstrebe, Dienstleistungen wie die Wasserversorgung demnächst europaweit auszuschreiben. Inhouse-Geschäfte, also die eigene Versorgung innerhalb einer Kommune, sollten aber weiterhin davon ausgeschlossen bleiben.

Für den Bereich des Verbandswasserwerks gebe es aber Klärungsbedarf, weil es mehrere Kommunen mit Wasser versorge. Wenn ein Versorgungsunternehmen kommunenübergreifend arbeite oder private Konzerne beteiligt seien, sehe die geplante EU-Richtlinie eine Ausschreibung vor. „Überall wo die Wasserversorgung privatisiert wurde, sind nach kurzer Zeit die Preise gestiegen und die Qualität des Wassers gesunken“, wusste Oliver Krischer. Unternehmen wie „Themsewater“ oder RWE drängten in das Wassergeschäft. „Das ist bombensicher, Wasser wird immer gebraucht“, sagte der Energiepolitische Sprecher von Bündnis90/Grüne. Dem konnte Georg Wichert zustimmen: „In der Vergangenheit hat es sogar Kriege um Wasser gegeben. Wasser ist das Lebensmittel Nummer 1“, so Wichert.

Bei verschiedenen Diskussionsbeiträgen äußerten die Zuhörer ihre Bedenken vor einer Monopolstellung der großen Unternehmen, welche die Preise nach Belieben diktieren könnten. Krischer verwies auf die Gefahr wirtschaftlicher Zwänge bei vielen Kommunen, die aufgrund von Nothaushalten ihre Wasserversorgung veräußerten. Dies habe bisher nur Nachteile gebracht. „Fracking“, also das Aufsprengen von Gesteinen zur Gasgewinnung, war ein weiteres Thema.Alle waren sich einig, dass die unkonventionelle Gewinnung von Erdgas unbekannte Risiken berge und unter Umständen auch dem Wasser schaden könnte.

Für diese Gasgewinnung würden giftige, gesundheitsschädliche Chemikalien in den Untergrund gepresst, deren Langzeitauswirkungen völlig ungewiss seien. Unter dem Motto „Stop Fracking - keine Chemie in unserer Erde“ laufe derzeit eine länderübergreifende Unterschriftensammlung gegen Fracking. Dieser schlossen sich noch in der Nikolaus-Becker-Stube ein Großteil der Bürger an.

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