Geilenkirchen-Apweiler - Im „Space Shuttle” unter die Seifenkisten

Im „Space Shuttle” unter die Seifenkisten

Von: Georg Schmitz
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Sie kennt das Geschäft. Heike
Sie kennt das Geschäft. Heike Bock lenkte ihr fantasievolles Gefährt von der zwei Meter hohen Startrampe auf die Strecke in Apweiler. Und sie wird den Parcours in Rekordzeit von 28,95 Sekunden bewältigen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Apweiler. Im „Monaco des Seifenkistenrennens”, wie es Streckensprecher Peter-Josef Göbbels gerne ausdrückt, traf sich die lokale „Elite des Seifenkistensports” am Wochenende zur mittlerweile 6. Offenen Meisterschaft.

Und zum sechsten Mal in Folge mussten die Bürger von Apweiler für zwei Tage die Sperrung ihrer Ederener Straße in Kauf nehmen - aber das taten sie gern. Denn mit ihrem toleranten Verhalten ermöglichten sie der ausrichtenden St. Petri- und Pauli-Schützenbruderschaft Immendorf, die Seifenkistenmeisterschaften zu absolvieren, was eine schöne Abwechslung für Jung und Alt im ansonsten stillen 135-Seelen-Ort bedeutet.

Interessante Eigenbauten

Auch wenn es tollen „Rennsport” zu sehen gab, prägten weniger Zuschauer als noch im vorigen Jahr das Gesamtbild, und dennoch kann das lustige Spektakel als Erfolg gewertet werden.

Zwei Dutzend Teams gingen mit 16 Seifenkisten in den vier Kategorien Schüler, Jugend, Senioren und Fun-Klasse an den Start. Besonders die Fun-Klasse wartete mit interessanten Eigenbauten auf.

Während sich die Kinder auf der Hüpfburg betätigten, unterhielten sich die Erwachsenen am Rand der rund 250 Meter langen Seifenkisten-Fahrbahn bei Grillspezialitäten sowie Kaffee und Kuchen oder beäugten das Geschehen vom Getränkewagen aus. Organisationsleiter Andreas Tegtmeyer und sein rund 30-köpfiges Team hatten am Tag zuvor dafür gesorgt, dass die Strecke mit über 600 in PVC-Folie eingepackten Strohballen als „flankierende Maßnahmen” gut abgesichert wurde. Um 9 Uhr starteten die Trainingsläufe, und schon hier kristallisierten sich die späteren „Top-Fahrer” heraus. Zu diesem Zeitpunkt waren die Zeitabstände zwischen den einzelnen Teams schon sehr knapp. So versprachen die sich anschließenden Wertungsläufe einen spannenden Rennverlauf. Die Streckensprecher Peter-Josef Göbbels und Michael Kappes, der ermahnte „Achten Sie auf die Kanaldeckelschikane”, hielten die Zuschauer mit ihren Kommentaren immer auf dem Laufenden.

Das Deutsche Rote Kreuz hatte für die Veranstaltung den Sanitätsdienst übernommen.

Nur mit dem nötigen Schwung und Anlauf von der eigens für das Rennen gebauten zwei Meter hohen Startrampe schafften es die Seifenkisten bis ins Ziel. Verbissen kämpften die Piloten um jede Zehntelsekunde Vorsprung und legten sich mächtig ins Zeug. Die „Rennfahrer” duckten sich tief in ihren Boliden, um dem relativ starkem Wind so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten.

„Der Wahnsinn nimmt kein Ende”, kommentierte Ralf Schieren seine erneute Teilnahme. Von Beginn an ist er dabei und hat für jedes Rennen eine neue Seifenkiste gebaut, diesmal ein „Space Shuttle”. An diesem Tag nahmen fünf seiner Konstruktionen in unterschiedlicher Besetzung Kurs auf die Ziellinie.

Die Familie Reitinger aus Nirm war zum zweiten Mal mit von der Partie. Tochter Annika (10) nahm mit der „Glückskiste” Fahrt auf. Ihre Schwester Christiane (12) jagte 2011 ebenfalls Rekorden hinterher, aber: „Die passt jetzt nicht mehr rein, deshalb löst Bruder Erik sie jetzt ab”, erzählt Mutter Monika von ihrem sechs Jahre alten Sprössling.

In diesem Moment knackt Heike Bock mit 28,95 Sekunden die 29er Marke. Ihr Team „Bockreiter” ist Titelverteidiger, und so machen sich die Wauricher Hoffnung auf eine gute Platzierung.
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