Im Kreis wird Salz im Winter nicht knapp

Von: defi
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Am Freitag sollen die Temperaturen unter O Grad sinken. Frank Beckers, Mitarbeiter des Heinsberger Bauhofes, befüllt mit seinen Kollegen schon mal die Streufahrzeuge - Auftausalz ist reichlich vorhanden. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Wer erinnert sich nicht an den letzten Winter und jeden Morgen beim Frühstück die Gewissensfrage: „Salze ich nun mein Frühstücksei oder versuche ich, mit den letzten Krümmeln aus dem Salzstreuer doch lieber das Eis vor dem Haus aufzutauen”.

Nicht nur die privaten Haushalte konnten ab Januar kein Streusalz mehr kaufen, auch die für die öffentlichen Straßen und Gehwege Zuständigen, wie der Leiter des Bauhofs der Stadt Heinsberg, Bernhard Heuter, mussten damals das bisschen Auftausalz, das noch auf Lager war, mit Lavasplitt strecken. Nur die großen Abnehmer, wie die Autobahn- und Straßenmeistereien wurden noch beliefert.

Der Eichenprozessionsspinner brachte Bernhard Heuter auf die entscheidende Idee, wie man aus einem Klein- einen Großabnehmer machen könnte. Diese Idee trägt den Namen „Interkommunale Preisanfrage”. Alle Städte und Gemeinden im Kreisgebiet inklusive der Kreisverwaltung hatten sich beim Einkauf des Mittels, das den Eichenprozessionsspinner an der Ausbreitung hindern soll, zusammen getan.

Warum also sollte das nicht auch beim Einkauf des Auftausalzes möglich sein. „Gemeinsam sind wir stark”, sagte sich Bernhard Heuter und schlug die Idee seinen Kollegen im Kreisgebiet vor. Getreu der Devise „Wer die Idee hat, darf sie auch umsetzen” startete Heuter dann nach Absprache mit dem ersten Beigeordneten und Kämmerer der Stadt Heinsberg, Jakob Gerards, die Interkommunale Preisanfrage für die meisten Kommunen des Kreises und die Kreisverwaltung.

Guido Domsel, Leiter der Straßenmeisterei des Kreises Heinsberg, ermittelte die benötigten Mengen bei den Städten und Gemeinden. Eine gewisse Skepsis sei bei einigen Kommunen schon vorhanden gewesen, erinnert sich Bernhard Heuter, doch die Interkommunale Einkaufsgemeinschaft kam zustande.

Bestellt wurde gemeinsam, wobei jede Kommune so wie der Kreis eine eigene Rechnung erhielten, was den Verwaltungsaufwand minimiert. Heuter richtete seine Preisanfrage an verschiedene Streusalzlieferanten. „Ich habe alles mit ins Paket gepackt”, so Heuter, „auch die Natriumchloridsole, mit der wir unser Salz mischen.” Zusammen kam eine Bestellung, für die die niederländische Firma Eurosalz den günstigsten Preis anbot.

1000 Tonnen Auftausalz im so genannten Frühbezug trafen Anfang Oktober ein und füllen nun die Lager und Silos aller Kreisstädte und Gemeinden sowie des Kreises selbst. Denn am Ende hatte der Preis auch die letzten beiden Skeptiker überzeugt.

55 Euro pro Tonne

„So einen Preis hatten wir noch nie,” freut sich Bernhard Heuter über die erfolgreich verlaufene Interkommunale Preisanfrage. Etwa 55 Euro muss man für eine Tonne Salz rechnen. „Ich gehe davon aus”, so Heuter, „dass wir als Stadt Heinsberg um die 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr sparen werden.” Vor allem die kleinen Gemeinden profitieren von der Einkaufsgemeinschaft.

Sollte der Winter ähnlich hart werden wie der letzte, ist mit Eurosalz der so genannte Winterbezug schon abgesprochen: Lieferung innerhalb von 48 Stunden zu einem bereits vereinbarten Preis. Angepeilt sind weitere 600 Tonnen. Auf die Stadt Heinsberg entfallen 300 Tonnen im Frühbezug, entsprechend der Menge des Vorjahres, und weitere 200 Tonnen könnte die Stadt bei Bedarf im Winterbezug nachordern. „Wir gehen davon aus,” so Heuter, „dass wir auch die Menge des Winterbezugs erhalten werden, schließlich sind wir als Einkaufsgemeinschaft kein kleiner Kunde.”

Für Freitag sagt der Deutsche Wetterdienst Temperaturen unter O Grad voraus. Für die kommende Woche ist auch für das Kreisgebiet leichter Schneefall gemeldet. Morgens um Vier fährt dann der Frühdienst des Heinsberger Bauhofs raus und kontrolliert die Straßen. Und sollte gestreut werden müssen, Salz sei vorhanden und werde auch im Januar und Februar noch verfügbar sein, da ist Bernhard Heuter optimistisch.
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